WOASST ES NOCH? HANS MO­SER

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Als strah­len­der Held wur­de er nie be­setzt. Das Wie­ner Ori­gi­nal er­reich­te da­für als raun­zen­der Klein­bür­ger Kult­sta­tus. Bis heu­te bleibt der Cha­rak­ter­dar­stel­ler dar­in un­er­reicht! „Die Men­schen ver­lie­ren zu­erst ih­re Il­lu­sio­nen, dann ih­re Zäh­ne und ganz zu­letzt ih­re Las­ter“: Die­ser klu­ge Satz wird Hans Mo­ser zu­ge­schrie­ben. Ob und wel­che Las­ter die Schau­spiel-Le­gen­de hat­te, ist nicht be­kannt. Au­ßer vi­el­leicht ei­nem: Er ar­bei­te­te un­glaub­lich viel. Ins­ge­samt 150 Fil­me dreh­te der Sohn ei­nes fran­zö­sisch­stäm­mi­gen Un­garn im Lau­fe sei­nes Le­bens. Vie­le da­von sind bis heu­te Ki­no-Klas­si­ker. Wie et­wa „Der Ho­f­rat Gei­ger“1947, „Der Kon­gress tanzt“1955 oder „Ma­ri­andl“1961. Auch als „Das Ekel“bril­lier­te der Schau­spie­ler. Un­ver­ges­sen die Gugl­hupf-Sze­ne, in der sich Mo­ser als Un­ter­neh­mer Karl Sträu­bler ver­geb­lich um ein Stück mit ver­senk­ten Ro­si­nen be­müht. „Die Welt hat sich ge­gen mich ver­schwo­ren“, jam­mert der Que­ru­lant, wäh­rend sei­ne Fa­mi­lie au­gen­rol­lend mit am Tisch sitzt. „Geh bitt­schön, des is ja un­er­hört!“Der ewi­ge Grant­ler, der nör­gelnd­nu­scheln­de Gries­gram, der sei­ner Em­pö­rung mit ru­dern­den Hand­be­we­gun­gen Aus­druck ver­leiht – das war sei­ne Pa­ra­de­rol­le. Kaum ei­ne Pro­duk­ti­on, in der er von die­sem Cha­rak­ter ab­wich. Au­ßer vi­el­leicht in dem Melodram „Das Gäß­chen zum Pa­ra­dies“von 1936, in dem er ei­nen herz­lo­sen Hun­de­fän­ger spielt, den die Freund­schaft zu ei­nem Jun­gen und des­sen Vier­bei­ner vom Sau­lus zum Pau­lus be­kehrt.

Hans Mo­ser war kein Schön­ling und als Lieb­ha­ber-Typ mit sei­nen 1,57 Me­tern nicht zu be­set­zen. Aber es hat­te sich oh­ne­hin früh her­aus­kris­tal­li­siert, dass der Schau­spiel­schü­ler im ko­mö­di­an­ti­schen Fach am bes­ten auf­ge­ho­ben ist: Nach ei­ner Kauf­manns­leh­re tin­gel­te Mo­ser mit ei­ner Wan­der­büh­ne durch die Lan­de, trat in Va­rie­tés, Kel­ler­thea­tern und so­gar im Wurst­l­pra­ter auf. Ei­ne gu­te Schu­le für sei­ne spä­te­re Lein­wand-Kar­rie­re. Der ewi­ge Grant­ler war ei­ner der best­ver­die­nen­den Künst­ler sei­ner Zeit. Denn nicht nur die Fil­me, auch sei­ne Wie­ner­lie­der wie „Die Re­blaus“wa­ren kom­mer­zi­el­le Er­fol­ge.

Den­noch galt Mo­ser zeit­le­bens als sehr spar­sam, um nicht zu sa­gen knaus­rig. Aus Angst vor Ver­ar­mung sol­len er und sei­ne Frau Blan­ca zeit­wei­se in den Di­enst­zim­mern ih­rer Hiet­zin­ger Vil­la ge­wohnt ha­ben, um ih­re Mö­bel zu scho­nen. Gleich­zei­tig über­ließ der gut­mü­ti­ge Ehe­mann die Ver­wal­tung der Fi­nan­zen sei­ner Gat­tin, die ihm ein Ta­schen­geld

zu­teil­te. Ei­ne Büs­te im Han­sMo­ser-Park in Wi­en-Hiet­zing er­in­nert bis heu­te an ei­nen der be­rühm­tes­ten Söh­ne der Stadt.

„Die Deutsch­meis­ter“: Mo­ser spiel­te in drei Fil­men an der Sei­te von Ro­my Schnei­der mit 1964 starb der Künst­ler in Wi­en im Al­ter von 83 Jah­ren an den Fol­gen ei­ner Krebs­er­kran­kung

Auch in der Eis­re­vue „Sym­pho­nie in Gold“war Hans Mo­ser mit von

der Par­tie (1956)

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