Angst wird ver­erbt

Gu­er­res, fa­mi­nes : l’his­toire de nos an­cêtres est in­scri­te dans not­re gé­no­me

Vocable (Allemagne) - - Édito | Sommaire -

Des cher­cheurs al­le­man­ds ont dé­cou­vert que des trau­ma­tis­mes com­me les gu­er­res, les fa­mi­nes ou les vio­len­ces phy­si­ques vé­cu­es par les femmes en­ce­in­tes pou­vai­ent mar­quer le gé­no­me sur plu­sieurs gé­né­ra­ti­ons. Au­jourd'hui en­co­re l’in­flu­ence de la Se­con­de Gu­er­re mon­dia­le peut se li­re dans l’ADN des pe­tits-en­fants.

In den Kriegs­jah­ren 1944 bis 1945 er­leb­ten die Nie­der­lan­de ei­nen Hun­ger­win­ter. Un­ter­su­chun­gen er­ga­ben, dass Kin­der, de­ren Müt­ter zu je­ner Zeit mit ih­nen schwan­ger wa­ren, zu Über­ge­wicht und Fol­ge­er­kran­kun­gen wie et­wa Dia­be­tes neig­ten. Kin­der von Frau­en hin­ge­gen, die wäh­rend der Be­la­ge­rung von Le­nin­grad schwan­ger wa­ren, zeig­ten die­se Dis­po­si­ti­on nicht. Wis­sen­schaft­ler füh­ren den Un­ter­schied dar­auf zu­rück, dass es in den Nie­der­lan­den, an­ders als in Russ­land, schon bald nach dem Krieg reich­lich Nah­rung gab. Die Kin­der des Hun­ger­win­ters aber wa­ren auf Man­gel pro­gram- miert, ihr Or­ga­nis­mus kam mit dem Über­fluss oft nicht zu­recht.

2. Prä­gun­gen die­ser Art fas­zi­nie­ren For­scher wie den Kon­stan­zer Neu­ro­psy­cho­lo­gen Tho­mas El­bert. Tier­ex­pe­ri­men­te be­le­gen, dass selbst in der En­kel­ge­ne­ra­ti­on an der DNA Spu­ren nach­zu­wei­sen sind, die auf die Er­leb­nis­se der Groß­müt­ter zu­rück­ge­hen. Ei­ne neue Stu­die an El­berts Lehr­stuhl zeigt nun, dass so­gar Ei­gen­schaf­ten wie Ängst­lich­keit der­ar­ti­gen Ko­die­run­gen un­ter­lie­gen. Ex­per­ten nen­nen den Zu­sam­men­hang „epi­ge­ne­tisch“– die Ge­ne mu­tie­ren nicht, aber ih­re Funk­ti­on ver­än­dert sich, und die­se Ve­rän­de­rung wird an die Nach­kom­men wei­ter­ge­ge­ben.

GE­WALT WIRKT ÜBER GE­NE­RA­TIO­NEN

3. Die Stu­die führ­te ei­ne Mit­ar­bei­te­rin El­berts, Fer­nan­da Ser­pe­lo­ni, in ei­ner von Ar­mut und Ge­walt ge­plag­ten Re­gi­on des bra­si­lia­ni­schen Bun­des­staats Rio de Janei­ro durch. Sie er­gab deut­li­che Hin­wei­se, dass auch noch die En­kel von Frau­en, die wäh­rend ih­rer Schwan­ger­schaft Ge­walt vom Part­ner oder an­de­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen aus­ge­setzt wa­ren, ängst­lich und de­pres­siv wa­ren – oder selbst zu gro­bem Ver­hal­ten an­de­ren ge­gen­über neig­ten.

4. Ser­pe­lo­ni er­ziel­te ih­re Er­geb­nis­se nicht durch Psy­cho-Tests, son­dern durch Spei­chel­pro­ben. Un­ter 121 Kin­dern be­ob­ach­te­te sie ei­nen si­gni­fi­ten, kan­ten Zu­sam­men­hang zwi­schen win­zi­gen Ve­rän­de­run­gen der DNA und der – durch In­ter­views in Er­fah­rung ge­brach­ten – Men­ge an Ge­walt, die de­ren Groß­müt­ter er­lebt hat­ten.

5. Die in der Zeit­schrift „Trans­la­tio­nal Psych­ia­try“ver­öf­fent­lich­te Stu­die aus Kon­stanz lie­fert auch mög­li­che Er­klä­run­gen für Trau­ma­ti­sie­run­gen so­ge­nann­ter Krieg­s­en­kel. Ob ih­re Groß­el­tern die Bom­ben­nacht von Dres­den oder ent­beh­rungs­rei­che Wan­de­run­gen von Ost nach West durch­ge­macht hat­ten, un­ter An­ge­hö­ri­gen der Jahr­gän­ge 1955 bis 1975 ist im­mer wie­der von ei­nem er­erb­ten Trau­ma die Re­de. In Fo­ren und Bü­chern dis­ku­tie­ren Be­trof­fe­ne und The­ra­peu- ob et­wa über­höh­te Leis­tungs­be­reit­schaft ein ty­pi­sches Sym­ptom sein könn­te.

6. Wie un­mit­tel­bar die Schwan­ger­schaft das We­sen von Kin­dern prägt, er­fuh­ren Ver­hal­tens­for­scher in Göt­tin­gen bei Durch­sicht von 719 Stu­di­en an 21 Säu­ge­tier­ar­ten, mehr­heit­lich Af­fen.

7. Wa­ren et­wa Ma­ka­kenmüt­ter vor al­lem in der frü­hen Schwan­ger­schaft viel Stress aus­ge­setzt, wur­den die Jun­gen schnel­ler ge­schlechts­reif. Das ho­he Ent­wick­lungs­tem­po be­ein­träch­tigt aber wo­mög­lich die Ge­sund­heit. Die For­scher fan­den bei den Tur­bo-Ent­wick­lern auch Hin­wei­se auf ein schwä­che­res Im­mun­sys­tem.

(CC pixabay)

Angst For­scher ent­de­cken, wie Er­leb­nis­se wäh­rend der Schwan­ger­schaft über Ge­ne­ra­tio­nen fort­wir­ken kön­nen.

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