WOASST ES NOCH? ERNST MOSCH

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Der im No­vem­ber 1925 in Zwo­dau/ Tsche­cho­slo­wa­kei ge­bo­re­ne und im Mai 1999 in Ger­ma­rin­gen ver­stor­be­ne Ernst Mosch ist als „Kö­nig der Blas­mu­sik“in die Mu­sik­ge­schich­te ein­ge­gan­gen. 1956 grün­de­te er „Die Eger­län­der Mu­si­kan­ten“, be­nann­te sie 1958 in „Die Ori­gi­nal Eger­län­der Mu­si­kan­ten“um. „Er war ein sehr ge­wis­sen­haf­ter Band­lea­der, der im­mer gut vor­be­rei­tet war“, er­in­nert sich Ernst Hut­ter, der bei ihm im Orches­ter 14 Jah­re lang als Te­nor­hor­nist ge­spielt hat. „Und ge­nau das hat er zu Recht auch von sei­nen Mu­si­kern ver­langt. Ernst Mosch hat sei­ne Zie­le mit Ehr­geiz und kla­rem Ziel ver­folgt, der Er­folg gab ihm im­mer recht.“In Mu­si­ker­krei­sen war Mosch al­ler­dings auch be­rühmt-be­rüch­tigt für sei­ne Wut­an­fäl­le. „Tem­pe­ra­ment und ein ei­gen­wil­li­ger Cha­rak­ter sind Vor­aus­set­zung für Mu­si­ker mit Ver­ant­wor­tung. Der Füh­rungs­stil war da­mals eben ein kom­plett an­de­rer“, so Hut­ter im In­ter­view mit der STADLPOST. „Aber ich ha­be Ernst Mosch auch als gü­ti­gen und sehr hu­mor­vol­len Men­schen ken­nen­ge­lernt.“Die Grün­de für die un­ge­mei­ne Po­pu­la­ri­tät des Ori­gi­nal Eger­län­der-Sounds bringt Hut­ter wie folgt auf den Punkt: „Ei­ne qua­li­täts­vol­le Mu­sik, so­wohl in­halt­lich wie auch von der In­ter­pre­ta­ti­on auf die Büh­ne ge­bracht, hat im­mer Er­folg.“ Es sei über­haupt nicht ver­mes­sen, Ernst Mosch als ech­ten Welt­star zu be­zeich­nen. „Zu sei­ner ak­ti­ven Zeit war er als Mu­si­ker, Band­lea­der, Kom­po­nist, Ar­ran­geur und Di­ri­gent, aber auch als cha­ris­ma­ti­sche Per­sön­lich­keit ge­nau dies. Er hat Ge­ne­ra­tio­nen von Mu­si­kern und Zu­hö­rern in­spi­riert. Je­mand, der wie er über 43 Jah­re so gut im Mu­sik­ge­schäft mit­ge­mischt hat, wird für im­mer ei­ne Le­gen­de sein.“

Der viel zu frü­he Tod sei­ner Du­ett-Part­ne­rin Sän­ge­rin Bar­ba­ra Ro­sen 1986 sei für Ernst Mosch „ein men­sch­li­ches wie mu­si­ka­li­sches Dra­ma“ge­we­sen. Aber die Show muss­te wei­ter­ge­hen, wes­we­gen er sich sehr pro­fes­sio­nell um ei­ne Nach­fol­ge­rin (Hel­ga Rei­chel) ge­küm­mert hat.

Zu­dem litt Mosch sehr dar­un­ter, dass es ihm zeit­le­bens ver­wehrt war, in sei­ner Hei­mat – dem Eger­land – zu mu­si­zie­ren. Erst 2010 gab das Orches­ter un­ter der Lei­tung von Ernst Hut­ter in Eger (tsche­chisch: Cheb) sein ers­tes Kon­zert. „Es war für mich ei­ne gro­ße Eh­re, mit den ‚Eger­län­der Mu­si­kan­ten – Das Ori­gi­nal‘ dies für ihn nach­zu­ho­len“, so Hut­ter. „Es ist schon toll ge­we­sen, mit un­se­rer Ge­ne­ra­ti­on von ‚Eger­län­der Mu­si­kan­ten‘ et­was zu ma­chen, was der Vor­gän­ger-Ge­ne­ra­ti­on lei­der ver­wehrt blieb. Die po­li­ti­schen Um­stän­de nach dem Zwei­ten Welt­krieg und die wei­te­ren Fol­gen dar­aus ha­ben es ihm lei­der nicht mög­lich ge­macht. Si­cher hat er ge­nau­so dar­un­ter ge­lit­ten, sei­ne Hei­mat ver­lo­ren zu ha­ben, wie an­de­re Men­schen, die flie­hen müs­sen oder ver­trie­ben wer­den.“Das letz­te Kon­zert der Ori­gi­nal Eger­län­der Mu­si­kan­ten un­ter der Lei­tung von Ernst Mosch fand am 26. April 1998 im Cir­cus Kro­ne-Bau in Mün­chen statt. „Mu­si­kan­ten­stolz“, sagt Ernst Hut­ter, „ist mehr als nur ei­ne Pol­ka oder ein Tour­nee­mot­to. Es ist ein Le­bens­ge­fühl. Wenn Mu­si­kan­ten mit Hin­ga­be und En­ga­ge­ment an ih­rer Mu­sik und de­ren Qua­li­tät ar­bei­ten, wer­den sie im­mer für ein Pu­bli­kum spie­len kön­nen, das ih­re Mu­sik schätzt.“Und Ernst Mosch ha­be sei­nen Mu­si­kern im­mer wie­der ein­ge­trich­tert: „Mu­sik ist das Schöns­te auf der Welt, und Mu­si­kant zu sein, ist ein Se­gen Got­tes.“■

Über vier Jahr­zehn­te präg­te die Mu­sik von Ernst Mosch und sei­nen Eger­län­dern die volks­tüm­li­che Mu­sik­land­schaft

1999, nur ein Jahr nach sei­nem letz­ten Auf­tritt, ver­starb der Aus­nah­me-Mu­si­ker

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