Die Rou­ten

Vertical (German) - - FEATURE -

Nord­wand

1. Spa­nier­rou­te zum Ost­gip­fel, 1974. 2. Hol­län­der­rou­te, 1979. 3. Fran­zo­sen­rou­te, 1950. 4. Po­len­rou­te (Nord-Nord-West-Pfei­ler), 1996.

Süd­wand

5. Bri­ten­rou­te (auch Bo­n­ington), 1970. Dou­gal Has­ton und Don Whil­lans am Gip­fel. 6. Steck-Rou­te über die Bég­hin-La­f­ail­leLi­nie, 2013. 6a. Va­ri­an­te Benoist-Gra­zia­ni, 2013. 7. Ja­pa­ner­rou­te, 1981. 8. Ka­ta­la­nen­rou­te, 1984: Nil Bo­hi­gas, En­ric Lu­cas. 9. Ost­grat, 1984 : Er­hard Lo­re­tan und Nor­bert Joos stei­gen über die Nord­wand ab. 2002 wie­der­ho­len Je­an-Chris­to­phe La­f­ail­le und Al­ber­to Inn­u­ra­te­gi den Grat hin und zu­rück. 2007 ge­lingt To­maz Hu­mar ein So­lo bis zum Ost­gip­fel (8 047 Me­ter), wo­bei er ei­ne Ein­stiegs­va­ri­an­te er­öff­net.

West­wand

10. Troi­let-St­ei­ner, 1984: Pier­re-Alain St­ei­ner, Je­an Troil­let. Aus­stieg über Nord­west­grat. 11. Sve­ti­ci­crou­te, 1991: Mi­ros­lav „Slav­ko“Sve­ti­cic. Aus­stieg über Nord­west­grat. 12. Mess­ner­rou­te, 1985: Rein­hold Mess­ner, Hans Kam­mer­lan­der. 13. Ga­bar­rou-Pem­baNor­bu am Pic Sans Nom (7 900 Me­ter), 1986: Patrick Ga­bar­rou und Pem­ba Nor­bu ge­lan­gen bis zur Mess­ner­rou­te, ver­zich­ten auf Grund des Win­des aber auf den Gip­fel.

An­na­pur­na: die Ak­teu­re

Slav­ko Sve­ti­cic (1958-1995) ge­hört zu den gro­ßen Berg­stei­ger­le­gen­den, auf de­nen der Ruf des slo­we­ni­schen Al­pi­nis­mus ba­siert. Im Mont-Blan­cMas­siv hat er mit der vom 6. bis 10. Ju­li 1991 er­öff­ne­ten Ma­ni­tua an den Gran­des Jo­ras­ses sei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen. Am En­de sei­ner Kar­rie­re stand der Hi­ma­la­ya. 1991 er­öff­net er ei­ne So­lo­rou­te an der An­na­pur­na-West­wand. Er steigt über den Nord­west­grat zur Nord­flan­ke. 1994 un­ter­nimmt er ei­nen Ver­such an der Süd­wand über die Bég­hinLa­f­ail­le. Nach­dem sein Seil­part­ner er­krankt, ver­sucht Slav­ko al­lei­ne wei­ter­zu­kom­men. Doch ei­ne La­wi­ne reißt ihn 500 Me­ter weit mit, was er zum Glück über­lebt. Im Jahr dar­auf am Gas­her­brum IV hat er we­ni­ger Glück: Ei­ne ko­rea­ni­sche Ex­pe­di­ti­on fin­det sei­ne Über­res­te am Fuß der West­wand. Be­noît Gri­son (1964-1986) war ein ech­tes Kind der 1980er-Al­pin-Sze­ne. In sei­nem Tou­ren­buch ste­hen vie­le gro­ße Klas­si­ker und be­ein­dru­cken­de So­los (dar­un­ter die Eis­rou­te Not­re-Da­me und Frê­ney­sie Pas­ca­le am Mont Blanc). Be­noît scheint al­les mit äu­ßers­ter Ge­las­sen­heit zu ge­lin­gen, so auch der Nord­pfei­ler am Mount Hun­ter in Alas­ka 1984 zu­sam­men mit Ge­or­ges Te­de­schi. Doch im Sep­tem­ber 1986 en­det sei­ne Glücks­sträh­ne: Er stürzt am Nord­west­grat der An­na­pur­na. 1995 ist To­maz Hu­mar (1969-2009) an der Nord­wand der An­na­pur­na un­ter­wegs. Ent­ge­gen dem Ver­bot sei­nes Ex­pe­di­ti­ons­lei­ters steigt er trotz schlech­ten Wet­ters so­lo zum Gip­fel. Im Jahr dar­auf er­öff­net er ei­ne Neu­tour an der Nord­west­wand der Ama Dab­lam zu­sam­men mit Van­ja Fur­lan. 1997 steigt er mit Ja­nez Jeg­lic in ei­ne Traum­rou­te: Die West­wand des Nupt­se. Der Wind bläst äu­ßerst hef­tig, und To­maz fällt hin­ter Ja­nez zu­rück. Als er am Gip­fel an­kommt, ist sein Seil­part­ner ver­schwun­den. 1999 folgt der nächs­te Don­ner­schlag: To­maz er­öff­net so­lo ei­ne schwe­re Rou­te an der Süd­wand des Dhau­la­gi­ri. 2007 ist er zu­rück an der An­na­pur­na, um den Ost­grat bis zum Ost­gip­fel (8 047 Me­ter) so­lo zu über­schrei­ten. 2009 ver­sucht er er­neut al­lein ei­ne Neu­tour am Langtang Li­rung (7 227 Me­ter). Er stürzt, ver­letzt sich schwer und stirbt ei­ni­ge Ta­ge spä­ter.

Don Whil­lans (1933-1985) aus Man­ches­ter trifft 1951 Joe Brown. 1954 er­öff­nen die bei­den die West­wand der Blai­tiè­re, de­ren Riss Wie­der­ho­lern auch heu­te noch blei­ben­de Er­in­ne­run­gen be­schert. Whil­lans ist auch zu­sam­men mit Chris Bo­n­ington un­ter­wegs: Ih­nen ge­lingt die Erst­be­ge­hung des Frê­ney­p­fei­lers 1961 und zwei Jah­re spä­ter der Pai­ne To­wer. Sei­nem Er­fin­der­geist ent­sprin­gen der Whil­lans­gurt und die Whil­lan­sbox. Er ist Zeit sei­nes Le­bens ein Freund kla­rer Wor­te und al­ko­ho­li­scher Ge­trän­ke. was sei­nem Ruf in der bri­ti­schen Al­pin­sze­ne bis heu­te kei­nen Ab­bruch tut.

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