Wem ge­hört Ma­cron?

Con­ser­va­teurs ou so­ci­aux-dé­mo­cra­tes al­le­man­ds, qui est le plus pro­che de Ma­cron ?

Vocable (Allemagne) - - Sommaire -

En Al­le­ma­gne, une com­pé­ti­ti­on s’est am­or­cée avant l’été ent­re les con­ser­va­teurs d’An­ge­la Mer­kel et les so­ci­aux-dé­mo­cra­tes de Mar­tin Schulz, cha­cun ten­tant de ré­cup­é­rer à son comp­te les re­tom­bées de l’élec­tion d’Em­ma­nu­el Ma­cron. Les deux par­tis se veu­lent pro­ches du nou­veau pré­si­dent français, oc­cul­tant sans vergo­gne les as­pects de son pro­gram­me qui ne leur cor­re­spon­dent pas.

In der Nach­kriegs­ord­nung war Frank­reich im Ver­gleich zu Deutsch­land stets der grö­ße­re Play­er – Sie­ger­macht, Atom­macht, stän­di­ges Mit­glied im Si­cher­heits­rat der UN. Der schwa­che und un­be­lieb­te Prä­si­dent François Hol­lan­de so­wie die lan­ge und har­te Wahl­kampf­aus­ein­an­der­set­zung um sei­ne Nach­fol­ge schmä­ler­ten Frank­reichs au­ßen­po­li­ti­sche Be­deu­tung. Der­weil rück­te Mer­kel im­mer mehr als Hoff­nungs­trä­ge­rin in den Mit­tel­punkt. Das li­be­ra­le 1. die Nach­kriegs­ord­nung l’ord­re d’après-gu­er­re / im Ver­gleich zu en com­pa­rai­son avec / stets tou­jours / die Sie­ger­macht(¨e) la puis­sance vic­to­ri­eu­se / die Atom­macht la puiss­sance nu­cléai­re / das stän­di­ge(n) Mit­glied(er) le mem­bre per­ma­nent / der Si­cher­heits­rat le Con­seil de sé­cu­rité / die UN l’ONU / un­be­liebt im­po­pu­lai­re / der Wahl­kampf la cam­pa­gne élec­to­ra­le / die Aus­ein­an­der­set­zung l’af­fron­te­ment / die Nach­fol­ge la suc­ces­si­on / schmä­lern di­mi­nu­er / au­ßen­po­li­tisch sur le plan de la po­li­tique ex­té­ri­eu­re / der­weil pen­dant ce temps / in den Mit­tel­punkt rü­cken de­ve­nir le po­int de mi­re / die Hoff­nungs­trä­ge­rin la por­teu­se des espoirs /

Ame­ri­ka rief sie gar schon zur „An­füh­re­rin der frei­en Welt“aus, was die Kanz­le­rin klu­ger­wei­se öf­fent­lich klar zu­rück­wies.

EHER KEIN BE­QUE­MER PART­NER

2. Da sie sich in die­se Rol­le nicht hat drän­gen las­sen, muss sie nun auch nichts auf­ge­ben, wenn sie den Schul­ter­schluss mit dem neu­en fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten sucht, um Eu­ro­pa wirt­schaft­lich und si­cher­heits­po­li­tisch als Groß­macht wahr­nehm­bar zu ma­chen.

3. Ein be­que­mer Part­ner wird Ma­cron für die Deut­schen nicht wer­den. Da­für steht er un­ter zu gro­ßem in­nen­po­li­ti­schen Druck; er muss in Frank­reich lie­fern. Da er aber sei­nen Wahl­kampf auf Eu­ro­pa aus­ge­rich­tet hat­te, wird er der Ver­su­chung wi­der­ste­hen müs­sen, zu sa­gen: „La Fran­ce d’ab­ord“(Frank­reich zu­erst) als Va­ri­an­te zu „Ame­ri­ca First“.

4. Er ist pro­eu­ro­pä­isch, den­noch wird die Be­geis­te­rung über sei­nen Sieg auch in Ber­lin bald der Er­nüch­te­rung wei­chen. Am Tag nach der Wahl zeig­te sich in der deut­schen Haupt­stadt zu­nächst ein­mal ein ku­rio­ses Ren­nen zwi­schen SPD und Uni­on, wer denn nun der über­zeu­gen­de­re Ma­cron-Be­für­wor­ter ist. Bei­de Sei­ten re­kla­mier­ten den Wahl­sieg für je­ne po­li­ti­schen In­hal­te, für die sie selbst ste­hen. Im so­zia­len Netz­werk Twit­ter ver­brei­te­te Re­gie­rungs­spre­cher Stef­fen Seibert An­ge­la Mer­kels Glück­wunsch und er­gänz­te: „Star­kes Vo­tum für Re­for­men.“Au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el sei­ner­seits be­fand: „Ma­cron über­zeugt – nicht nur in Frank­reich, son­dern auch und für Eu­ro-

pa.“So setzt die Uni­on dar­auf, dass Ma­cron, wie er es an­ge­kün­digt hat, har­te Ar­beits­markt­re­for­men durch­setzt, um die schwä­cheln­de fran­zö­si­sche Volks­wirt­schaft wie­der flott zu ma­chen – ähn­lich wie einst die deut­schen Hartz-Re­for­men der Re­gie­rung Schrö­der.

GE­RECH­TIG­KEIT AUF DEM AR­BEITS­MARKT

5. Die Plä­ne Ma­crons, die auch ei­ne Lo­cke­rung des Kün­di­gungs­schut­zes und mehr be­fris­te­te Ar­beits­ver­hält­nis­se mit sich brin­gen wer­den, blen­den die So­zi­al­de­mo­kra­ten aus, wenn sie Ma­cron fei­ern. Da­für aber setzt die SPD dar­auf, dass der neue fran­zö­si­sche Prä­si­dent ein Ver- bün­de­ter sein wird, wenn es um mehr ge­mein­schaft­li­che In­ves­ti­tio­nen geht und ei­ne ge­lo­cker­te Eu­ro-Fi­nanz­po­li­tik. Die Hoff­nung ist be­rech­tigt: Be­reits 2015 leg­ten der da­ma­li­ge fran­zö­si­sche Wirt­schafts­mi­nis­ter Ma­cron und der da­ma­li­ge deut­sche Wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el ei­nen Plan für ei­ne eu­ro­päi­sche Wirt­schafts- und So­zi­al­uni­on vor, der ein Aus­ein­an­der­fal­len Eu­ro­pas in ei­nen rei­chen Nor­den und ei­nen ar­men Sü­den ver­hin­dern soll­te. Da­nach er­eig­ne­te sich die Flücht­lings­kri­se und die Br­ex­it-Ent­schei­dung. In ih­rem Kern aber ha­ben die Plä­ne Be­stand. Ma­cron wird mit Un­ter­stüt­zung von SPD, Grü­nen und Lin­ken mehr So­li­da­ri­tät für ein Eu­ro­pa im Wohl­stand ein­for­dern.

6. Auch für die nächs­te Bun­des­re­gie­rung – sei sie un­ter Mer­kels oder un­ter Schulz’ Füh­rung – wird Ma­cron al­so ein hoff­nungs­vol­ler wie har­ter Part­ner. Noch aber wird der 39-jäh­ri­ge Po­li­tik-Auf­stei­ger bei­der­seits für das Klein-Klein des deut­schen Wahl­kampfs aus­ge­schlach­tet. So twit­ter­te SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz: „Freue mich über das gu­te Er­geb­nis für @Em­ma­nu­elMa­cron. Um Eu­ro­pa zu re­for­mie­ren, brau­chen wir im Sep­tem­ber auch in Deutsch­land den Wech­sel!“Die Ant­wort von Fi­nanz­staats­se­kre­tär Jens Spahn (CDU) ließ nicht lan­ge auf sich war­ten. Er schrieb auf Twit­ter zu­rück: „Ma­cron plant üb­ri­gens ge­nau die Li­be­ra­li­sie­rung für fran­zö­si­schen Ar­beits­markt, die Sie in Deutsch­land zu­rück­dre­hen wol­len. Sie fin­den Re­for­men nur wo­an­ders gut?“

DER DRUCK IST RIESIG

7. Wenn Ma­cron, wie es sich der­zeit ab­zeich­net, mit dem kom­men­den Wahl­sonn­tag tat­säch­lich die ab­so­lu­te Mehr­heit er­ringt und da­mit ei­ne er­heb­li­che Macht­fül­le auf sich ver­eint, wird dies den Um­gang zwi­schen Ber­lin und Pa­ris auch nicht ver­ein­fa­chen. Ma­cron kann dann tat­säch­lich po­li­tisch durch­grei­fen und all sei­ne Plä­ne um­set­zen. Ma­cron hat die ab­so­lu­te Mehr­heit er­run­gen und da­mit ei­ne er­heb­li­che Macht­fül­le auf sich ver­eint. Dies wird den Um­gang zwi­schen Ber­lin und Pa­ris auch nicht ver­ein­fa­chen. Denn Ma­cron kann tat­säch­lich po­li­tisch durch­grei­fen und all sei­ne Plä­ne um­set­zen. Im Um­kehr­schluss steht er un­ter ei­nem gi­gan­ti­schen Er­folgs­druck.

8. Of­fen ist, wel­che Rol­le Ma­cron im deut­schen Wahl­kampf spie­len wird. Ma­cron war Mit­glied der So­zia­lis­ten, was in Deutsch­land am ehes­ten der SPD ent­spricht. Weil er sei­ne Ar­beits­markt­re­for­men als Wirt­schafts­mi­nis­ter nicht durch­be­kam, trat er aus und grün­de­te sei­ne ei­ge­ne Be­we­gung. Vie­len sei­ner frü­he­ren Par­tei­freun­de gilt er als Neo­li­be­ra­ler. Setzt er nun zu­erst die an­ge­kün­dig­ten Ar­beits­markt­re­for­men in Gang, wird eher die Uni­on glaub­haft ma­chen kön­nen, dass sie mit die­sem neu­en Prä­si­den­ten und Mer­kel als Kanz­le­rin die EU vor­an­brin­gen kann.

9. Soll­te er aber of­fen­siv be­reits im deut­schen Wahl­kampf ge­mein­sa­me eu­ro­päi­sche In­ves­ti­tio­nen ein­for­dern, setzt er da­mit Mer­kel un­ter Druck. Für die Kanz­le­rin muss das im Wahl­kampf den­noch nicht ne­ga­tiv aus­ge­hen – je nach­dem, wie ge­schickt sie den ei­ge­nen Wäh­lern glaub­haft macht, dass nicht zu viel deut­sches Steu­er­geld in eu­ro­päi­sche In­ves­ti­tio­nen flie­ßen soll.

An­ge­la Mer­kel und Em­ma­nu­el Ma­cron beim G20 in Ham­burg.

(©Vo­gel/Pool/Shut­ter­stock/SIPA)

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