„FRÜHER STER­BEN IN PIR­MASENS“

Vocable (All English) - - Édito | Som­maire - VON RAFAELA VON BRE­DOW SABINE SÜT­TER­LIN jour­nal­iste sci­en­tifique

Früher ster­ben in Pir­masens

L’es­pérance de vie aug­mente, mais l’homme ne vivra ja­mais éter­nelle­ment !

“Mourir plus je­une à Prir­masens” Au­teure d’une nou­velle étude pour l’In­sti­tut berli­nois de dé­mo­gra­phie, Sabine Süt­ter­lin ex­plique pourquoi, mal­gré l’al­longe­ment de l’es­pérance de vie, l’homme ne de­vien­dra ja­mais im­mor­tel.

SPIEGEL: Vor mehr als hun­dert Jahren lag die Lebenser­wartung weltweit im Sch­nitt bei 30 Jahren, heute bei über 70 — ist das der Ent­deck­ung der An­tibi­otika zuzurech­nen? Sabine Süt­ter­lin: Allein sicher nicht. Zunächst stieg die Lebenser­wartung, weil die Kin­der­sterblichkeit zurück­ging; da waren auch Impf­stoffe wichtig. Später haben Wohl­stand, Bil­dung, bessere Ernährung und Ge­sund­heitssys­teme dazu geführt, dass die Men­schen länger am Leben blieben.

2. SPIEGEL: Heißt die Regel schlicht: Re­iche leben länger? Süt­ter­lin: Bil­dung und Sozial­sta­tus sind die wichtig­sten Fak­toren, ganz klar. Und da gibt es riesige Un­ter­schiede – selbst in­ner­halb Deutsch­lands. Zum Beispiel ster­ben Män­ner in Pir­masens im Mit­tel gut acht Jahre früher als Män­ner im Land­kreis Starn­berg. 3. SPIEGEL: Unser Kör­per ist sicher nicht für die Unendlichkeit gemacht — gibt es eine Art bi­ol­o­gis­ches Limit? Süt­ter­lin: Ver­gan­genen Herbst haben Forscher die tat­säch­liche Lebens­dauer in 40 Län­dern seit 1900 aus­gew­ertet und schließen da­raus, dass sich die Lebenser­wartung im höch­sten er­re­ichten Al­ter von knapp über hun­dert Jahren seit den Achtziger­jahren kaum noch steigern lässt. Vielle­icht haben wir da tat­säch­lich eine bi­ol­o­gis­che Grenze er­re­icht. Außer­dem gibt es En­twick­lun­gen, die den weit­eren An­stieg der Lebenser­wartung brem­sen kön­nten. Zum Beispiel die ras­ante Zu­nahme von Fet­tleibigkeit auf der ganzen Welt. Das ist wie eine Seuche.

4. SPIEGEL: Was ist die Zauber­formel für ein langes Leben? Süt­ter­lin: Wer nicht raucht, täglich 10.000 Schritte geht und sich auf ein Netz von Fre­un­den ver­lassen kann, hat gute Chan­cen, alt zu wer­den. Und natür­lich ist gesunde Ernährung wichtig. Kür­zlich haben Forscher berech­net, dass weltweit jährlich 7,8 Mil­lio­nen vorzeit­ige Todes­fälle ver­hin­dert wer­den kön­nten, wenn alle Men­schen täglich zehn 80-Gram­mPor­tio­nen Obst und Gemüse essen wür­den.

5. SPIEGEL: Ist das nicht ein Alb­traum, im­mer äl­ter zu wer­den? Wie wird das gehen mit der Über­bevölkerung? Mit den Res­sourcen? Süt­ter­lin: Solange die Men­schen fit sind, wer­den sie gern alt. Und was das Bevölkerungswach­s­tum angeht: Al­ternde Ge­sellschaften haben weniger Kin­der, das gle­icht sich also aus.

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