DAN­KE­SCHÖN AN DEN HIM­MEL

MICHA­EL HIRTE

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Er ist nicht nur als „Der Mann mit der Mund­har­mo­ni­ka“in die Mu­sik­ge­schich­te ein­ge­gan­gen. Micha­el Hirte ist auch ein Mensch, der zu sei­nem Glau­ben steht und die­sen in sei­ner Mu­sik um­setzt. Am 13. Ok­to­ber – drei Ta­ge nach sei­nem 53. Ge­burts­tag – ist sein ak­tu­el­les Al­bum er­schie­nen: „Ave Ma­ria – Lie­der für die See­le“be­inhal­tet ne­ben ei­ner Neu­auf­nah­me des „Ave Ma­ria“(dies­mal wie­der in A­Dur!) zwei Du­et­te – mit Mo­ni­ka Mar­tin („Wie dank­bar ich bin“) und Pfar­rer Jür­gen Flie­ge („Von gu­ten Mäch­ten“). Si­cher sein spi­ri­tu­ells­tes Al­bum und auch als ei­ne Art Dan­ke­schön an die himm­li­schen Mäch­te zu ver­ste­hen. Oh­ne den Glau­ben hät­te es der ge­bür­ti­ge Sprem­ber­ger wohl nicht ge­schafft, denn das Le­ben mein­te es nicht im­mer gut mit ihm. 1991 lösch­te ein Un­fall fast sein Le­ben aus. Zwei Mo­na­te lag der da­ma­li­ge LKW­Fah­rer im Ko­ma, er er­blin­de­te auf dem rech­ten Au­ge, ein Bein blieb steif. Doch trotz der kör­per­li­chen Be­ein­träch­ti­gung und an­schlie­ßen­der Ar­beits­lo­sig­keit gab Micha­el Hirte nie auf. 2000 wur­de er in Pots­dam Mit­glied der Bap­tis­ten­ge­mein­de. Ein gro­ßer Wan­del in sei­nem Le­ben. Den Le­bens­un­ter­halt ver­dien­te er sich – mehr schlecht als recht – als Stra­ßen­mu­si­kant. Doch dann kam sei­ne Teil­nah­me an der RTL­Cas­ting­show „Das Su­per­ta­lent“und mit sei­nem

Sieg wur­de al­les an­ders. Rück­bli­ckend be­trach­tet be­reut Micha­el Hirte sei­ne Teil­nah­me an der Sen­dung kei­nes­wegs: „Es war das Bes­te, was mir pas­sie­ren konn­te. Ich bin im­mer noch sehr dank­bar. Ins­be­son­de­re Dieter Boh­len, der von An­fang an an mich ge­glaubt hat.“Was wä­re, wenn er 2008 nicht bei „Das Su­per­ta­lent“mit­ge­macht und ge­won­nen hät­te? In ei­nem In­ter­view gab er zu: „Ich wür­de wahr­schein­lich im­mer noch auf der Stra­ße spie­len, um mei­nen Le­bens­un­ter­halt zu be­strei­ten, und wei­ter mit mei­ner 70­pro­zen­ti­gen Schwer­be­hin­de­rung um die Ren­te kämp­fen.“Doch die­ses Schick­sal ist ihm zum

Glück er­spart ge­blie­ben. Sein in­zwi­schen elf­tes Al­bum be­steht aus Lie­dern mit un­ge­wöhn­li­chem Tief­gang und gro­ßer Of­fen­heit. Zum Teil auf­ge­nom­men in Klös­tern („Hal­le­lu­jah“). Wenn Micha­el Hirte ei­nes vom Le­ben ge­lernt hat, dann das: „Es bringt nichts, sich zu ver­bie­gen. Man muss so sein wie man ist. Gott und Je­sus fra­gen auch nicht. Sie neh­men je­den so wie er ist. Kei­ner ist per­fekt.“

Kei­ne Be­rüh­rungs­ängs­te: Die Fans lie­ben ih­ren Micha­el für sei­ne Bo­den­stän­dig­keit

Das Glück mit sei­ner Frau Jen­ny zer­brach

nach acht Jah­ren

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