Vie­le Mit­strei­ter keh­ren Ma­crons Par­tei den Rü­cken

Vorarlberger Nachrichten - - Politik -

PA­RIS Kurz vor ei­nem wich­ti­gen Par­tei­tag gibt es Un­ru­he in der Par­tei des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Em­ma­nu­el Ma­cron. Aus Pro­test ge­gen zu we­nig in­ter­ne De­mo­kra­tie wol­len laut ei­nem Be­richt des Sen­ders Fran­ce­info rund 100 Mit­glie­der die Par­tei La Ré­pu­bli­que En Mar­che ver­las­sen. Die­se „be­lei­di­ge die fun­da­men­ta­len Prin­zi­pi­en der De­mo­kra­tie“mit Struk­tu­ren wie im An­ci­en Ré­gime der ab­so­lu­tis­ti­schen Kö­ni­ge, heißt es in ei­ner Stel­lung­nah­me der „100 De­mo­kra­ten“, wie die Grup­pe sich nennt.

Ein Par­tei­tag von La Ré­pu­bli­que En Mar­che (LREM) soll am Sams­tag den bis­he­ri­gen Re­gie­rungs­spre­cher und Ma­cron-Ver­trau­ten Chris­to­phe Cas­ta­ner zum Par­tei­chef wäh­len. Ei­nen Ge­gen­kan­di­da­ten gibt es nicht. Die Kri­ti­ker be­män­geln un­ter an­de­rem, dass kei­ne Ur­wahl vor­ge­se­hen war und dass Mit­glie­der oh­ne Amt nur per Zu­falls­prin­zip ein Stimm­recht auf dem Par­tei­tag be­kom­men konn­ten. Die Mehr­heit der Stimm­be­rech­tig­ten im so­ge­nann­ten Na­tio­nal­rat sind Par­la­men­ta­ri­er und an­de­re Man­dats­trä­ger. Ma­cron hat­te LREM erst im Früh­jahr 2016 ge­grün­det und als po­li­ti­sche Be­we­gung po­si­tio­niert, die mit tra­di­tio­nel­len Par­tei­struk­tu­ren bre­chen soll­te und sich „we­der rechts noch links“ver­or­tet. Nach schwung­vol­len Wahl­kämp­fen und den gro­ßen Er­fol­gen der Prä­si­dent­schafts- und Par­la­ments­wah­len geht es nun dar­um, die jun­ge Mehr­heits­par­tei zu fes­ti­gen.

Ei­ne Lis­te der 100 Kri­ti­ker ver­öf­fent­lich­te Fran­ce­info nicht. Dem Sen­der zu­fol­ge han­delt es sich über­wie­gend um Ba­sis­mit­glie­der, Kom­mu­nal­po­li­ti­ker und lo­ka­le Par­tei­ver­ant­wort­li­che. Sie woll­ten am Frei­tag ge­schlos­sen ih­ren Aus­tritt er­klä­ren. LREM hat nach ei­ge­nen An­ga­ben über 380.000 Mit­glie­der.

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