Trotz Fuß­fes­sel wie­der Straf­ta­ten be­gan­gen

27 Mo­na­te Haft für Feld­kir­cher, der sei­ne Freun­din ein­sperr­te.

Vorarlberger Nachrichten - - Vorarlberg -

FELD­KIRCH. „Es ist doch un­fass­bar und so et­was är­gert mich“, führt Rich­ter Mar­tin Mit­te­reg­ger beim Pro­zess am Lan­des­ge­richt ge­gen ei­nen Feld­kir­cher in der Ur­teils­be­grün­dung aus.

Der vier­fach Vor­be­straf­te hat zwei Be­wäh­rungs­stra­fen von ins­ge­samt 15 Mo­na­ten of­fen und wur­de am ers­ten März mit Fuß­fes­sel be­dingt ent­las­sen. Schon ei­nen Mo­nat spä­ter gab es ei­ne gan­ze Lis­te von neu­en Straf­ta­ten. Be­gan­gen aus Ei­fer­sucht ge­gen­über sei­ner 22-jäh­ri­gen da­ma­li­gen Freun­din.

Die hüb­sche An­ge­stell­te pfleg­te re­gen Kon­takt zu an­de­ren Be­kann­ten und auch mit ih­rem Ex-Freund ver­band sie ein freund­schaft­li­ches Ver­hält­nis. Das lös­te bei dem jun­gen Maurer im­mer wie­der Ei­fer­suchts­an­fäl­le aus. Sein Ver­hal­ten wur­de im­mer gro­ber, ra­bia­ter und mach­te der jun­gen Frau zu­neh­mend Angst.

Ge­ohr­feigt und be­droht

Wie­der ein­mal hat­te sich Frust in dem Hand­wer­ker auf­ge­staut. Er be­stand dar­auf, das Han­dy der Freun­din zu kon­trol­lie­ren. Die woll­te ihm den Co­de nicht preis­ge­ben, die Si­tua­ti­on es­ka­lier­te. „Er knie­te sich im Bett auf mich und gab mir zwei kräf­ti­ge Ohr­fei­gen. Ei­ne rechts und ei­ne links. Ich hat­te zwei Ta­ge lang Schmer­zen“, er­zählt die Zeu­gin. Als sie wein­te und schrie, drück­te er ihr das Kis­sen auf den Mund. „Ich be­kam trotz­dem Luft, es dau­er­te auch nur ganz kurz“, zeigt sie sich be­müht, dem An­ge­klag­ten nichts Fal­sches zu un­ter­stel­len. „Mein Man­dant weiß, dass er sich falsch ver­hal­ten hat, aber in die­ser Be­zie­hung ging es im­mer wie­der hoch her“, setzt sich Ver­tei­di­ger Manuel Dietrich für sei­nen Man­dan­ten ein.

Blind vor Wut

In der Woh­nung de­mo­lier­te der Zor­n­ent­brann­te ei­ni­ges. Die Kü­chen­uhr ging zu Bruch, zwei Tü­ren wur­den be­schä­digt, ein Stuhl auf den Bo­den ge­schla­gen. Den Scha­den zog der Ver­mie­ter der jun­gen Da­me von der Kau­ti­on ab. „Wenn du sagst, was wirk­lich pas­siert ist, wirst du was er­le­ben“, war ei­ne sei­ner Dro­hun­gen. Der Mann ließ die Frau nicht aus der Woh­nung, sie ver­such­te al­les, um ihn zu be­schwich­ti­gen.

Als sie über die Ter­ras­se flie­hen woll­te, hielt er sie grob fest und biss ihr der­art in den Arm, dass man den Zahn­ab­druck und ei­ne Schwel­lung sah. Trotz Kon­takt­ver­bots tauch­te der Mann am Ar­beits­platz des Op­fers auf, über­rasch­te sie am Bahn­hof und zog ihr die Ohr­stöp­sel aus dem Ohr, stän­dig fürch­te­te sie Unan­nehm­lich­kei­ten.

Doch vor­erst wan­dert der Mann für zu­sätz­li­che zwölf Mo­na­te hin­ter Git­ter. In Sum­me al­so für 27 Mo­na­te. Dem Op­fer schul­det er 800 Eu­ro. Das Ur­teil ist nicht rechts­kräf­tig. EC

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