ER­WIN ASCHEN­WALD DER MANN AUS DEN BER­GEN

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Ei­nen wie ihn gibt’s kein zwei­tes Mal! Er­win Aschen­wald: Berg­bau­ern­bub, Klet­te­rer, Tisch­ler und Ba­de­meis­ter, ös­ter­rei­chi­scher Staats­meis­ter auf dem Ak­kor­de­on, Po­et, Phi­lo­soph und im Zil­ler­tal be­kannt wie ein bun­ter Hund. Der heu­te 64­Jäh­ri­ge hat die gan­ze Welt be­reist: mit In­dia­nern am Ama­zo­nas die Frie­dens­pfei­fe ge­raucht, in Süd­afri­ka auf ei­nem Strauß ge­rit­ten und US­Prä­si­den­ten die Hand ge­schüt­telt. 45 CDs hat er bis jetzt ver­öf­fent­licht,

700 Lie­der ge­schrie­ben so­wie ei­ne Au­to­bio­gra­phie ver­fasst. Und ei­nes ist klar: Oh­ne sei­ne Zil­ler­ta­ler Ber­ge wä­re der Mann mit dem prä­gnan­ten Ba­cken­bart nicht das, was er heu­te ist. Der STADLPOST zeig­te der Mu­si­ker, wel­che Or­te in sei­ner Hei­mat be­son­ders wich­tig für ihn sind und wa­ren. Wie et­wa das „Stil­lu­phaus“im gleich­na­mi­gen Stil­lupt­al. Ei­ne be­schei­de­ne Holz­hüt­te, in der Er­win mit sei­nen

El­tern und sei­nen fünf Ge­schwis­tern vie­le Jah­re ge­lebt hat. „Acht Som­mer hab ich auf der Hoch­alm ver­bracht, bin mor­gens um zwei auf­ge­stan­den, um im Frei­en die Küh’ zu mel­ken. Zur Schu­le wa­ren es vie­le Ki­lo­me­ter. Zeit für Schwim­men, Rad­fah­ren oder Fuß­ball war nicht. Aber da­für hab ich an­de­re Sa­chen ge­habt“, sagt der Mu­sik­vir­tuo­se. Ins­ge­samt 107 Mal ist die Fa­mi­lie da­mals um­ge­sie­delt – im Som­mer auf die Hüt­te, im Win­ter nach May­r­ho­fen. In­ne­re Kraft, Durch­hal­te­ver­mö­gen, der Wil­le, sei­nen Weg zu ge­hen – das hat ihn die­se Zeit ge­lehrt. Und so kam es auch, dass er sich als jun­ger Fa­mi­li­en­va­ter als Ba­de­meis­ter in May­r­ho­fen be­warb – oh­ne schwim­men zu kön­nen. „Die hiel­ten mich für ver­rückt. Ich hab dann so lan­ge trai­niert, bis ich fit für die Meis­ter­prü­fung war, und dann jah­re­lang im Frei­bad ge­ar­bei­tet“, er­in­nert sich Er­win mit ei­nem schel­mi­schen Lä­cheln. Auch als Künst­ler ist der Va­ter von fünf Kin­dern nie von sei­nem Kurs ab­ge­wi­chen. „Du musst Re­spekt ha­ben und Freu­de an dei­nem Tun. Dein Ta­lent nut­zen. Ich se­he mich nicht als Kom­po­nist, son­dern als Emp­fin­der. Ich emp­fin­de mei­ne Lie­der,

in­spi­riert von der Na­tur“, sagt Er­win. Er ist gern al­lein un­ter­wegs, kennt je­de Hüt­te, je­den Hö­hen­weg – ob Popp­berg­hoch­alm, Moo­seg­ge­ras­te, Klau­sen­alm im Zemm­grund oder Mug­ler-Kan­te. „Schön ist es auch wo­an­ders, aber das Rau­schen vom Bach, der Duft der Kräu­ter und der Ge­sang der Vö­gel ist bei uns be­son­ders be­ein­dru­ckend“, fin­det der Na­tur­freund. Im Tal ken­nen ihn al­le. Wenn die Zeit reicht, trinkt man zu­sam­men ein Stam­perl Meis­ter­wurz. Oder hält kurz ei­nen Plausch über Gott und die Welt. Zu sei­nem Hooo Ruck-Fest im Ok­to­ber strö­men je­des Jahr Tau­sen­de. Dann wird aus dem Berg­fex der wil­de Fied­ler und Ak­kor­de­on­spie­ler Er­win Aschen­wald, der ge­nau weiß, was die Volks­mu­sik-Fans hö­ren wol­len. Ja, er ist schon ein ganz ein ver­rück­ter Hund, der Mann aus den Ber­gen.

Am Brun­nen vor dem Stil­lu­phaus: Hier hat der Mu­si­kersei­ne Kind­heit ver­bracht

Oft darf bei Auf­trit­ten„der Chrisch­ti­an“mit auf die Büh­ne. Der Me­ga­Fan kann je­des Lied mit­sin­gen

Vom 4. bis 7. Ok­to­ber 2018 ge­hört der Ort May­r­ho­fen Er­win Aschen­wald und sei­nen „May­r­hof­nern“: Zum „Hooo­Ruck­Fest“wer­den wie­der un­zäh­li­ge Fans in der Er­leb­nis­sen­ne­rei Zil­ler­tal er­war­tet

Am Gr­ab der El­tern An­na und Jo­sef: Wenn die Zeit es ihm er­laubt, hilft Er­win sei­nem Freund Jo­hann bei der Ar­beit auf dem Wald­fried­hof May­r­ho­fen

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