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Vocable (All English) - - Édito | Sommaire - VON ANNA CLAUSS

A Munich les loy­ers flam­bent, le prix de la bière à l’Ok­to­ber­fest aussi

Ri­fifi à Munich. L’in­con­tourn­able fête de la bière ou­vrira ses portes le 16 septem­bre prochain. A l’ap­proche de l’ou­ver­ture des chapiteaux, le con­seil mu­nic­i­pal s’est déchiré sur une propo­si­tion de la CSU de geler le prix de la bière, provo­quant un tollé chez les so­ci­aux-démocrates et les ten­anciers de bar.

Der Hagn-Wig­gerl kon­nte sein Glück kaum fassen, als der Münch­ner Stad­trat dage­gen stimmte, den Bier­preis beim Ok­to­ber­fest für drei Jahre einzufrieren. Auf 10,70 Euro.

2. Hagn, der di­en­stäl­teste Wiesn-Wirt, war zufrieden. Eine Partei, die bisher kaum unter Sozial­is­musver­dacht stand, nun aber bei der Maß den Preis-Turbo stop­pen wollte, aber war es nicht: die CSU. 3. Das Beken­nt­nis der übri­gen Münch­ner Volksvertreter zum frei ga­lop­pieren­den Bier­preis ist eine Über­raschung. Gegen Mar­mor­bö­den in Mi­et­woh­nun­gen und im­mer dickere Gelän­dewa­gen in den Hal­te­ver­bot­szo­nen der City mag die Lokalpoli­tik macht­los sein. „ Aber beim Bier hät­ten wir ein Ze­ichen für bezahlbares Leben in der Stadt set­zen kön­nen“, findet Josef Sch­mid von der CSU.

„KOMIKER“MIT „DDR-METHODEN“

4. Der Zweite Bürg­er­meis­ter der Stadt ist prak­tis­cher­weise auch Wiesn-Chef und hat die Idee einer Bier­preis­bremse er­fun­den. Als „ Komiker“, der sich mit „ DDR-Methoden“beim Volk ein­schleimen wolle, beschimpften ihn die Wiesn-Wirte. Als geris­se­nen Pop­ulis­ten, der wom­öglich nur die näch­ste Ober­bürg­er­meis­ter­wahl gewin­nen wolle, verdächtigte ihn die SPD. Drei Monate lang hatte der Streit ums bil­lige Bier die Münch- ner Stadtver­wal­tung gelähmt und fast zum Zusam­men­bruch der Großen Koali­tion zwis­chen CSU und SPD geführt. Die Gen­er­alde­batte im Stad­trat sollte Frieden schaf­fen. Aber so le­icht lässt sich ein Kul­turkampf nicht been­den. Und um wenig stre­itet sich der Münch­ner so gern wie um die Wiesn.

5. „Wir Wirte be­treiben nicht ein­fach nur Festzelte“, erk­lärte Hagn, der Gewin­ner, nach der dreistündi­gen Diskus­sion im Stad­trat mit stolzgeschwell­tem Bier­bauch. „Wir er­schaf­fen jedes Jahr auf dem harten Bo­den der There­sien­wiese Paläste.“1,6 Mil­lio­nen Euro koste der Auf­bau seines Löwen­bräuZelts, 15.000 Glüh­bir­nen und Mil­lio­nen Be­sucher­au­gen bringe seine Mannschaft jedes Jahr zum Leuchten. Solche Ver­di­en­ste um Volk und Bay­ern­land er­forderten auch Mil­lio­nen­ver­di­en­ste im Geld­beu­tel.

6. Selt­sam, dass dieses Ar­gu­ment aus­gerech­net die Partei der kleinen Leute überzeugte. Dass die Palas­trev­o­lu­tion der CSU scheit­erte, lag am Wider­stand des sozialdemokratis­chen Koali­tion­spart­ners. Ganz of­fen­sichtlich woll­ten die Genossen dem Volk­stri­bun Sch­mid von der CSU einen Er­folg nicht gön­nen.

ERNSTER HINTERGRUND

7. Wie sonst ist es zu erk­lären, dass ein SPDS­tad­trat öf­fentlich be­hauptete, nicht mal Kampftrinker wür­den we­gen der jährlichen Preis­steigerung von rund 30 Cent ein Bier weniger trinken? Hatte der Sozi vergessen, dass sich mit solchen Sch­le­ich-Erhöhun­gen die Preise für Ok­to­ber­fest­bier in den ver­gan­genen 20 Jahren ver­dop­pelt hat­ten? Vol­lends ab­surd wurde es, als der Genosse vor­rech­nete, der Bier­preis habe sich in Wirk­lichkeit gar nicht er­höht, weil ein Durch­schnitts­deutscher im Jahr 1950 für eine Wiesn-Maß noch 82 Minuten ar­beiten musste, heutzu­tage aber schon 26 Minuten re­ichten. „ Sie sind hier übri­gens nicht im Komö­di­en­stadl“, rief Ober­bürg­er­meis­ter Di­eter Reiter (SPD) an­schließend nach oben zur voll be­set­zten Be­sucher­tribüne. „Hier wird Welt­poli­tik gemacht.“Ob das iro­nisch gemeint war, blieb of­fen.

8. Der Streit um die Bier­preis­bremse hat einen dur­chaus ern­sten Hintergrund. Seit fünf Jahren gehen die Be­sucherzahlen zurück, wohl weniger we­gen der Preise, son­dern aus Angst vor Ter­ro­ran­schlä­gen. Also gibt die Stadt viel Geld für Sicher­heits­maß­nah­men aus wie Ruck­sack­kon­trollen, mo­bile Zäune, Ord­ner oder eine neue Laut­sprecher­an­lage. In diesem Jahr ad­dieren sich die Mehrkosten auf rund fünf Mil­lio­nen Euro. Das Geld wollte sich der Wiesn-Chef Josef Sch­mid von den Wirten zurück­holen – was der Münch­ner Stad­trat ein­stim­mig ab­seg­nete.

9. Damit aber die Bierverkäufer den Be­such­ern nicht den kom­plet­ten Anti-Ter­ror-Soli durchre­ichen, sollte ein Bier­preis­deckel her. Die SPD war dage­gen. „Dann er­höhen die Wirte eben die Preise für Hendl und Limo, was beson­ders die Fam­i­lien unter den Wies­nGästen trifft“, un­kte Ober­bürg­er­meis­ter Reiter. Den Vorschlag der CSU, Fest­preise für Sch­weins­braten oder einen Dampfnudeldeckel vorzuschreiben, wis­chte Reiter mit dem Hin­weis weg, sich lieber mit den wirk­lichen Sor­gen der Münch­ner beschäfti­gen zu wollen. Der schale Geschmack der Ka­pit­u­la­tion vor dem Kap­i­tal bleibt.

10. Selbst für Ver­fechter des freien Mark­tes ist das Maß näm­lich voll. Der Kartell­rechtler Mark-E. Orth ist zwar kein Fan der CSUForderung nach einer Bier­preisober­grenze. Die näm­lich hätte den Wet­tbe­werb auf dem Ok­to­ber­fest aus­geknipst und dem Ver­braucher mehr geschadet als genutzt.

11. Doch die Münch­ner CSU beschwor lieber in sel­tener Geschlossen­heit mit den Tier­fre­un­den der ÖDP den gerechten Geist des Sozial­is­mus, während die Sozialdemokraten mehr Ver­ständ­nis für die Sor­gen und Nöte der Wiesn-Mil­lionäre hat­ten. Die seien schließlich „auch Bürger Münchens“.

12. Hin­ter­her disku­tierte der Stad­trat übri­gens noch über soziale Mi­eto­ber­gren­zen, sie wer­den um 42 Cent er­höht. Die De­batte war nach zehn Minuten been­det.

(©An­dreas Ge­bert/AP/SIPA)

Im Kampf gegen steigende Bier­preise auf der Wiesn beschwört die Münch­ner CSU vergebens den Geist des Sozial­is­mus.

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