TÖRG­GE­LE­ZEIT IN SÜD­TI­ROL

„Al­les hat hier schon mehr Kraft und Le­ben und man glaubt wie­der ein­mal an ei­nen Gott.“ JETZT ZEIGT SICH DIE NA­TUR VON IH­RER VERSCHWENDERISCHEN SEI­TE

Stadlpost - - Stadl Inhalt - Jo­hann Wolf­gang von Goe­the (1749 – 1832)

Ei­ne Rei­se in die nörd­lichs­te Pro­vinz Ita­li­ens ist vor al­lem ein Fest für die Sin­ne. Sie führt uns vom Vinsch­gau mit sei­nen un­zäh­li­gen Obst­gär­ten, die für ih­re Äp­fel be­rühmt sind, nach Meran, dem idyl­li­schen Ku­r­ort der Süd­ti­ro­ler, und schließ­lich auf die Süd­ti­ro­ler Wein­stra­ße. Die­se zählt zu den schöns­ten ih­rer Art. Und das hat vie­le Grün­de: Schon al­lein we­gen der un­ver­gess­li­chen Land­schaft be­geis­tern sich aber­tau­sen­de Be­su­cher je­des Jahr an ih­rer eben­so al­pi­nen wie auch me­di­ter­ran an­mu­ten­den Pracht. Doch Süd­ti­rol hat uns auch ku­li­na­risch viel zu bie­ten. Vom Sarn­tal über die Lan­des­haupt­stadt Bo­zen bis hin nach Sal­urn bringt die­ser ein­zig­ar­ti­ge Land­strich Viel­fäl­ti­ges an Wei­nen in die Fäs­ser der Win­zer. Aber es lockt auch sei­ne un­ver­wech­sel­ba­re Kü­che mit ih­ren Köst­lich­kei­ten. Das Stichwort heißt hier „Törg­ge­len“– ei­ne Tra­di­ti­on, die hier seit Jahr­hun­der­ten ge­pflegt wird und heut­zu­ta­ge für die Gast­freund­schaft und die da­mit ver­bun­de­ne Le­bens­freu­de steht.

Im Grun­de steht der Na­me Törg­ge­len auch für das Pro­gramm ei­nes wohl­schme­cken­den Herbs­tes: Je­des Jahr tra­fen sich die Wein­bau­ern der Ge­gend mit Wirts­leu­ten und Wein­händ­lern, um die Ern­te und den jun­gen Wein zu prü­fen. So ist es kein Wun­der, dass sich der Be­griff vom Wort „Torggl“, re­spek­ti­ve

sei­nem la­tei­ni­schen Vor­bild „tor­que­re“her­lei­tet, was so viel be­deu­tet wie „pres­sen“, al­so den ers­ten Schritt des Kel­terns be­schreibt. Und die­sen ers­ten Schritt kann man auch gleich wohl­schme­ckend nach­voll­zie­hen: Man stel­le sich vor – wir ken­nen mitt­ler­wei­le die Land­schaft rund um ei­nes der zahl­rei­chen Dör­fer, wel­che die Wein­stra­ße wie Per­len an ei­ner Ket­te säu­men – wir ha­ben ei­ne Kräf­te ab­ver­lan­gen­de Herbst­wan­de­rung zu­rück­ge­legt und freu­en uns auf ei­nen ers­ten Schluck … nein, dem Wein spre­chen wir noch nicht zu, son­dern wir gön­nen uns ei­nen kräf­ti­gen Schluck vom Su­ßer! So heißt hier näm­lich der frisch ge­press­te Trau­ben­saft, der ganz frisch die Pres­se ver­las­sen hat und dar­auf war­tet, den mü­den Wan­de­rern beim Ein­keh­ren in ei­ne Bu­schen­schank das Le­ben zu ver­sü­ßen. Bu­schen­schän­ken er­kennt man dar­an, dass am Haus­ein­gang der gast­freund­li­chen Hö­fe ein Strauß mit ei­nem ro­ten Band die Gäs­te zum Ein­keh­ren ein­lädt.

Wo­mit wir nun end­lich bei der Krö­nung ei­nes herr­li­chen Herbst­ta­ges an­ge­langt wä­ren, denn zum er­fri­schen­den Su­ßer rei­chen hier die Wein­bau­ern die Schät­ze aus ih­ren Kel­lern, und vie­le Gast­wir­te ha­ben Schlutz­krap­fen, Knö­del, Sur­fleisch, Haus­würs­tel und Sau­er­kraut vor­be­rei­tet. Kei­nes­falls feh­len darf hier na­tür­lich der Süd­ti­ro­ler Speck, der in sei­ner Zu­be­rei­tung eben­so streng kon­trol­liert wird wie der Wein. Ein wär­men­des Schnap­serl zwi­schen­durch muss auch sein … Wenn dann die Son­ne un­ter­geht, ent­fa­chen die Bau­ern das so­ge­nann­te Kescht­feu­er, auf dem die lan­ge er­war­te­ten Kas­ta­ni­en der Re­gi­on ge­rös­tet wer­den. Ein krö­nen­der, köst­li­cher Ab­schluss nach ei­nem kräf­te­zeh­ren­den Tag in Got­tes frei­er Na­tur.

In­mit­ten die­ser Schät­ze, die Na­tur, Kü­che und Kel­ler bie­ten, liegt Bo­zen. Die­se Stadt ist auf je­den Fall ei­ne Rei­se wert. Hier tref­fen die bei­den Kul­tu­ren, das deutsch­spra­chi­ge Ti­rol mit sei­ner Le­bens­art und die süd­län­di­sche Men­ta­li­tät, auf­ein­an­der. Zu­sam­men er­ge­ben sie ein rei­zen­des Zu­sam­men­spiel der Kul­tu­ren. Und so trifft man auf den Stra­ßen, aus­ge­hend et­wa vom zen­tra­len Walt­her­platz, auf zahl­rei­che Os­te­ri­as,

die schon am Vor­mit­tag zu ei­nem Ape­ri­tif ver­füh­ren. So ist je­der ge­stärkt, um die Se­hens­wür­dig­kei­ten die­ser ein­zig­ar­ti­gen Me­tro­po­le in den Ber­gen zu ge­nie­ßen. Denn das Land be­her­bergt die wohl be­rühm­tes­ten Berg­stei­ger der Mensch­heits­ge­schich­te. Und bei­den wur­den mitt­ler­wei­le gan­ze Museen ge­wid­met. So­bald wir et­wa noch dem be­rühm­ten Obst­markt mit sei­ner Ge­schäf­tig­keit ei­nen Be­such ab­ge­stat­tet ha­ben, lohnt es sich, das Rein­hold Mess­ner Moun­tain Mu­se­um (ei­nes von sechs, von de­nen je­des für sich ein­zig­ar­tig ist), eben­so wie das Archäo­lo­gie­mu­se­um zu be­sich­ti­gen. Denn Letz­te­res be­her­bergt den vie­le tau­send Jah­re al­ten Ur­mann Öt­zi! Wir ken­nen ja al­le sei­ne Ge­schich­te. Er war wäh­rend sei­nes Ver­suchs, die Ötz­ta­ler Al­pen zu über­que­ren, ei­nem Mord­an­schlag zum Op­fer ge­fal­len.

Kul­tur, Ge­nuss, Na­tur – Süd­ti­rol zu ent­de­cken, heißt, das Le­ben mit al­len Sin­nen ge­nie­ßen. Pro­bie­ren Sie es doch ein­fach mal aus!

Die son­ni­gen Wein­ber­ge im Sü­den des Lan­des rund um den

Kal­te­rer See bie­ten zur Herbst­zeit Ru­he und Ge­nuss

Die Fe­ri­en­re­gi­on Sei­ser Alm/Grö­den im Her­zen der Do­lo­mi­ten ist nicht nur für Wan­de­rer ein Klein­od Ein­fach mal nur ENT­SPAN­NEN

Wür­zi­ge Ge­birgs­luft, kla­re Seen, samt­grü­ne Mat­ten und ei­ne gött­li­che Stil­le: Die Na­tur in Süd­ti­rol zu er­kun­den, heißt,

zu sich selbst zu fin­den

Tra­di­ti­on und Fa­mi­li­en­sinn wer­den hier noch groß­ge­schrie­ben, Gast­freund­schaft ist ein Grund­ge­bot

Un­ter www.sued­ti­ro­ler­land.it fin­den Sie al­le In­for­ma­tio­nen für ei­nen tol­len Fa­mi­li­en­ur­laub Ein Ro­ter aus dem Vinsch­gau, da­zu def­ti­ger Speck: Nichts schmeckt köst­li­cher nach ei­ner lan­gen Wan­der­tour oder ei­nem Aus­flug nach Meran, Bo­zen & Co

End­lich ist bald wie­der Keschtn-Zeit!

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