Ganz gro­ßes Kino

« Le jeu­ne Karl Marx » avec Au­gust Diehl pré­sen­té à la Berlinale Spe­cial

Vocable (Allemagne) - - Édito | Sommaire - VON MAT­THI­AS ANKE

Dans la sec­tion Berlinale Spe­cial, l’Al­le­ma­gne se­ra re­pré­sen­tée par l’un de ses ac­teurs mon­t­ants dans le rô­le de son plus my­thi­que théo­ri­ci­en po­li­tique. Au­gust Diehl in­car­ne le rô­le tit­re dans « Le jeu­ne Karl Marx », qui re­tra­ce les erran­ces et la ren­cont­re avec En­gels dans le Pa­ris du mi­lieu du 19e. In­cur­si­on sur le pla­teau de tour­na­ge à Ky­ritz dans le Bran­de­bourg.

Hol­ly­wood? Ist ein Stück­chen zu weit weg für den Per­le­ber­ger Wil­fried Eh­lert. Der 63-jäh­ri­ge Rent­ner be­gnügt sich mit dem Ky­rit­zer Orts­teil Ganz. Selbst dort ist ganz gro­ßes Kino mög­lich – und Hol­ly­wood plötz­lich gar nicht mal so fern: „Ich spie­le hier den Ge­hil­fen vom St­ein­metz“, sagt Eh­lert und blickt zum Ein­gang der al­ten Gan­zer Bren­ne­rei. Aus der Rui­ne tritt so­eben Au­gust Diehl in die Son­ne. Er schaut in den Pri­gnit­zer Him­mel und at­met tief die kal­te Luft. Der Schau­spie­ler macht Pau­se.

2. Diehl, Ki­no­gän­gern in­ter­na­tio­nal spä­tes­tens seit sei­nen Auf­trit­ten in „Ing­lou­rious Bas­terds“an der Sei­te von Brad Pitt und dann in „Salt“als fik­ti­ver Gat­te von An­ge­li­na Jo­lie be­kannt, wirkt wie aus der Zeit ge­fal­len. Schließ­lich geht es um die Mit­te des 19. Jahr­hun­derts, und da­für bleibt auch Sta­tist Eh­lert, der ei­ner von weit mehr als 100 aus Nord­west­bran­den­burg ist, ger­ne mal so un­ra­siert wie Au­gust Diehl und all die an­de­ren. „Haa­re nicht schnei­den, Bart wach­sen las­sen, ha­ben die uns ge­sagt.“Den Bart soll­te sich Diehl vor al­lem recht ste­hen las­sen, hat er doch die Haupt­rol­le in die­sem Film: „Der jun­ge Karl Marx.“

AM SET LÄUFT AL­LES DREISPRACHIG AB

3. Nach ein­ein­halb Mo­na­ten Dreh­zeit ent­stan­den die letz­ten Sze­nen für die­se deutsch-fran-

3. ein­ein­halb Mo­na­te un mois et de­mi / die Dreh­zeit la du­rée de tour­na­ge / ent­ste­hen êt­re réa­li­sé /

zö­sisch-bel­gi­sche Ko­pro­duk­ti­on in Ganz. Es ist ei­ner von fünf Haupt­dreh­or­ten in Deutsch­land ne­ben Schloss Wal­den­burg und Gör­litz in Sach­sen so­wie dem thü­rin­gi­schen Go­tha, wo die For­schungs­bi­blio­thek als Ku­lis­se für die Na­tio­nal­bi­blio­thek in Pa­ris so­wie die kö­nig­li­che Bi­b­lio­thek in Brüs­sel her­hält. Da­zu kommt Bocholt in Nord­rhein-West­fa­len, des­sen In­dus­trie­mu­se­um für Sze­nen aus dem eng­li­schen Man­ches­ter taugt.

4. Das Schloss im Ky­rit­zer Stadt­teil Ganz bot sich an als Ku­lis­se für den „Gen­tle­men’s Club Lon­don“. Aus Räu­men der da­ne­ben lie­gen­den al­ten Bren­ne­rei und dem um­lie­gen­den Park wur­den Pa­ri­ser Or­te.

5. Eng­lisch, fran­zö­sisch, deutsch: Am Set läuft al­les dreisprachig ab. „Das ist et­was spe­zi­el­ler als bei manch an­de­rem Film“, ver­rät Au­gust Diehl. Und an­de­re Fil­me mit ihm gibt es un­zäh­li­ge. Trotz­dem er­in­nert sich Diehl noch gut dar­an, wie er vor vier Jah­ren schon ein­mal in der Ge­gend un­ter­wegs war, und zwar für „Die Aben­teu­er des Huck Finn“un­ter an­de­rem in Neu­rup­pin. „Ich mag Neu­rup­pin“, sagt Diehl, oh­ne nä­her dar­auf ein­zu­ge­hen. Da­bei müss­te der 39-Jäh­ri­ge noch viel mehr Fehr­bel­lin mö­gen. Er war aber nie dort. „Tja, wenn ich die Zeit da­für hät­te“, sagt er. Denn mit der Schlacht bei Fehr­bel­lin ver­bin­det ihn Be­son­de­res: sei­ne Rol­le am Wie­ner Burg­thea­ter. Dort spiel­te Diehl den Prin­zen von Hom­burg, des­sen Hel­den­ta­ten aus der Schlacht Hein­rich von Kleist ein Denk­mal setz­te.

6. In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten war Diehl auf Karl Marx fi­xiert. „Ich ha­be das Ka­pi­tal nicht durch­ge­le­sen, da­für das Ma­ni­fest. Und mich fas­zi­nier­te sein Brief­wech­sel mit En­gels“, sagt der Schau­spie­ler. Auch Fried­rich En­gels ist kein Un­be­kann­ter. Ihn spielt Ste­fan Ko­n­ars­ke, der Dort­mun­der Tat­ort-Kom­mis­sar.

FAST ZEHN MIL­LIO­NEN EU­RO

7. „Der jun­ge Karl Marx“be­ginnt in Pa­ris. Dort ler­nen sich Marx und En­gels ken­nen. „Es ist ein Dra­ma um zwei jun­ge Män­ner, die die Welt ver­än­dern woll­ten. Es en­det mit dem Schrei­ben des Ma­ni­fests“, er­klärt Pro­du­zent Ben­ny Drech­sel. Er ist ei­ner von vie­ren, die das Werk stem­men. Ne­ben Drech­sel von der Pro­duk­ti­ons­fir­ma Roh­film ge­hö­ren die Un­ter­neh­men Vel­vet, Ar­te­mis und Agat da­zu. Ni­co­las Blanc von Agat be­zif­fert das Bud­get mit fast zehn Mil­lio­nen Eu­ro. Ziel sei es, so der Fran­zo­se, bei den Film­fest­spie­len in Can­nes da­bei zu sein. 8. Mit dem Film soll laut Re­gis­seur Raoul Peck „ei­ner jün­ge­ren Ge­ne­ra­ti­on“das Wir­ken von Marx und En­gels nä­her­ge­bracht wer­den. Seit vie­len Jah­ren schon ar­bei­tet er an dem The­ma. Dass ei­ne Ki­no­pro­duk­ti­on dar­aus wur­de, sei an­fangs nicht ab­seh­bar ge­we­sen. Ur­sprüng­lich soll es vom Fern­seh­sen­der Ar­te schlicht ei­nen Auf­trag zu ei­ner Do­ku ge­ge­ben ha­ben. Nun ent­steht viel Grö­ße­res.

„Es ist ein Dra­ma um zwei jun­ge Män­ner, die die Welt ver­än­dern woll­ten.“

(© Frédé­ric Ba­tier, Neue Vi­sio­nen Film­ver­leih)

Abs­trak­te Ide­en oder di­rek­te Ak­ti­on: Karl Marx (Au­gust Diehl) auf dem Kon­gress des Bunds der Ge­rech­ten.

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