POR­TRAIT EI­NER LE­GEN­DE

IR­MA HOL­DER

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Ge­ra­de erst wur­de Ir­ma Hol­der der Deut­sche Mu­sik­au­to­ren­preis der Ge­ma in Form ei­nes No­ten­schlüs­sels ver­lie­hen. Patrick Lind­ner (58) brach­te ihn der Iko­ne des Schla­gers per­sön­lich vor­bei – nach Gär­trin­gen im Schwa­ben­land, wo die Ober­pfäl­ze­rin seit Lan­gem wohnt. Aus ih­rer Fe­der stammt näm­lich sein größ­ter Hit

„Die klei­nen Din­ge des Le­bens“. Wirk­lich un­glaub­lich, wie die ge­lern­te Bank­kauf­frau die deut­sche Mu­sik­land­schaft be­rei­chert hat. Sie schrieb be­rüh­ren­de Zei­len für al­le Gro­ßen in der Schla­ger­bran­che. Von Udo Jür­gens (O-Ton Ir­ma: „Mit dem ha­ben wir frü­her viel ge­fei­ert“) bis hin zu Ho­ward Car­pen­da­le („Hel­lo again“). Ab 1985 ar­bei­te­te sie fest mit dem Pro­du­zen­ten und Kom­po­nis­ten Je­an Frank­fur­ter (69) zu­sam­men. Das Er­geb­nis ih­rer ge­mein­sa­men, viel­fach preis­ge­krön­ten Ar­beit kann sich se­hen las­sen: Die Ka­s­tel­ru­ther Spat­zen, Ma­ri­an­ne und Micha­el, Ste­fa­nie Her­tel und He­le­ne Fi­scher zähl­ten zu ih­rer Kund­schaft. Ih­re Bi­lanz: mehr als 1.000 Ti­tel und 380 plat­zier­te Hits.

2008 ging die Tex­te­rin in den wohl­ver­dien­ten Ru­he­stand. Doch nach ei­ni­gen Jah­ren war es mit der „Ru­he“schon wie­der vor­bei. Denn 2016 er­hielt sie ei­nen An­ruf von Sän­ger und Pro­du­zent Ste­fan Moll (47). Grund des An­rufs war der Wunsch sei­nes Schütz­lings And­re Stey­er (25). Der New­co­mer woll­te un­be­dingt ei­nen neu­en Text von Ir­ma Hol­der sin­gen! Ma­na­ger Moll frag­te bei der äl­te­ren Da­me an – und die­se woll­te den be­gab­ten jun­gen Mann ger­ne ken­nen­ler­nen. Nach ei­nem Tref­fen im März 2016 war die Text­dich­te­rin so be­geis­tert, dass sie tat­säch­lich wie­der mit dem Schrei­ben an­fing. Ein­zi­ge Be­din­gung an Moll, des­sen Künst­ler­na­me üb­ri­gens Mau­rice Las­ar­te ist: „Aber die Mu­sik machst du!“Ste­fan zur STADLPOST: „Ei­ne Her­aus­for­de­rung, die ich ger­ne an­nahm.“Die ers­ten Ti­tel des neu­en Au­to­ren­teams „Som­mer­wind und Ster­nen­nacht“und „Je­de St­un­de oh­ne dich“wur­den für And­re Stey­er auch gleich zum Er­folg! Mit Spaß und oh­ne Druck ent­stan­den in die­ser lieb­ge­won­ne­nen Freund­schaft der bei­den Au­to­ren bis heu­te mehr als 70 neue Ti­tel. Ste­fan Moll: „Ir­ma spru­delt im­mer wie­der mit neu­en Ide­en, so­dass ich schon fast gar nicht mehr mit dem Kom­po­nie­ren hin­ter­her­kom­me.“

Und so­lan­ge es ihr ge­sund­heit­lich so gut geht, wird die le­ben­de Le­gen­de deut­scher Schla­ger­tex­te auch wei­ter flei­ßig ar­bei­ten. „Wenn mir nachts die Ein­fäl­le kom­men, ste­he ich auf, such mei­nen Blei­stift und schrei­be die Ide­en so­fort auf“, er­zähl­te sie in ei­nem Zei­tungs­in­ter­view. Ste­fan Moll

wird die Ar­beit al­so nicht aus­ge­hen!

Sie schrieb für al­le Gro­ßen der Schla­ger­bran­che. Auch mit 92 ist die Kult-Tex­te­rin noch vol­ler Ta­ten­drang!

Ir­ma Hol­der mit Ste­fan Moll. Der Sän­ger und Pro­du­zent mo­ti­vier­te die Rent­ne­rin da­zu, wie­der Tex­te zu schrei­ben

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