WAL­TER SCHOLZ BE­GEG­NUN­GEN SEI­NES LE­BENS

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Ein Tref­fen mit Wal­ter Scholz dau­ert meist län­ger. Und ist un­ter­halt­sa­mer als je­der Ki­no-Block­bus­ter. Denn die­ser Mann ver­fügt über ein un­er­schöpf­li­ches Re­ser­voir an span­nen­den Ge­schich­ten. 80 Jah­re pral­les Le­ben – vol­ler Mu­sik, vol­ler Glücks­mo­men­te, Schick­sal­schlä­ge, Ko­mö­di­en und Dra­men. Von vie­len Weg­be­glei­tern muss­te er sich schon ver­ab­schie­den. Wie zum Bei­spiel von Karl Moik. „Sei­ne Frau Edith be­kam da­mals ei­ne SMS von ei­nem ORF-Re­dak­teur, dass Karl beim ,Mu­si­kan­ten­stadl‘ raus ist. Zu die­sem Zeit­punkt wa­ren sie und ihr Mann ge­ra­de beim Köl­ner Kar­ne­val. Als Karl die Nach­richt las, wink­te er nur kurz ab. Aber kurz dar­auf fiel er ein­fach um“, er­zählt Wal­ter Scholz. Es folg­ten By­pass-Ope­ra­tio­nen und spä­ter ein wei­te­rer Zu­sam­men­bruch. Von die­sem Schock hat sich die Mo­de­ra­to­ren-Le­gen­de wohl nie mehr er­holt.

Der Grün­der des Mu­si­kan­ten­stadl starb 2015. „Karl wünsch­te sich, dass ich auf sei­ner Be­er­di­gung sein Lieb­lings­lied ,Il Si­lenzio‘ spie­le. Das hat da­mals aber nicht ge­klappt, denn die Trau­er­fei­er fand im engs­ten Fa­mi­li­en­kreis statt. Ich will es aber un­be­dingt noch nach­ho­len und ihm sein Lied am Gr­ab spie­len – wenn das geht“, so die Trom­pe­ten-Le­gen­de. Ei­ne be­son­ders au­ßer­ge­wöhn­li­che Be­geg­nung hat­te er vor vier Jah­ren: Er traf Papst Fran­zis­kus bei ei­ner Pri­vat­au­di­enz im Va­ti­kan und spiel­te auf dem Flü­gel­horn drei Lie­der für ihn, dar­un­ter auch das „Ave Ma­ria“. „Er kam da­nach auf mich zu und sag­te ,Grüß Gott,

Herr Scholz. Ich ha­be mich im In­ter­net über sie schlau ge­macht. Und ich lie­be ih­re Mu­sik‘. Das hat mich um­ge­hau­en!“Ei­gens für den Hei­li­gen Va­ter hat­te der Mu­si­ker zu­vor die CD „Sa­kra­le Hits“auf­ge­nom­men und ihm das Al­bum nach dem Auf­tritt über­reicht. „Er be­dank­te sich mehr­mals. Ein sehr be­we­gen­der Mo­ment. Nor­ma­ler­wei­se dau­ert ei­ne Au­di­enz nur ganz kurz, aber er nahm sich fünf Mi­nu­ten Zeit, um mit mir zu plau­dern“, sagt Wal­ter Scholz sicht­lich ge­rührt.

Ei­ne „Au­di­enz“der et­was an­de­ren Art gab es bei der Ge­burts­tags-Par­ty von TRIGEMA-Chef Wolf­gang Grupp. Wal­ter Scholz spiel­te ihm ein Ständ­chen und lern­te dann das be­rühm­te Wer­be­mas­kott­chen, den TRIGEMA-Af­fen, ken­nen. „Ich dach­te, äl­te­re Schim­pan­sen nei­gen zur Ag­gres­si­vi­tät. Aber er war ganz lieb. Nor­ma­ler­wei­se darf nie­mand mei­ne Trom­pe­te an­fas­sen, aber er drück­te ganz sanft auf die Ven­ti­le.“Ei­gent­lich müss­te man ein Buch schrei­ben, denn Wal­ter Scholz ist qua­si ein wan­deln­der Zeit­zeu­ge der Mu­sik! Ei­nes sei noch er­wähnt: Im Ok­to­ber er­hielt er die höchs­te Aus­zeich­nung vom deut­schen Blas­mu­sik­ver­band, die man über­haupt be­kom­men kann. Herz­li­chen Glück­wunsch auch von uns!

Le­gen­den un­ter sich:Chor­lei­ter Gott­hilf Fi­scher gra­tu­lier­te im April sei­nem Freund Wal­ter zum 80. Ge­burts­tag in Bi­schofs­ho­fen mit ei­nem schö­nen Chor­lied

„Er war lieb, drück­te ganz sanft auf die Ven­ti­le“: Wal­ter und der TRIGEMA-Af­fe

„Grüß Gott, Herr Scholz!“2014 bei ei­ner Pri­vat­au­di­enz bei PapstFran­zis­kus

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„Wal­ter, spiel mir ,Il si­lenzio‘ am Gr­ab“: Das wünsch­te sich Karl Moik kurz vor sei­nem Tod

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