WOASST ES NOCH? GERHARD WENDLAND

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Auch wenn Gerhard Wendland 16 Sing­le-Hits (inkl. ei­nes Du­ett-Ti­tels mit Vi­vi Bach) in den deut­schen Charts vor­wei­sen kann, so ist es doch vor al­lem der „Mit­ter­nachts-Tan­go“, der ihn un­sterb­lich mach­te. In­so­fern war „Tan­ze mit mir in den Mor­gen“für den ge­bür­ti­gen Ber­li­ner Fluch und Se­gen zu­gleich. Ei­gent­lich woll­te er Opern­sän­ger wer­den, star­te­te dann aber mit dem Ti­tel „Du warst für mich der schöns­te Traum“ei­ne Kar­rie­re als Schla­ger­sän­ger, die durch den zwei­ten Welt­krieg jäh un­ter­ge­bro­chen wur­de. 1947 ge­lang ihm via Bu­ka­rest die Flucht nach Ber­lin. 1951 lan­de­te er mit „Das ma­chen nur die Bei­ne von Do­lo­res“ei­nen der Hits des Jah­res. 1960 be­leg­te er mit „Al­le Wun­der die­ser Welt“den drit­ten Platz beim deut­schen Vor­ent­scheid zum Eu­ro­vi­si­on Song Con­test. Wei­t­aus we­ni­ger Er­folg war ihm 1964 mit „Wo­hin ist der Som­mer“be­schie­den. Im glei­chen Jahr sang er das Lied zur ARD-Fern­seh­lot­te­rie: „Bald klopft das Glück auch mal an dei­ne Tür“. „Tan­ze mit mir in den Mor­gen“(1961) konn­te sich sa­ge und schrei­be 46 Wo­chen in den deut­schen Sing­le-Charts be­haup­ten. Zu sei­nem 1962-er Hit „Schläfst du schon?“gibt es die An­ek­do­te, ein Por­tier ha­be bei ei­ner Vor­stel­lung in Zü­rich laut durch den Saal ge­ru­fen „Ja, wenn du noch lan­ge so wei­ter­machst, schon!“Als er 1969 mit „Liebst du mich?“bei der ers­ten „ZDF-Hit­pa­ra­de“ins Ren­nen ging, wirk­te er im Ver­gleich zu sei­nen deut­lich jün­ge­ren Künst­ler­kol­le­gen fast schon fos­sil. Wendland war lei­den­schaft­li­cher Fan von Bo­rus­sia Dort­mund und bei Spie­len sei­nes Lieb­lings-Clubs oft auf der Tri­bü­ne zu Gast. Ein Come­back-Ver­such

1984 mit dem sehr an „Tan­ze mit mir in den Mor­gen“an­ge­lehn­ten „Ball der ein­sa­men Her­zen“miss­glück­te. Doch dem Mit­ter­nachts-Tan­go sei Dank war sein Kühl­schrank bis zu­letzt stets gut ge­füllt. Gerhard Wendland spiel­te auch in 16 Fil­men mit. Im Ju­ni 1996 starb der Sän­ger im Al­ter von 80 Jah­ren in sei­nem Haus bei Mün­chen. Er ist auf dem Fried­hof Mün­chen-Riem be­gra­ben.

Der Sän­ger war ein biss­chen ei­tel: Gerhard Wendland mach­te sich zeit­le­bens ger­ne fünf Jah­re jün­ger

Zwei Le­gen­den der deut­schen Un­ter­hal­tungs­mu­sik: Wendland mit Kom­po­nist und Vio­lo­nist Hel­mut Zacha­ri­as

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