WAH­RE AFFENLIEBE WA­TER­LOO

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Mit Hits wie „My litt­le World“, „Hol­ly­wood“und „Ba­by Blue“schrieb der ös­ter­rei­chi­sche Voll­blut­mu­si­ker Wa­ter­loo Mu­sik­ge­schich­te. Der Sän­ger liebt Mut­ter Na­tur und iden­ti­fi­ziert sich voll und ganz mit der ed­len Ge­sin­nung der In­dia­ner. Die STADLPOST be­glei­te­te den Tierfreund bei sei­nem Be­such durch das Af­fen­re­fu­gi­um von Gut Ai­der­bichl im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Gän­sern­dorf, wo ehe­ma­li­gen La­borschim­pan­sen ein Stück Frei­heit ge­schenkt wur­de.

Gän­sern­dorf, 34 Grad im Schat­ten: Schim­pan­sen­da­me Car­men war­tet auf Be­such. Sie sitzt am Fens­ter und fi­xiert die Um­hän­ge­ta­sche von Be­su­cher Wa­ter­loo (bür­ger­li­cher

Na­me Han­si Kreuz­mayr). Ei­ne un­miss­ver­ständ­li­che Auf­for­de­rung, je­des Teil ein­zeln aus­zu­räu­men, da­mit es be­gut­ach­tet wer­den kann. Denn Car­men liebt Ta­schen. „Je­der Schim­pan­se hat sei­nen Cha­rak­ter, sei­ne Vor­lie­be und sei­ne ei­ge­ne Ver­hal­tens­wei­se“, weiß Tier­pfle­ge­rin Re­na­te Fo­idl. Schim­pan­sen­mann Ho­lo­pher­nes be­ob­ach­tet wäh­rend­des­sen aus dem Ne­ben­ge­he­ge das Ge­sche­hen im Af­fen­haus und be­ginnt sich am gan­zen Kör­per zu krat­zen, was dar­auf hin­weist, dass es jetzt et­was un­ge­müt­lich wer­den kann. „Mög­li­cher­wei­se folgt gleich ei­ne klei­ne Macht­de­mons­tra­ti­on, denn Ho­lo­pher­nes ist der Chef in sei­ner fünf­köp­fi­gen Schim­pan­sen­grup­pe.“warnt Re­na­te Fo­idl. Han­si Kreuz­mayr steht wie ge­bannt vor dem Af­fen­ge­he­ge

und vor Rüh­rung treibt es ihm die ers­ten Trä­nen in die Au­gen: „Man muss sich das ein­mal vor­stel­len, was die­se Tie­re er­lebt ha­ben – sie wur­den ge­jagt, ih­ren Müt­tern ent­ris­sen, jahr­zehn­te­lang in ste­ri­le Iso­la­ti­ons­haft ge­sperrt und für schmerz­haf­te Ver­suchs­zwe­cke miss­braucht. Es ist un­fass­bar, was der Mensch all die­sen ar­men Ge­schöp­fen hier an­ge­tan hat.“

Ihr Mar­ty­ri­um in ei­nem Phar­ma-Un­ter­neh­men en­de­te erst, nach­dem der Kon­zern 2006 von Bax­ter über­nom­men wur­de, ei­ner Fir­ma, die zum Glück kei­ne Tier­ver­su­che an Pri­ma­ten vor­nimmt. So konn­ten die Schim­pan­sen in den Sa­fa­ri­park Gän­sern­dorf zur Re­so­zia­li­sie­rung über­sie­deln. Als 2009 der Park in Kon­kurs ging, war die Zu­kunft der ehe­ma­li­gen Ver­suchs­tie­re er­neut un­ge­wiss. Bei ei­nem Be­such be­geg­ne­te

Gut Ai­der­bichl-Grün­der Micha­el Auf­hau­ser erst­mals die­sen ge­de­mü­tig­ten Schim­pan- sen und schloss sie so­fort in sein Herz. Er ent­schied sich, hier ei­nen Gna­den­hof für die­se miss­han­del­ten Ge­schöp­fe ent­ste­hen zu las­sen, um ih­nen ih­ren Le­bens­abend so wür­de­voll wie mög­lich zu ge­stal­ten und ih­nen ein klei­nes Stück­chen ih­rer ver­lo­re­nen afri­ka­ni­schen Hei­mat zu­rück­zu­ge­ben. Ei­ne Hilfs­ak­ti­on, die Wa­ter­loo schwer be­ein­druckt. schon als klei­ner Jun­ge hat­te Han­si Kreuz­mayr sei­ne Lie­be zu Mut­ter Er­de ent­deckt: „Ich bin von klein auf ein Na­tur­mensch und ha­be mich

schon im­mer mit der Le­bens­wei­se von Na­tur­völ­kern, vor al­lem den In­dia­nern, be­schäf­tigt. Mir hat die­se ganz ei­ge­ne Lie­be zur Na­tur auch in mei­ner Kar­rie­re oft sehr ge­hol­fen“, er­klärt Wa­ter­loo. Um sich selbst zu fin­den, ver­brach­te der Ober­ös­ter­rei­cher viel Zeit in ei­nem In­dia­ner­re­ser­vat in den USA. Die Be­geg­nung mit die­sen Men­schen be­ein­fluss­te nicht nur sei­ne Mu­sik – es folg­ten zahl­rei­che „in­dia­ni­sche Al­ben“und oben­drein sein ers­tes um­ju­bel­tes En­ga­ge­ment als Schau­spie­ler in der Rol­le des Win­ne­tou bei den Karl-May-Fest­spie­len im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Win­zen­dorf. Der­zeit ar­bei­tet der 71-jäh­ri­ge „Häupt­ling der Her­zen“üb­ri­gens an sei­nem neu­en Al­bum „Free­dom“. Sein Cre­do: „Es ist sehr wich­tig, dass wir be­wuss­ter mit der Na­tur und ih­ren Ge­schöp­fen um­ge­hen! Be­wun­derns­wert fin­de ich, wie sich das ge­sam­te Ai­der­bichl-Team rund um Ge­schäfts­füh­rer Die­ter Eh­ren­gru­ber un­er­müd­lich der Auf­ga­be wid­met, Mensch und Tier wie­der ein­an­der nä­her zu brin­gen!“

Zum Ab­schied winkt er Dor­li, Car­men, Pu­muckl, Spätz­le, Ben­ja­min, Pe­pi und den an­de­ren Be­woh­nern des Re­fu­gi­ums noch ein­mal zu. Und es ist klar: Es wird nicht sein letz­ter Be­such sein!

„Hal­lo du!“Wa­ter­loo nimmt Kon­takt mit Schim­pan­sen­Da­me Car­men auf

Der Sän­ger mit sei­nem Iris­hSet­ter Max

STADLPOSTAu­tor Vol­ker Grohs­kopf war beim Be­such im Re­fu­gi­um da­bei

Hmm! To­ma­ten! Die liebt „Spätz­le“ganz be­son­ders. „Bon­nie“un­ter­sucht ei­nen Ball

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