EX­TREM WILD DIE SCHÜR­ZEN­JÄ­GER

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Jun­ge Buam wa­ren die Ur-Zillertaler Schür­zen­jä­ger. In den 70ern, beim Neu­wirt in Fin­ken­berg, stan­den sie zum ers­ten Mal auf der Büh­ne. Sie spiel­ten volks­tüm­li­che Mu­sik, tru­gen Zillertaler Tracht und die Ga­ge be­stand aus Es­sen und Trin­ken. Doch die Zeit brach­te den Wan­del. Die Haa­re wur­den län­ger und die Gi­tar­ren-Riffs von Mal zu Mal ein biss­chen här­ter. Das ge­fiel nicht al­len. Lan­ge Haa­re und Tracht – das ging ja gar nicht! Man­che Men­schen wech­sel­ten so­gar die Stra­ßen­sei­te, wenn ih­nen ein Schür­zen­jä­ger ent­ge­gen­kam. Die Ab­leh­nung von au­ßen för­der­te den Zu­sam­men­halt in­ner­halb der Band. Au­ßen­sei­ter hat man sie ge­hei­ßen, und als sie vor Jah­ren die Tracht ab­leg­ten und im Fern­se­hen plötz­lich in schwar­zen Kla­mot­ten auf- tra­ten, war über­haupt Feu­er am Dach. „Es liegt die­ser Band in den Ge­nen, sich ei­gen­stän­dig zu ent­wi­ckeln, auch ge­gen den Strom zu schwim­men“, sagt Al­f­red Eber­har­ter ju­ni­or. Und er fügt schmun­zelnd hin­zu: „Ti­ro­ler sind so, das zeigt auch die Ge­schich­te.“Und wie zum Be­weis le­gen die Schür­zen­jä­ger nach fünf Jah­ren ein neu­es Al­bum vor: Es trägt den be­zeich­nen­den Ti­tel „Herz­bluat“. „Das war ein Fin­dungs­pro­zess“, er­klärt Al­f­red jun. Und er­gänzt: „Wir ha­ben die­se Zeit ge­braucht, um zu er­ken­nen, dass wir als Band wie­der viel stär­ker auf uns selbst hö­ren soll­ten.“Heißt kon­kret: Die Band als sol­che steht in al­len Be­rei­chen im Vor­der­grund. Hand­ar­beit und viel­fach Ver­zicht auf Com­pu­ter. „Wir ha­ben eben da­zu­ge­lernt, und das ist gut so“, fin­det der Mu­si­ker. Die Band muss für den Zu­hö­rer spür­bar sein.

Es geht um Künst­ler und ihr Ge­schick, nicht um Soft­ware – das wis­sen die Schür­zen­jä­ger in­zwi­schen. Sie ha­ben sich nicht neu er­fun­den, son­dern konn­ten nur den Fol­gen ei­ner dro­hen­den Le­gen­den­bil­dung ent­kom­men! Die kann war­ten, denn da­zu ist das, was die Her­ren nun vor­le­gen, viel zu frisch, zu kraft­voll, zu au­then­tisch, um be­reits mit der Patina frü­he­rer Er­fol­ge zu ko­ket­tie­ren. Schür­zen­jä­ger zu sein, das hat viel mit der per­sön­li­chen Ein­stel­lung zu tun, und da sich das Drum­her­um ver­än­dert hat, war es na­he­lie­gend, sich auf die mu­si­ka­li­schen Wur­zeln zu be­sin­nen. Für die Schür­zen­jä­ger geht es um die Frei­heit der per­sön­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung. Und das neue, lang er­sehn­te Al­bum „Herz­bluat“(ab 6. Ok­to­ber im Han­del) ist die bes­te Ge­le­gen­heit, das zu hö­ren: Hey Mann, es ist ei­ne an­de­re Zeit. Ei­ne an­de­re Schür­zen­jä­ger­zeit! Und die hat es in sich!

Die Gi­gan­ten des Al­pen­Rock. Ihr Mot­to: „Schür­zen­jä­ger zu sein, ist ei­ne Fra­ge der

per­sön­li­chen Hal­tung!“

Mo­tor­rad-Cor­so beim Fin­ken­berg-Open-Air: ei­ne fes­te Tra­di­ti­on

Al­f­red Eber­har­ter und Band­chef Al­f­red jun. ro­cken ge­mein­sam

Wir ver­lo­sen fünf CDs des neu­en Al­bums „Herz­bluat“. Grad­li­ni­ge Songs oh­ne Kom­pro­mis­se, mal Coun­try, mal Volks­mu­sik, aber im­mer sau­guat! (H’art Re­cor­ds)

Ma­chen Sie mit! (S. 65)

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