Die sechs Klet­ter­re­geln nach Preuss

Vertical (German) - - FEATURE -

Berg­tou­ren, die man un­ter­nimmt, soll man nicht ge­wach­sen, son­dern über­le­gen sein.

Das Maß der Schwie­rig­kei­ten, die ein Klet­te­rer im Ab­stieg mit Si­cher­heit zu über­win­den im Stan­de ist und sich auch mit ru­hi­gem Ge­wis­sen zu­traut, muss die obers­te Gren­ze des­sen dar­stel­len, was er im Auf­stieg be­geht.

Die Be­rech­ti­gung für den Ge­brauch von künst­li­chen Hilfs­mit­teln ent­steht da­her nur im Fal­le ei­ner un­mit­tel­bar dro­hen­den Ge­fahr.

Der Mau­er­ha­ken ist ei­ne Not­re­ser­ve und nicht die Grund­la­ge ei­ner Ar­beits­me­tho­de.

Das Seil darf ein er­leich­tern­des, nie­mals aber das al­lein se­lig­ma­chen­de Mit­tel sein, das die Be­stei­gung der Ber­ge er­mög­licht.

Zu den höchs­ten Prin­zi­pi­en ge­hört das Prin­zip der Si­cher­heit. Doch nicht die krampf­haf­te, durch künst­li­che Hilfs­mit­tel er­reich­te Kor­rek­tur ei­ge­ner Un­si­cher­heit, son­dern je­ne pri­mä­re Si­cher­heit, die bei je­dem Klet­te­rer in der rich­ti­gen Ein­schät­zung sei­nes Kön­nens zu sei­nem Wol­len be­ru­hen soll. Preuss glaub­te nicht an das all­heil­brin­gen­de Seil – zu Recht: Ein Vor­stiegs­sturz war zu je­ner Zeit noch mit un­kon­trol­lier­ba­ren Fol­gen ver­bun­den. Ent­we­der stürz­te die ge­sam­te Seil­schaft ab, oder das Seil riss ent­zwei. Das Seil war nur sinn­voll zur Si­che­rung des Seil­z­wei­ten. Die Zei­ten ha­ben sich ge­än­dert und das Ma­te­ri­al zum Glück auch.

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