HOAMAT IS A GFÜHL

DIE SEER

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Kei­ne Fra­ge: Fred Jaklitsch (57) und sei­ne Seer sind un­trenn­bar mit dem Be­griff „Hoamat“ver­bun­den. Vor mehr als 20 Jah­ren hat der ge­bür­ti­ge Aus­se­er da­mit be­gon­nen, die­ses Ge­fühl rund ums „Da­ho­am“in sei­nen Lie­dern zu the­ma­ti­sie­ren. Da­mals war das The­ma lan­ge nicht so pou­lär wie heu­te. Jetzt nen­nen die acht Mun­d­art­Mu­si­ker Fred, Astrid, Sa­bi­ne, Wolf­gang, Jür­gen, Tom, Diet­mar und Da­ni­el ihr jüngs­tes Al­bum „Des olls is Hoamat“… Die STADLPOST woll­te mehr dar­über wis­sen und be­such­te Band­grün­der Fred da­heim. Der Öden­see, ein Wald­moor­see im Salz­kam­mer­gut. Ein klei­nes Na­tur­ju­wel. In ei­ner hal­ben St­un­de hat man das Ge­wäs­ser zu Fuß um­run­det. Fred hat uns die­sen Ort als Treff­punkt vor­ge­schla­gen. „Hoamat lässt sich zwar auch am Te­le­fon er­klä­ren. Aber das wä­re, wie auf ei­ner Wein­pro­be kei­nen Schluck neh­men zu dür­fen.“Für den Tag un­se­res In­ter­views ist Re­gen an­ge­sagt. „Das ist das Salz­kam­mer­gut. Da be­geg­net man dem Re­gen mit dem rich­ti­gen Ge­wand und ei­nem Schirm“, trös­tet der Gast­ge­ber. Re­gen! Manch­mal sanft, dann wie­der hef­ti­ger. Der See strahlt Ru­he aus. Zwei Jagd­hun­de tol­len durch das Un­ter­holz. Es ist an­ge­nehm still. Das Salz­kam­mer­gut ist die Hei­mat des Fred Jaklitsch. Er, der in den 80ern aus­ge­zo­gen war, um Pops­tar zu wer­den. Mit sei­ner Band „Joy“hat er es bis auf Büh­nen in Asi­en ge­schafft, wo die drei Aus­se­er ne­ben ho­hen Chart­Plat­zie­run­gen auch tau­sen­de krei­schen­de Te­enager vor sich sa­hen und ei­nen Ein­druck da­von be­ka­men, was sich im Kos­mos au­ßer­halb von Bad Aus­see so al­les tat. Ein­mal um die gan­ze Welt und re­tour. So lie­ße sich die da­ma­li­ge Pops­tar­Zeit des Fred Jaklitsch be­schrei­ben. Dann das Heim­kom­men in die Ver­traut­heit. Im Ge­päck viel von dem, was es da drau­ßen al­les an Rhyth­men und Sti­len gab. Bis heu­te ist die­se Ver­schmel­zung der mu­si­ka­li­schen Rich­tun­gen das Al­lein­stel­lungs­merk­mal der Seer. Da­zu Tex­te, die ein Ge­fühl von Ver­traut­heit ver­mit­teln. Oft ko­piert, nie er­reicht.

Von An­fang an spiel­te da­bei das Wort „Hoamat“ei­ne gro­ße Rol­le. Be­den­ken, die­sen Be­griff zu ver­wen­den, hat­te Jaklitsch nie. „Es ging und geht da­bei nie um Volks­tü­me­lei. Und auch wenn heu­te die Hei­mat im Mar­ke­ting von zig Pro­duk­ten be­müht wird, ist das al­les weit ent­fernt da­von, wie wir es mei­nen“, sagt er und weist auf den See. „Das ist Hoamat, das und der Ge­ruch des Wal­des im Re­gen, oder ein Schluck vom Hol­ler­saft, der mich in mei­ne Kind­heit zu­rück­be­amt. Hei­mat, das ist für mich ein Ort, wo ich den Bauch nicht ein­zie­hen muss …“Fred schmun­zelt. Doch ne­ben all der Iro­nie hat der Mann da­mit ab­so­lut recht. Hei­mat, das ist ein Platz, wo die ei­ge­ne Au­then­ti­zi­tät nicht erst her­vor­ge­holt wer­den muss. A Gfühl, koa Ge­gend. Der Mu­si­ker zur STADLPOST: „Sie ist aber auch ver­bun­den mit Land­flucht, Wirts­häu­sern, die zu­sper­ren, und Heim­weh, das man hat, wenn man sein Zu­hau­se ver­las­sen muss, weil es kei­ne Ar­beit gibt.“Und er er­gänzt: „Ich wüss­te zum Bei­spiel nicht, was mei­ne Kin­der nach ih­rer Aus­bil­dung hier ma­chen soll­ten. Aber des olls is Hoamat. Auch das Weg­ge­hen­müs­sen.“Und das ist auch, wo­rum es im neu­en Al­bum der „Seer“geht. Die Ge­schich­ten aus der Ver­gan­gen­heit, die un­trenn­bar mit dem Le­ben ver­bun­den sind, aber auch das Wan­dern auf ver­trau­ten We­gen.

Der Re­gen wird stär­ker. In ei­nem der Bä­che, die dem Öden­see Was­ser zu­füh­ren, ha­ben Men­schen St­ei­ne auf­ein­an­der­ge­sta­pelt. Sie ste­hen da, nicht für die Ewig­keit ge­macht. Die nächs­te Schnee­schmel­ze wird sie mit sich mit­rei­ßen.

Ist der Bach wie­der ru­hi­ger, wer­den sich wie­der Men­schen fin­den, die neue Türm­chen bau­en. Fred zeigt auf ein Holz­haus in der Fer­ne. Nach die­sem doch sehr phi­lo­so­phi­schen In­ter­view wen­den wir uns wie­der den exis­ten­zi­el­len Din­gen des Le­bens zu. Vor­schlag von Fred: „Jetzt ge­hen wir da ins Wirts­haus auf ei­ne Frit­ta­ten­sup­pe und nach­her ei­nen Kaf­fee. O.k.?“Ja ger­ne, denn gut es­sen ist schließ­lich auch Hei­mat. Im Ein­gangs­be­reich der Kohl­rö­serl­hüt­te lie­gen ver­schie­de­ne Fly­er aus. Ei­ner sticht be­son­ders her­vor: „Seer Open

Air in Grundl­see – 27. und 28. 7. 2018“. Fred er­zählt uns ein biss­chen was da­zu: „Um prä­zi­se zu sein: Des ist ,Da­ho­am auf der Zlo­am‘ und qua­si das SeerFa­mi­li­en­tref­fen. Aber jetzt lass ma die Sup­pe net kalt wer­den!“

Grün­dung der Seer 1996 in Fred Jaklitsch (l.) war vor der

in­ter­na­tio­nal er­folg­reich. den 80ern mit der Boy­band JOY

Hit „Touch by Touch“Er schrieb un­ter an­de­rem den

Klappt lei­der nicht mit Gi­tar­re-Üben: Main­coo­ne-Prin­zes­sin „Ami­lia“hat ih­ren

Tom fest im Griff

Glück­lich mit „Lou­ie“: Astrid ist jetzt Hun­de­ma­ma!

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