Groß­wer­den oh­ne El­tern

"La fin de la so­li­tu­de" de Be­ne­dict Wells, jeu­ne pro­di­ge de la lit­té­ra­tu­re al­le­man­de

Vocable (Allemagne) - - Édito Sommaire -

Ju­les n’a que 10 ans lorsque ses par­ents meu­rent dans un ac­ci­dent de voi­tu­re. Une per­te pré­coce qui mar­que­ra le res­te de sa vie. Avec une gran­de ma­tu­rité, le jeu­ne au­teur Be­ne­dict Wells, sou­vent pré­sen­té com­me “le nou­veau pro­di­ge de la lit­té­ra­tu­re al­le­man­de”, mont­re dans “La fin de la so­li­tu­de”, que cha­cun est re­s­ponsa­ble de sa prop­re exis­tence.

Ju­les, der Jüngs­te von drei Ge­schwis­tern, er­in­nert sich, wie er sich noch mit sei­nem Va­ter ge­strit­ten und sich sei­ne Mut­ter mit ei­nem Kuss auf die Stirn ver­ab­schie­det hat. Dann ver­rei­sen die El­tern für ein Wo­che­n­en­de oh­ne Kin­der – und kom­men nicht mehr zu­rück.

2. We­gen ei­nes töd­li­chen Au­to­un­falls ver­liert Ju­les schon früh al­les, was ihm lieb war. Er ver­sucht tap­fer zu blei­ben. „In

mei­nem neu­en Bett im In­ter­nat ver­ste­cke ich ein Stoff­tier un­ter dem Kis­sen. Und ich wei­ne nicht, nicht ei­ne Se­kun­de.“

3. Der fröh­li­che, fre­che und mu­ti­ge Jun­ge wird ein un­si­che­res We­sen, zieht sich im­mer mehr in sich zu­rück. Ver­dreht stän­dig Wör­ter und sagt des­halb kaum noch was. Ver­ein­samt. Ein­zig Al­va, die rot­haa­ri­ge Schul­ka­me­ra­din mit der Horn­bril­le, in­ter­es­siert sich noch für ihn.

VOM ÜBER­WIN­DEN DER EIN­SAM­KEIT

4. Ju­les bleibt auch als Er­wach­se­ner ein Aus­sen­sei­ter, ein Träu­mer. Schuld­ge­füh­le quä­len ihn, und er ver­geu­det sei­ne bes­ten Jah­re. Der Va­ter fehlt ihm ganz be­son­ders: „Ich wür­de gern mal mit ihm in ei­ner Bar sit­zen und mich mit ihm un­ter­hal­ten. Als Er­wach­se­ne.“Über Va­ter-Sohn-Din­ge halt.

5. Im­mer öf­ter denkt der jun­ge Mann dann an das rot­haa­ri­ge Mäd­chen von da­mals. Ge­traut sich aber lan­ge nicht, Al­va

zu su­chen. „Ich ha­be nie den Mut ge­habt, sie zu ge­win­nen, im­mer nur die Angst, sie zu ver­lie­ren.“

6. Es geht in die­sem zau­ber­haf­ten Ent­wick­lungs­und Lie­bes­ro­man um ei­nen Men­schen, der stän­dig Angst hat, al­les zu ver­lie­ren. Es geht ums Al­lein­sein und um die Fra­ge, was wä­re an­ders, wenn ich dies oder das an­ders ge­macht hät­te. Aber auch: Was wä­re nicht an­ders?

7. Es ist zwar viel, was Be­ne­dict Wells sei­nem Ich-Er­zäh­ler zu­mu­tet. Doch trotz al­ler Tra­gik neigt der Au­tor nicht zu über­mo­ti­vier­ten Ge­fühls­aus­brü­chen. Er hat ein fei­nes Ge­spür für See­len­zu­stän­de und ver­fügt mit 32 Jah­ren über er­staun­lich viel Le­bens­er­fah­rung.

NAH AM WAH­REN LE­BEN

8. Der Ro­man­held wird für die Le­se­rin zu ei­nem Freund. Man nimmt teil an sei­nem Schick­sal, will un­be­dingt wis­sen, wie es wei­ter­geht. Das schafft Wells schein­bar mü­he­los mit ei­ner un­auf­ge­reg­ten Er­zähl­wei­se, ei­ner schlich­ten und kla­ren Spra­che, wie man sie sonst oft bei ame­ri­ka­ni­schen Li­te­ra­ten fin­det.

9. Der Ti­tel „Vom En­de der Ein­sam­keit“weist dar­auf hin: Das Buch macht auch Mut. Ju­les Bru­der sagt es mal so: „Du bist nicht schuld am Tod un­se­rer El­tern. Aber du bist schuld dar­an, was die­se Din­ge mit dir ma­chen. Du al­lein trägst Ver­ant­wor­tung für dich und dein Le­ben.“Schö­ne Sät­ze. Da­von hat es noch vie­le in die­sem Buch.

10. Der jun­ge deut­sche Schrift­stel­ler hat viel in sei­nen vier­ten Ro­man hin­ein­ge­steckt. Sie­ben Jah­re hat er dar­an ge­ar­bei­tet. An­fangs ha­be der Ro­man noch 800 Sei­ten ge­habt. Doch ei­ne dicht er­zähl­te Ge­schich­te sei ihm wich­tig ge­we­sen, meint Wells, des­halb ha­be er sie nach und nach auf 350 Sei­ten ge­kürzt. „Ich woll­te mir dies­mal ein­fach so viel Zeit neh­men wie nö­tig und al­les tun, was ich konn­te.“

11. Mit „Vom En­de der Ein­sam­keit“zeigt Wells nun end­gül­tig, dass der Er­folg sei­ner ers­ten Bü­cher („Becks letz­ter Som­mer“, „Fast ge­ni­al“und „Spin­ner“) kein Zu­fall ist. Der Mann kann schrei­ben, und wie! *Schwei­zer Ra­dio und Fern­se­hen

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