DORFROCKER „WIR PASSEN IN KEI­NE SCHUBLADE“

Stadlpost - - Stadl Inhalt -

Auch die Gro­ßen fan­gen meis­tens ganz klein an. Wie et­wa die „Dorfrocker“aus dem un­ter­frän­ki­schen Land­kreis Haß­ber­ge. Denn der Groß­va­ter war ihr ers­ter „Ma­na­ger“und För­de­rer. „Opa Ed­mund war qua­si un­ser ers­ter Pro­mo­ter, der uns auch zu Auf­trit­ten be­glei­tet hat. Er war im­mer ganz be­son­ders stolz, dass sei­ne Jungs zu­sam­men Mu­sik ma­chen. Schon, als wir als Kin­der mit Ak­kor­de­on und Teu­fels­gei­ge ers­te klei­ne­re Auf­trit­te hat­ten, hat er uns hin­ge­fah­ren. Zum Bei­spiel nach Ro­then­burg ob der Tau­ber“, er­zählt To­bi­as der STADLPOST. Lei­der ver­starb Opa Ed­mund 2009. Auch die Mut­ter der drei jun­gen Wil­den war lan­ge Zeit ak­tiv beim Kar­rie­re-An­schie­ben da­bei: „Sie hat uns mehr als 20 Jah­re je­de Wo­che – teil­wei­se mehr­mals – ins 20 Ki­lo­me­ter ent­fern­te Bam­berg ge­fah­ren. Dort hat­ten wir al­le drei Un­ter­richt an der städ­ti­schen Mu­sik­schu­le“, so To­bi. Doch das fa­mi­liä­re En­ga­ge­ment hat sich ge­lohnt. Die „Dorfrocker“tra­ten 2007 erst­mals an, um in Florian Sil­be­rei­sens ARD-Sams­tag­abend­show mit Chucks, Le­der­ho­se und E-Gi­tar­re in der Volksmusik-Schlager-Welt für Auf­se­hen zu sor­gen. Sie wur­den schnell zu Vor­rei­tern ei­ner ganz neu­en Spar­te, die als „Neue deut­sche Volksmusik“plötz­lich frech, se­xy und cool da­her kam. Ihr Song „Dorf­kind“wur­de zum Kul­t­hit, der mitt­ler­wei­le land­auf, land­ab ge­sun­gen wird. Der Lohn der Mü­he: ei­ne ECHO-No­mi­nie­rung!

Nach zwei er­folg­rei­chen Al­ben in den

TOP 10 der deut­schen Al­bum Charts le­gen die Dorfrocker nun nach – mit ih­rem neus­ten Werk „Hal­lo Al­le Mann“. Das neun­te Al­bum in­ner­halb von elf Jah­ren! Ne­ben den weit über 120 Auf­trit­ten pro Jahr (so­gar in Ame­ri­ka!) – ha­ben sich die Jungs für ihr neu­es Al­bum so­viel Zeit ge­nom­men, wie noch für kei­nes zu­vor. Das merkt man der Schei­be auch an. Und auch, dass die drei ei­ner­seits sich selbst treu geblieben sind, aber auch mit der Zeit ge­hen. „Ich weiß, wo mei­ne Wurzeln sind“sin­gen sie zum Bei­spiel und zei­gen da­mit gleich­zei­tig, wie man im Jahr

2018 tra­di­tio­nel­le Wer­te wie Hei­mat mit mo­der­nen Beats ver­eint. Die­se Mi­schung ist da­bei so ori­gi­nell, dass sie in kei­ne Schublade passt. Was die Dorfrocker ma­chen, das ma­chen sie mit Herz­blut. Und was sie be­sin­gen, das ist durch­drun­gen von ei­nem po­si­ti­ven Le­bens­ge­fühl. Ab und an ge­spickt mit ei­ner gu­ten Por­ti­on Au­gen­zwin­kern und „Nicht-zu-ernst­neh­men“. Denn auch das ge­hört für die wil­de Fran­ken-Trup­pe ein­fach da­zu!

Par­ty­rock oder Schla­ger­punk?Egal, die frän­ki­schen Brü­der Mar­kus, To­bi­as und Phi­lip(v. l.) mi­schen die Volksmusik auf!

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.