Klaus Luettgen -www.rock­theroads.de

Westcoast German News - - Table Of Contents - Mehr ue­ber Klaus - In­spiri­ert von den Beschrei­bun­gen Robert Ser­vice, Jack Lon­don und an­deren Buchau­toren, träumte er schon als kleiner Junge davon, eines Tages Canada und Alaska zu bereisen. Es soll­ten aber noch viele Jahre verge­hen bevor sich Klaus 1998

Meine Mut­ter Grete Hed­wig, ge­borene Maass, kam am 25.9. 1920 in Usch, dem heuti­gen Uj­scie zur Welt. Sie gehörte zu den Mil­lio­nen Flüchtlin­gen, die damals zu Zeiten des 2. Weltkrieg aus ihrer Heimat ver­trieben wur­den. Jahre später in Köln lernte sie meinen Vater Karl Lüttgen ken­nen, die bei­den heirateten und beka­men 3 Kinder, Karl-Di­eter, Mar­git und mich. Ich selbst bin am 12.12.1958 ge­boren und habe meine Mut­ter kaum gekannt, weil sie nach sch­w­erer Krankheit lei­der bere­its 1963 ver­starb. So kann ich mich nur schemen­haft daran erin­nern, dass sie mir mal die Schuhe gebun­den hatte... Diese kleine Erin­nerung an meine Mut­ter blieb und hat mich sei­ther nie los­ge­lassen. Als kleiner Junge schon sah ich oft Filme im Fernse­hen über die "alte Heimat" in West- und Ost­preußen und jedes mal ver­spürte ich den Drang und die tiefe Sehn­sucht in mir, dort ein­mal hinzuge­hen. So vergin­gen viele Jahre... Am Oster­mon­tag dieses Jahres habe ich mich dann vom Köl­ner Dom aus zu Fuß auf den Weg gemacht. Mit 20 kg Gepäck auf dem Rücken bin ich zurück­ge­gan­gen in die "alte Heimat" Ich wollte nach­spüren was in den Men­schen vorge­gan­gen sein mag, die mit dem Weni­gen was ih­nen übrig blieb, meist zu Fuß, ihre Heimat ver­lassen mussten. Über das Ber­gis­che Land, durch Hessen, den Brocken im Harz, durch Sach­sen An­halt, Bran­den­burg gelangte ich nach Ber­lin. Die Grenze zu Polen über­schritt ich über den Oder-Fluss bei Mescherin. Weiter an der baltischen Küste ent­lang marschierte ich durch die Kaschubei und Ma­suren. Viele Men­schen sind mir auf meinem lan­gen Weg nach Hause begeg­net und Deutsche wie Polen haben mich bei meiner Spuren­suche un­ter­stützt und mir fre­undlich weit­erge­holfen! Auf manchen Be­suchen bei den deutschen Min­der­heiten in Polen, haben mir die Äl­teren unter ih­nen von den Wir­ren des Krieges und dem Kampf zu über­leben erzählt. Nach 3 Monaten und 1.776 km er­re­ichte ich mit Goldap die rus­sis­che Grenze. Ab hier fuhr ich mit Bus und Bahn nach Bromberg, dem heuti­gen By­d­goszcz. Von dort aus bin ich die let­zten 106 Kilo­me­ter über den Bromberger Kanal und die Netze (heute Notec) mit dem Ka­jak bis nach Usch, dem Heima­tort meiner Mut­ter GreteHed­wig, gepad­delt. Es waren vor allem meine neuen pol­nis­che Fre­unde, die mir bei meiner Recherche weit­er­halfen, den Kon­takt zur Presse her­stell­ten und mit deren Hilfe ich das Ge­burtshaus meiner Mut­ter in Usch endlich ge­fun­den habe... Ich habe meine Reise mit der Filmkam­era doku­men­tiert und wer weiß, viele­icht ergibt sich nach Fer­tig­stel­lung im näch­sten Jahr, die Möglichkeit, meinen Film dann auch in Kanada zu zeigen...

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