WERNESGRÜNER MUSIKANTENSCHENKE SCHÖN WAR DIE ZEIT

Die mdr-Kult­show ist bis heu­te un­ver­ges­sen

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Von 1992 an bis zum un­ver­hoff­ten En­de 2011 war die „Wernesgrüner Musikantenschenke“die quo­ten­rei­che, volks­tüm­li­che Kult­sen­dung des MDR Fern­se­hens. Ma­cher die­ser Sen­dun­gen und Ide­en­schmied zugleich war Jo­chen Sei­ferth, der zu­sam­men mit sei­ner Ehe­frau, Sän­ge­rin Ma­nue­la Wolf, für ei­ne ein­zig­ar­tig fa­mi­liä­re Stim­mung wäh­rend der Auf­zeich­nun­gen sorg­te: „Un­se­re Fir­ma hieß ja des­halb auch ,Har­mo­ni­ka‘“, ver­rät Jo­chen Sei­ferth. „Har­mo­nisch soll­te die Stim­mung sein und ‚Har­mo­ni­ka‘, weil dies das meist­ge­spiel­te In­stru­ment in der Volks­mu­sik ist.“

Die Wernesgrüner Musikantenschenke war nicht nur beim Pu­bli­kum, son­dern auch bei den Sän­gern und Mu­si­kan­ten be­liebt und be­gehrt. Fast al­le Stars ga­ben sich ger­ne ein Stell­dich­ein im his­to­ri­schen Guts­hof der Wernesgrüner Braue­rei. Ein da­mals noch weit­hin un­be­kann­ter Sän­ger be­geis­ter­te die Zu­schau­er mit sei­nem ein­fühl­sa­men Lied „So liab hob i di“. „Die­ser Auf­tritt zählt zu mei­nen ers­ten Auf­trit­ten im TV“, er­in­nert sich Andre­as Ga­ba­lier: „Das wa­ren die An­fän­ge mei­ner Kar­rie­re.“Für das Mu­sik-Duo „Ma­ria & Mar­got Hell­wig“aus Reit im

Winkl wur­de die Wernesgrüner Musikantenschenke fast zur zwei­ten Hei­mat. „Mit Ma­nue­la und Jo­chen ha­ben Ma­mi und ich Freun­de fürs Le­ben ge­fun­den“, schwärmt rück­bli­ckend Mar­got Hell­wig. Und auch Marc Pir­cher freu­te sich je­des Mal, wenn es nach Wer­nes­grün ging: „Ja, ich war sehr oft in die­ser wun­der­ba­ren Volks­mu­sik­sen­dung. Es war im­mer toll, da­bei zu sein.“In die­ses Cre­do stimm­ten ger­ne re­gio­na­le

Künst­ler mit ein, weil sie ei­ne

Chan­ce be­ka­men, sich erst­mals im mdr-Fern­se­hen zu prä­sen­tie­ren. Als im Jah­re

2011 nach 185 Sen­dun­gen die Musikantenschenke un-

Sie be­grüß­ten über 3.500 Mu­si­kan­ten in 185 Sen­dun­gen: In ih­rem Ca­fé be­wah­ren Ma­nue­la und Jo­chen vie­le Er­in­ne­run­gen auf

ver­mit­telt ab­ge­setzt wur­de, war gu­ter Rat teu­er. Ein har­mo­ni­sches Team mit treu­en Mit­ar­bei­tern muss­te sich ei­ne neue Be­schäf­ti­gung su­chen. „Ma­nue­la und ich, wir hat­ten uns schon vor­her et­was um­ge­se­hen, ob uns ein gast­li­ches Haus even­tu­ell zu­sa­gen könn­te“, sagt Jo­chen: „Als wir ein Haus in der Kirch­gas­se 12 in Bad St­eben er­blick­ten, hat­ten wir uns so­fort da­rin ver­liebt.“Und so be­trei­ben Ma­nue­la Wolf und Jo­chen Sei­ferth seit 2012 dort das Ca­fé „Musikantenschenke“(www.har­mo­ni­ka.de). Ge­müt­li­cher kann ein Ca­fé kaum sein! „Vie­le Ge­gen­stän­de und Er­in­ne­run­gen aus un­se­ren Fern­seh­sen­dun­gen, wie hand­werk­li­che Er­zeug­nis­se aus dem Erz­ge­bir­ge, dem Vogt­land und aus Thü­rin­gen sind in wech­seln­den Prä­sen­ta­tio­nen bei uns aus­ge­stellt“, sagt Ma­nue­la. Ein wah­rer Schatz an hand­werk­li­chen Mi­nia­tu­ren, die die Gäs­te ne­ben Ku­chen­spe­zia­li­tä­ten und def­ti­gen Köst­lich­kei­ten wie „Feld­giecker“aus dem Eichs­feld, erz­ge­bir­gi­sche Speck­fett­bemm, Thü­rin­ger Matsch­ku­chen oder vogt­län­di­sche Kar­tof­fel­supp be­stau­nen kön­nen.

Da­zu passt idea­ler­wei­se ein Wernesgrüner Pils! Und auch zu klei­nen Ver­an­stal­tun­gen la­den Ma­nue­la und Jo­chen ih­re Gäs­te an man­chen Sams­ta­gen ein. So bleibt we­nigs­tens in

Bad St­eben das Flair der Mu­sik-Kult­sen­dung in le­ben­di­ger Er­in­ne­rung. Ste­phan Malz­dorf ■

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