Wech­sel­spiel der Emo­tio­nen

In ih­rem Tanz­so­lo „To­day“spielt Lau­rence Ya­di mit ver­bor­ge­nen Ge­füh­len.

Vorarlberger Nachrichten - - Kultur -

DORNBIRN Die zier­li­che Frau steht re­gungs­los auf der Büh­ne. Ihr Kopf ist leicht ge­senkt. Die Mu­sik setzt ein und sie fängt mit zu­cken­den Be­we­gun­gen an zu tan­zen.

Ya­dis Tanz­so­lo „To­day“wur­de nun im Rah­men des „Tanz ist“-Fes­ti­vals am Spiel­bo­den in Dornbirn erst­mals in Ös­ter­reich auf­ge­führt. Es ist das ers­te So­lo der 45-jäh­ri­gen Fran­zö­sin seit der Grün­dung der Com­pa­gnie 7273, in der sie mit ih­rem Part­ner Ni­co­las Can­til­lon (46) im Du­ett tanzt. Zu­letzt war das Paar im Jahr 2014 mit „Lis­ten & Watch“beim „Tanz ist“-Fes­ti­val in Dornbirn zu Gast.

Ara­bi­scher Ein­fluss

Die Stil­rich­tung der Tän­ze­rin und Mit­be­grün­de­rin der Gen­fer Com­pa­gnie 7273 ist stark von „Maqam“be­ein­flusst, ei­nem Mu­sik­mo­dus aus dem ara­bi­schen Raum mit be­stimm­ten Zu­sam­men­klän­gen und Me­lo­die­ab­läu­fen. In ih­rem sehr per­sön­li­chen Werk „To­day“ent­führt Lau­rence Ya­di ihr Pu­bli­kum auf fas­zi­nie­ren­de Wei­se in ei­ne Welt vol­ler ge­heim­ge­hal­te­ner Emo­tio­nen. Die So­lo­per­for­mance ist ein Wech­sel­spiel von rhyth­mi­schen Mus­kel­kon­trak­tio­nen und flie­ßen­den Be­we­gun­gen. Die Mi­mik der Tän­ze­rin ist wäh­rend der ge­sam­ten Vor­stel­lung kon­zen­triert und bei­na­he wie in Tran­ce.

Die Mu­sik für das Tanz­so­lo schuf der ägyp­ti­sche Kom­po­nist Mau­rice Lou­ca. Die schnel­ler wer­den­den rhyth­mi­schen Klän­ge von Glo­cken, Trom­meln und Per­cus­sion er­in­nern an die ri­tu­el­len Zaar-Tän­ze, mit de­nen sich vor al­lem Frau­en von psy­chi­schen Lei­den oder bö­sen Geis­tern be­frei­ten. Es scheint, als wür­de die Mu­sik die Tän­ze­rin in den Bann zie­hen. Auch die von Ur­su­la De­gen kre­ierten un­ter­schied­li­chen Licht­stim­mun­gen un­ter­strei­chen die ma­gne­ti­sche Büh­nen­prä­senz.

Durch­ge­hen­de Kör­per­span­nung

Ge­gen En­de des Tan­zes wird die Mu­sik lang­sa­mer und es sind im­mer we­ni­ger In­stru­men­te im Ein­satz. Die durch­ge­hen­de Kör­per­span­nung der Künst­le­rin scheint ein Kraft­akt zu sein, wes­we­gen die Per­for­mance nur 45 Mi­nu­ten dau­ert. Plötz­li­che Stil­le. Man hört nur noch ih­ren Atem. Ya­di steht wie­der re­gungs­los auf der Büh­ne. Ihr Kopf ist leicht ge­senkt. VN-GAS

SPIEL­BO­DEN/BATARDON

Die fran­zö­si­sche Tän­ze­rin Lau­rence Ya­di gab in Dornbirn ein Wech­sel­spiel von rhyth­mi­schen Im­pul­sen und flie­ßen­den Be­we­gun­gen zum Bes­ten.

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