Prak­ti­sche In­fos

Vertical (German) - - VERTICAL KLASSIKER -

ZUSTIEG

Der Zustieg ist auch über Vall­oui­se und den Col de Cos­te Rouge (Bi­wak­mög­lich­keit) mach­bar. In die­sem Fall ist man aber mit der ge­sam­ten Aus­rüs­tung auch in der Rou­te un­ter­wegs. Von der Vé­né­on-Sei­te aus kann man die Nacht be­que­mer in der Re­fu­ge de Temp­le Ecrins ver­brin­gen. Da­nach geht es wei­ter über den Nor­mal­weg Rich­tung Coo­lidge bis zu ei­nem Schwenk auf Punkt 2 618 Me­ter. Von dort quert man zur Wand, wo­bei man ei­nen klei­nen Fels­rie­gel durch ein Cou­loir über­win­det. Sinn­vol­ler­wei­se macht man den Weg bes­ser schon im Vor­feld klar. Al­ter­na­tiv kann man den Wand­fuß auch durch den Gra­ben Clou­te Fa­vier er­rei­chen, der vom Gla­cier de Cos­te Rouge aus­geht. Der Weg führt über Gäm­sen­ge­biet auf der lin­ken Glet­scher­sei­te.

ROU­TE

Ins­ge­samt ist der Rou­ten­ver­lauf sehr schlüs­sig: Ein­stieg, Cou­loir de Cos­te Rouge, Zen­tral­pfei­ler, Graue Plat­ten, ver­eis­te Ka­mi­ne. Die letz­te Wand über­win­det man über ei­nen ge­schlos­se­nen Ka­min, der an ei­nem mar­kan­ten Vor­bau er­kenn­bar ist. So­bald man den Gla­cier de Cos­te Rouge er­reicht hat, steigt man links des Ke­gels ein, der aus der Plaques­rou­te und dem Cou­loir de Cos­te Rouge am un­ters­ten En­de der Fel­sen her­vor­kommt. Wei­ter geht es über ei­ne nach rechts hoch­zie­hen­de Ram­pe, die zu ei­ner wei­te­ren, dies­mal nach links auf­wärts wei­sen­den Ram­pe führt. (3). Da­nach durch den Ein­stieg ei­ner gro­ßen Ver­schnei­dung, bis man die Plat­ten auf der lin­ken Sei­te er­reicht (4+). Ein Band führt an­schlie­ßend zum Cou­loir de Cos­te Rouge. Durch die­ses 15 Me­ter hoch, um es dann auf Hö­he ei­nes Eis­falls zu que­ren. Wei­ter über Fel­sen im 4. Grad bis zum Fuß des Pi­lier Cen­tral, der an ei­ner gut sicht­ba­ren, schwar­zen Riss­ver­schnei­dung star­tet. Die­ser rund 25 Me­ter (5+) fol­gen. Dann durch ei­nen schwar­zen, oft­mals nas­sen Riss (5+) wei­ter. Die­ser lässt sich auch rechts über ei­nen Kamm um­ge­hen (5+). Dann wei­ter der Grat­kan­te fol­gen (5 max.). Durch ei­ne mar­kan­te tie­fe und schma­le Schar­te zum Tour Rouge, den man di­rekt über­steigt (5, gu­ter Fels). Vom Pfei­ler­kopf auf ei­nen Schnee­fle­cken ab­stei­gen, um zu den Dal­les Gri­ses zu ge­lan­gen. Be­vor die Plat­ten aufs­tei­len, den Stand bau­en. Da­nach gibt es meh­re­re Mög­lich­kei­ten. Wenn man eher rechts rund 50 Me­ter auf­steigt (Zwi­schen­stand mög­lich), ge­langt man auf ein klei­nes Band am Fuß ei­nes senk­rech­ten Ris­ses (5+, schö­ner Fels, Si­che­rungs­mög­lich­kei­ten al­le sechs bis sie­ben Me­ter). Durch den Riss und dann ge­ra­de wei­ter über die Plat­te (ein schlech­ter Ha­ken von 1976). Wei­ter recht­er­hand ei­nes ers­ten Über­hangs, dann links um ei­nen wei­te­ren her­um. (55 Me­ter, Zwi­schen­stand mög­lich, 5 bis 5+). Dann nach links que­ren und dann ge­ra­de hoch zum Band Vi­re en Arc de Cer­cle (4, Ha­ken, oft­mals nass oder ver­eist). Nach rechts über das Band que­ren (Schnee oder schlech­ter Fels), um zu dem ers­ten ver­eis­ten Ka­min zu ge­lan­gen. Von hier gibt es – von links nach rechts – meh­re­re Mög­lich­kei­ten: Auf der rech­ten Sei­te (5+) fin­det sich der ei­gent­li­che Ka­min mit Eis und schlech­tem Fels (hei­kel); mit ei­nem Schlen­ker nach rechts er­reicht man den Ka­min auf ein Drit­tel Hö­he, oder, mit ei­nem noch wei­te­ren Bo­gen nach rechts, ge­langt man auf die Schul­ter über dem Ka­min (4+). Ei­nen zwei­ten ver­eis­ten Ka­min durch­steigt man di­rekt oder klet­tert über den rech­ten Rand (5). Wei­ter über ei­ne nach links auf­stei­gen­de Ram­pe (4), un­ter ei­ner mar­kan­ten ro­ten Fels­na­se durch und gleich dar­auf durch den Aus­stiegs­riss, der von ei­nem gro­ßen Vor­dach be­herrscht wird. (50 Me­ter, Zwi­schen­stand mög­lich 5, 5+). Nach links un­ter dem Dach in schö­nem, aber oft nas­sem oder ver­eis­tem Fels durch­que­ren (Ha­ken, 5+). An­schlie­ßend noch ein biss­chen Vie­rer­ge­län­de, dann leicht über ei­ne Ram­pe nach links. Wenn die Be­din­gun­gen im Aus­stiegs­ka­min zu schlecht sind, kann man auch dem Band hin­ter der Na­se fol­gen, um ei­ne gro­ße, graue und glat­te Plat­te lin­ker­hand zu um­ge­hen (6a, Riss oh­ne Ha­ken).

AB­STIEG

Meh­re­re Ab­stie­ge sind mög­lich, al­le füh­ren al­ler­dings durch heik­les Ge­län­de und ver­lan­gen Ori­en­tie­rungs­sinn. In Rich­tung Vall­oui­se folgt man dem Nord­ost­grat bis zu ei­nem schwach aus­ge­präg­ten Cou­loir auf der Süd­ost­sei­te, das sich noch vor der Schar­te Cos­te Rouge fin­det. Durch die­ses Ab­stei­gen bzw. zum En­de ein- bis zwei­mal ab­sei­len, bis man auf den öst­li­chen Arm des Gla­cier de l’Ailefroide ge­langt. Leicht nach Os­ten auf­stei­gen, bis man den Nor­mal­weg zum Ailefroide Ori­en­ta­le er­reicht, dann wei­ter zur Sé­lé-Hüt­te.

FÜR DEN AB­STIEG IN DAS VÉ­NÉ­ON-TAL BIE­TEN SICH MEH­RE­RE MÖG­LICH­KEI­TEN AN:

Wie zu­vor be­schrie­ben, steigt man über den Grat bis zum öst­li­chen Arm des Glet­schers ab. Wenn es der Gla­cier de l’Ailefroide er­laubt, geht man am lin­ken Ufer wei­ter, um dann am Glet­sche­ren­de ge­nau nach Wes­ten ab­zu­bie­gen. An­dern­falls kann man vom Aus­stieg der Rou­te die nach Süd­wes­ten ver­lau­fen­den Gra­te bis zur Spit­ze des Ailefroide Occi­den­ta­le que­ren. Wei­ter auf dem Grat bis zum Punkt 3 930 Me­ter bis zum Aus­stieg der Plaques de glace, der Eis­plat­ten. Durch leich­tes, aber im­mer stei­ler wer­den­des Ge­län­de über die Süd­sei­te ab­stei­gen (Ab­sei­len ist nicht not­wen­dig). Auf die­sem Weg ge­langt man auf den rech­ten Arm des Gla­cier de l’Ailefroide, öst­lich der Schar­te „Frè­res Cha­mois“. Über den Gla­cier de l’Ailefroide über ei­nen Schnee-/Eis­hang 250 Me­ter bis zum Col de l’Ailefroide auf­stei­gen. Dann ein­mal 25 Me­ter ab­sei­len und durch leich­tes Ter­rain nach rechts (mit Blick in Tal­rich­tung) ab­stei­gen. Dann auf Hö­he 2 780 Me­ter auf den Gla­cier de la Pi­lat­te und un­ter dem Punkt 3 069 Me­ter ent­lang bis zur Re­fu­ge de la Pi­lat­te. Auch wenn der Ab­stieg vom Gip­fel des Ailefroide Occi­den­ta­le über den Süd­ost­pfei­ler ver­lo­ckend wirkt, ist die­se Va­ri­an­te sehr lang. Wenn man die Va­ri­an­te über die Sé­lé-Hüt­te wählt, kann man über den Col du Sé­lé wie­der auf die Vé­né­on-Sei­te ge­lan­gen, um den Gla­cier de la Pi­lat­te zu er­rei­chen.

BE­DIN­GUN­GEN

Schnee und Eis auf den Bän­dern und in den Ka­mi­nen sind ober­halb der Grau­en Plat­ten durch­aus häu­fig an­zu­tref­fen: Die Klet­te­rei wird da­durch nicht ge­ra­de leich­ter. Durch die Nord­west-Aus­rich­tung sorgt die Eis­schmel­ze am Nach­mit­tag in Ver­bin­dung mit Tem­pe­ra­tu­ren un­ter dem Ge­frier­punkt nachts für tü­cki­sches Glatt­eis. Bei hö­he­ren Tem­pe­ra­tu­ren sind die Fel­sen hin­ge­gen eher nass als ver­eist,

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