UND AL­LES WAR ER­LEUCH­TET

Wie ein düs­ter ver­schach­tel­tes La­by­rinth zeig­te sich einst die­se Woh­nung im Her­zen von Ma­drid. Heu­te ist sie In­be­griff von Of­fen­heit, Frei­heit und Ge­müt­lich­keit.

20 Private Wohntraeume - - Editorial - TEXT: ANA­BEL SCHLEU­NING I FO­TOS: ÁBATON AR­CHI­TEC­TU­RE

Das Apart­ment in Ma­drid lebt vom Licht

Über­all lau­er­ten klei­ne Zim­mer. Wo man hin­trat, stieß man mit dem Kopf ge­gen ei­ne Wand. Ei­ne Welt der Gren­zen und des be­eng­ten Raums of­fen­bar­te sich noch vor ein paar Mo­na­ten hier in die­sem al­ten Haus in Bar­rio de Sa­la­man­ca von Ma­drid. Streift man heu­te durch die 213 Qua­drat­me­ter gro­ße Woh­nung, geht man wie auf Wol­ken, will flie­gen durch die Räu­me, und es scheint fast so, als wür­de ei­nen nichts dar­an hin­dern als die mensch­li­che Phy­sis: die eins­ti­ge, ge­ra­de­zu la­by­rin­thi­sche Welt der Irr­we­ge zeigt sich nun als In­be­griff von Of­fen­heit und Frei­heit, als Zei­chen gren­zen­lo­sen Woh­nens. Denn als sich das spa­ni­sche

Ar­chi­tek­tur­bü­ro Ábaton ans Werk mach­te, war ei­nes klar: Wo viel Licht ist, muss Licht glei­ten dür­fen. Sonst wird ein Raum das Ge­fühl des Ge­fan­gen­seins nicht los. Des­halb ris­sen die Ar­chi­tek­ten zual­ler­erst ei­ni­ge Wän­de ein und ga­ben dem Licht den Raum, den es braucht, um sich zu ent­fal­ten. Es ent­stand ein Auf­ent­halts­be­reich, der zu­gleich Wohn­zim­mer, Ess­platz und Kü­che ist. Die Raum­ge­stal­tung der we­ni­gen üb­ri­gen Zim­mer zeich­net sich durch ei­ne größt­mög­li­che Leich­tig­keit aus: Trans­pa­ren­te Glas­tü­ren und wan­del­ba­re Holz­fas­sa­den set­zen Gren­zen, aber nur, wenn es denn sein muss. Land­haus­die­len re­flek­tie­ren das Licht und schaf­fen ei­ne At­mo­sphä­re der Ge­bor­gen­heit. Und da­zwi­schen zeich­nen ei­ne Hand­voll fei­ner Mö­bel den Cha­rak­ter der Alt­bau­woh­nung, die einst ein­mal La­by­rinth war und heu­te Gren­zen un­sicht­bar er­schei­nen lässt.

Le­ben leicht ge­macht: Tra­gen­de Wän­de wur­den ein­fach mit Fens­tern aus­ge­stat­tet, um lich­te Wel­ten zu schaf­fen.

Drau­ßen pul­siert das Stadt­le­ben, drin­nen war­ten Ruhe & Ge­bor­gen­heit.

In ganz mo­der­nem, leich­ten Stil zeigt sich die

Kü­che mit Ar­beits­block.

Fast je­des Fens­ter wur­de zum fran­zö­si­schen Bal­kon um­ge­wan­delt, wel­cher die Welt von drau­ßen her­ein­trägt.

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