EIN HAUS, ZWEI GE­SICH­TER

Die Mo­der­ni­sie­rung al­ter Häu­ser

20 Private Wohntraeume - - INHALT - TEXT: MICHAE­LA RICH­TER FO­TOS: DIE FO­TOS ENT­STAM­MEN DEM BUCH „OLD HOUSES MA­DE NEW“, TENEUES; FO­TO­GRA­FEN SIE­HE BILDRÄNDER

Nicht nur Woh­nungs- und Haus­be­sit­zer, auch De­si­gner, Ar­chi­tek­ten und Bau­her­ren su­chen im­mer wie­der nach neu­en In­spi­ra­tio­nen für zeit­ge­mä­ße Re­no­vie­rungs- und Sa­nie­rungs­pro­jek­te. Ge­ra­de in Zei­ten, in de­nen Bau­grund­stü­cke nicht nur teu­rer, son­dern auch schlicht­weg knapp wer­den, über­le­gen sich vie­le Bau­her­ren auf Alt­be­stand zu­rück­zu­grei­fen und dem in die Jah­re ge­kom­me­nen Ge­bäu­de ein neu­es Ge­sicht zu ver­lei­hen. Aber auch ei­ne Erb­schaft des El­tern- oder Groß­el­tern­hau­ses kann

schnell schlaf­lo­se Näch­te be­rei­ten, wenn das Bau­werk über­ho­lungs­be­dürf­tig und die Ein­rich­tung alt­ba­cken er­scheint. In ih­rem Buch „Old Houses Ma­de New“be­geis­tert Ma­ca­re­na Abas­cal Val­de­ne­bro mit un­zäh­li­gen Fo­to­gra­fi­en und Ar­chi­tek­tur­zeich­nun­gen, die den Re­no­vie­rungs­pro­zess von über 30 Ge­bäu­den ver­an­schau­li­chen – vom Ent­wurf bis zur Aus­füh­rung. Wohn­raum wird in der Re­gel re­no­viert, um vor­han­de­nen Ge­bäu­de­struk­tu­ren, die mit der Zeit un­prak­tisch oder gar un­be­nutz­bar ge­wor­den sind, neu­es Le­ben ein­zu­hau­chen. Die Her­aus­for­de­rung be­steht dar­in, die Be­stands­ge­bäu­de den heu­ti­gen Stan­dards an­zu­pas­sen, oh­ne die Ele­men­te zu zer­stö­ren, die wir viel­leicht wei­ter­nut­zen möch­ten oder die uns be­son­ders ans Herz ge­wach­sen sind. Dass die meis­ten al­ten Häu­ser stark zer­glie­dert sind, ent­spricht den mensch­li­chen Ge­wohn­hei­ten ih­rer Zeit und den da­mals ver­füg­ba­ren Bau­me­tho­den. Heut­zu­ta­ge woh­nen wir lie­ber in of­fe­nen Grund­ris­sen und luf­ti­gen Räu­men. Neue Kon­struk­ti­ons­tech­ni­ken ma­chen es uns mög­lich, Wän­de zu ent­fer­nen und Frei- räu­me zu schaf­fen. Da­bei kann die Renovierung und Mo­der­ni­sie­rung un­se­rer Wohn­räu­me sehr un­ter­schied­lich aus­fal­len – vom Aus­tausch ver­al­te­ter Ar­ma­tu­ren und Ge­rä­te über das Ein­rei­ßen und Wie­der­auf­bau­en von Wän­den bis hin zu kom­plet­ten An­bau­ten. Trotz des bis­wei­len er­heb­li­chen Auf­wands kön­nen Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten ver­blüf­fen­de Ver­wand­lun­gen be­wir­ken. Sie stei­gern den Kom­fort und er­hö­hen den Nut­zen, ganz zu schwei­gen von der Wert­stei­ge­rung, die ei­ne sol­che In­ves­ti­ti­on im All­ge­mei­nen nach sich zieht. Die­ser in­spi­rie­ren­de Band prä­sen­tiert ei­ne Viel­zahl von Re­no­vie­rungs­vor­ha­ben, die von der voll­stän­di­gen Ent­ker­nung zu Be­ginn ei­nes Pro­jek­tes bis zu we­ni­ger um­fas­sen­den Ar­bei­ten und kos­me­ti­schen Kor­rek­tu­ren, ei­nem ein­fa­chen Neu­an­strich oder der Nach­rüs­tung von Ar­ma­tu­ren reicht. In­te­riorPro­fis wis­sen, wel­chen Ein­fluss auf die Raum­wir­kung ei­ne be­hut­sam aus­ge­wähl­te Far­be oder die Ver­le­gungs­art von Flie­sen be­sit­zen. Auch grö­ße­re oder zu­sätz­lich ein­ge­bau­te Fens­ter, die den Raum plötz­lich mit Ta­ges­licht flu­ten, wer­ten ein Zu­hau­se auf. Und auch Bar­rie­re­frei­heit spielt ei­ne zu­neh­men­de Rol­le. Exis­tie­ren­de Wohn­ge­bäu­de ha­ben be­wie­sen, dass sie ver­än­der­li­chen Be­dürf­nis­sen mit An­pas­sungs­fä­hig­keit be­geg­nen kön­nen. So bil­den sie den Schlüs­sel für ei­ne Neu­ge­stal­tung un­se­res Le­bens­raums.

AUS ST­EIN Die­ses Ein­fa­mi­li­en­haus in Hauts-de-Sei­ne, Frank­reich, wur­de zeit­ge­mä­ßen Aspek­ten an­ge­passt.

MO­DERN Sky­gar­den Hou­se in To­ron­to, On­ta­rio, Ka­na­da.

LICHT­DURCH­FLU­TET Denk­mal­ge­schütz­tes Haus, 17. Jhd., in Brüg­ge, Bel­gi­en.

ZEITGEMÄSS Kü­che mit Hell-Dun­kel-Kon­trast; Con­tem­pora­ry Clas­sic in Lon­don, UK.

ELE­GANT Con­tem­pora­ry Clas­sic in Lon­don, UK.

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