AUS­BLICK AUF DIE BER­LI­NA­LE DIE­TER KOSSLICK

Un aper­çu de la pro­ch­ai­ne Ber­li­na­le

Vocable (Allemagne) - - À La Une -

Avec des films sur l’exil, la re­li­gi­on ou le tour­nant po­pu­lis­te en Eu­ro­pe, la 68e édi­ti­on de la Ber­li­na­le, qui se ti­en­dra du 15 au 25 fé­vri­er, pro­met d’êt­re à nou­veau très po­li­tique. Di­rec­teur du fes­ti­val jus­qu’en mai 2019, Die­ter Kosslick nous li­v­re sa con­cep­ti­on du sep­tiè­me art, il par­le de la po­lé­mi­que lan­cée par des ar­tis­tes à son su­jet et évo­que son ave­nir.

dpa: Am 15. Fe­bru­ar wird der ro­te Tep­pich der 68. Ber­li­na­le aus­ge­rollt. Im No­vem­ber ha­ben 79 Künst­ler, dar­un­ter Pro­mi­nen­te wie Ma­ren Ade und Fa­tih Akin, in ei­nem of­fe­nen Brief ge­for­dert, das Fes­ti­val von Berlin auf Au­gen­hö­he mit Can­nes und Ve­ne­dig in die Zu­kunft zu füh­ren. Es geht um die For­de­rung von Film­re­gis­seu­ren nach ei­ner grund­le­gen­den Re­form des Fes­ti­vals und der da­mit ver­bun­de­nen Kri­tik an Ih­nen selbst... Die­ter Kosslick: Da wer­den zwei Din­ge ver­mischt. Die Film­re­gis­seu­re hat­ten ei­ne Trans­pa­renz bei der Neu­be­set­zung der Ber­li­na­le-Lei­tung nach 2019 ge­for­dert. Das ist

völ­lig le­gi­tim. Aber die dar­aus ent­ste­hen­de De­bat­te war nicht wit­zig. Vor al­lem im Aus­land wur­de nicht ver­stan­den, was da los ist. Es gab Leu­te, die ge­sagt ha­ben: Das ist un­si­cher mit der Ber­li­na­le, da ge­ben wir un­se­re Fil­me nicht hin. Das ha­ben wir ganz klar ge­merkt.

2. dpa: Ist die Se­xis­mus-De­bat­te in Hol­ly­wood ein The­ma? Kosslick: Die #MeToo-De­bat­te hat­te gro­ße Aus­wir­kun­gen. Man schaut Fil­me jetzt auch an­ders an. Wenn frü­her auf der Lein­wand ei­ne Se­kre­tä­rin „ver­nascht“wur­de, dann hat man ge­sagt: Na gut, das steht eben so im Dreh­buch. Jetzt sagt man: Na­ja, das müs­sen wir jetzt nicht auch noch zei­gen. Es gibt noch ganz schön vie­le Fil­me, in de­nen für Frau­en de­mü­ti­gen­de Sze­nen vor­kom­men. Wir ha­ben aber auch Fil­me, die das The­ma Miss­brauch und Macht­miss­brauch auf­grei­fen. Es gibt ei­ni­ge Fil­me, in de­nen am En­de der Mann „der Blö­de“ist.

3. dpa: Im De­zem­ber ha­ben Sie die ers­ten Wett­be­werbs­fil­me be­kannt­ge­ge­ben. Dar­un­ter sind mit „In den Gän­gen“von Tho­mas Stu­ber und „Mein Bru­der heißt Robert und ist ein Idi­ot“von Phi­lip Grö­ning be­reits zwei deut­sche Pro­duk­tio­nen... Kosslick: Es wird nicht da­bei blei­ben. Es gibt sehr, sehr gu­te deut­sche Fil­me!

4. dpa: Wird sich die Ber­li­na­le wie­der po­li­tisch po­si­tio­nie­ren – zum Bei­spiel mit Fil­men, die vom vor­an­schrei­ten­den Na­tio­na­lis­mus in Deutsch­land und in Eu­ro­pa er­zäh­len? Kosslick: Man kann die Kunst nicht von der Rea­li­tät tren­nen. Es gibt im­mer noch die Fil­me zum The­ma Emi­gra­ti­on – es gibt ja auch noch Flucht. An­de­re Fil­me er­wei­tern das The­ma. Da geht es um die zer­stö­re­ri­schen Fol­gen der Glo­ba­li­sie­rung. Wie zum Bei­spiel kann es sein, dass die EU Un­sum­men für den Ex­port von Schwei­ne­fleisch und land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­ten nach Afri­ka und in an­de­re Län­der aus­gibt – und gleich­zei­tig die land­wirt­schaft­li­chen Struk­tu­ren in die­sen Län­dern zer­stört wer­den. Dann gibt es zahl­rei­che Fil­me, die sich mit Re­li­gi­on und dem Rechts­ruck in Eu­ro­pa be­schäf­ti­gen. Aber: Es gibt bei der Ber­li­na­le auch gro­ßes En­ter­tain­ment mit gro­ßen Stars.

5. dpa: Sie ha­ben er­klärt, nach Aus­lau­fen Ih­res Ver­tra­ges als Fes­ti­val­di­rek­tor im Mai 2019 nicht mehr für ei­ne Lei­tungs­funk­ti­on bei der Ber­li­na­le zur Ver­fü­gung zu ste­hen. Könn­ten Sie sich ei­nen Chef­pos­ten wo­an­ders vor­stel­len, es gibt ja auch noch an­de­re Film­fes­ti­vals... Kosslick: Man soll ja nie nie sa­gen. Aber ich ste­he nicht für ei­nen der bei­den von mir vor­ge­schla­ge­nen Pos­ten Künst­le­ri­scher Di­rek­tor oder Ge­schäfts­füh­ren­der Di­rek­tor der Ber­li­na­le zur Ver­fü­gung. Falls die­se Tren­nung der Auf­ga­ben je­mals er­folgt. Den Vor­schlag ha­be ich ja schon seit Jah­ren ge­macht. Wenn ich un­be­dingt et­was ma­chen will, dann bin ich über­zeugt, dass ich et­was ma­chen kann. Wo – das sei mal da­hin­ge­stellt. Da gibt es vie­le Mög­lich­kei­ten. Vi­el­leicht stu­die­re ich auch Kunst­ge­schich­te, Geo­gra­fie oder Spa­nisch und ver­kau­fe in der Markt­hal­le But­ter­b­re­zeln.

(© San­dra Wel­ler / Ber­li­na­le 2017)

Ju­ry-Prä­si­dent Paul Ver­hoeven und Fes­ti­val­di­rek­tor Die­ter Kosslick bei der Er­öff­nungs­ga­la 2017.

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