Fo­cus Ha­ben wir Deut­schen kei­nen Hu­mor?

Les Al­le­man­ds n’ont pas d’hu­mour : cli­ché ou réa­lité ?

Vocable (Allemagne) - - Édito | Sommaire - VON WAL­TER FILZ

Fans de foot, or­don­nés, francs, ponc­tu­els, éco­los… Les Al­le­man­ds sont beau­coup de cho­ses, mais on les qua­li­fie ra­re­ment de « drô­les ». Cet­te tri­bu­ne plei­ne d’iro­nie pour­rait bi­en vous prou­ver le con­trai­re !

Nein, wir sind nicht lus­tig. Ja, wir sa­gen uns im­mer wie­der auf’s Neue. Wenn in Talk­shows wie­der mal das Ni­veau des hie­si­gen Un­ter­hal­tungs­fern­se­hens dis­ku­tiert wird. Wenn die Feuille­tons mal wie­der über den man­geln­den Fein­sinn ein­hei­mi­scher Ki­no­ko­mö­di­en la­men­tie­ren, wenn kul­tu­rell Bes­s­er­ge­stell­te im pri­va­ten Kreis die Na­se rümp­fen über na­tio­na­le Lach­ge­wohn­hei­ten – dann fällt ir­gend­wann der re­si­gnier­te Satz: Wir Deut­schen ha­ben eben kei­nen Hu­mor.

WIR BEMITLEIDEN UNS GERN SELBST

2. Der Satz ist wie so vie­le deut­sche Sät­ze ein Aus­druck tie­fen Selbst­mit­leids. Ein gna­den­lo­ser All­ge­mein­platz. Denn er wirft nicht nur 80 Mil­lio­nen In­di­vi­du­en in ei­nen Topf, er schmeißt auch je­de Men­ge Spaß in ei­nen Ei­mer. 3. Ob Ka­ba­rett, ob Come­dy, ob Kar­ne­val, ob Clown­s­num­mer, ob Ka­ri­ka­tur, ob Ka­lau­er, Heinz Er­hardt oder Ha­rald Schmidt, oder Hel­ge Schnei­der, Her­ren- oder Hä­schen­witz, Tor­ten­schlacht oder Po­li­ti­ker­par­odie. Egal, wurscht, für al­le Gen­re­ar­ten, Un­ter­ar­ten lus­tig ge­mein­ten Tuns, heißt’s hier­zu­lan­de im­mer: Die anderen kön­nen es bes­ser.

4. Ach wie ab­surd, wie ver­schro­ben ist der bri­ti­sche Hu­mor, oh wie kom­plex in­tel­lek­tu­ell der fran­zö­si­sche. Wie pro­fes­sio­nell der ame­ri­ka­ni­sche. Der deut­sche Hu­mor aber ist, na was ge­nau? Ver­krampft und steif und un­ge­lenk.

5. Er knarrt und ächzt, er klemmt und klap­pert. Wenn deut­scher Witz ins Be­wusst­sein wir­ken will, gilt er als höl­zern wie ein Zei­ge­stock, der schwer zu schlu­cken ist, weil ja das La­chen quer im Hal­se ste­cken blei­ben soll. Wenn deut­scher Witz oh­ne Ge­dan­ken­mehr­wert, ein­fach nur La­chen ma­chen möch­te, gilt er als breit und platt, kuh­fla­den­ar­tig und ent­spre­chend schlüpf­rig.

DIE DEUT­SCHEN – EIN SPASSVERKNIFFENES VOLK?

6. Das heißt, egal ob spitz ins Hirn zie­lend oder nur flach ins Ge­sicht ge­klatscht: Im­mer wird der deut­sche Witz als un­lo­cker, be­müht, ge­wollt und nicht ge­konnt emp­fun­den. Von wem emp­fun­den? Na­tür­lich von den Deut­schen selbst, je­nem selt­sam spaß­ver­knif­fe­nen Volk, das an sei­nen Wit­zen lei­det wie wohl kein an­de­res.

7. Nicht dass der ein­zel­ne Deut­sche nicht gern la­chen wür­de, aber im­mer lacht ihm ein an­de­rer Deut­scher zu laut. Und über sich selbst lau­ter la­chen, dass kann er ja nun wirk­lich nicht.

Hier­zu­lan­de heißt’s im­mer: Die anderen kön­nen es bes­ser.

(©Istock)

Sind die Deut­schen wirk­lich humorlos?

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