EIN ORT DER RU­HE

Jea­net­t­as Cot­ta­ge in Schott­land

20 Private Wohntraeume - - INHALT - TEXT: GAP IN­TE­RI­ORS/ROSALIND ERSKINE; MICHAE­LA RICH­TER FO­TOS: GAP IN­TE­RI­ORS/DOUGLAS GIBB

Als Jea­net­ta Ro­wan Ha­mil­ton mit dem Di­lem­ma kon­fron­tiert wur­de, dass sie über ih­re Mut­ter plötz­lich das Fe­ri­en­haus ih­res Groß­va­ters ver­erbt be­kam, wand­te sie sich an ih­re Toch­ter Ca­ro­li­ne, um Rat ein­zu­ho­len. Das Zinn­haus in Helms­da­le na­he Su­ther­land in den schot­ti­schen High­lands be­gann be­reits zu zer­fal­len und hat­te von häu­fi­gen Tier­be­su­chern zahl­rei­che Lö­cher im Bo­den. „Ich hat­te mich da­mals ge­fragt, ob ich es ein­fach ver­kau­fen und da­für ein Haus er­wer­ben soll­te, das nä­her an Lon­don lag“, er­in­nert sich Jea­net­ta. „Aber mei­ne Toch­ter war ent­schie­den da­ge­gen und mein­te,

dass wir es wie­der zum Le­ben er­we­cken und als Ur­laubs­do­mi­zil nut­zen soll­ten.“Die Fa­mi­lie – Jea­net­ta und ih­re Kin­der Ca­ro­li­ne ( 34) und Ja­mie (31) ha­ben schö­ne Er­in­ne­run­gen an frü­he­re Zei­ten in dem Häu­schen, wo sie je­de Men­ge Brett­spie­le spiel­ten und die Na­tur als Spiel­platz er­kun­de­ten. Als Jea­net­ta im Jahr 2002 ihr Er­be an­trat, gab es in der Hüt­te we­der Te­le­fon- noch Fern­seh­an­schluss, In­ter­net oder Zen­tral­hei­zung. Heu­te, nach­dem Jea­net­ta und ih­re Fa­mi­lie das Haus ein Jahr lang re­no­viert ha­ben, sind al­le sehr glück­lich über die Ent­schei­dung, die­sen Ort der Ru­he und des Frie­dens nicht auf­ge­ge­ben zu ha­ben. „Ich fah­re zum Haus, so oft ich kann“, sagt Jea­net­ta. „Dort bin ich auf­ge­wach­sen, ich ken­ne das Haus, und ich ken­ne Schott­land. Dort

ist mein Herz“, sagt sie. Die Zinn­hüt­te, von de­nen es frü­her vie­le in der Ge­gend gab, wur­de von Jea­net­t­as Groß­va­ter auf­grund der Nä­he zum Helms­da­le Ri­ver als Un­ter­kunft fürs Lachs­an­geln ge­kauft. Weil Jea­net­ta für die Renovierung des Häu­schens nur we­nig Geld aus­ge­ben konn­te, mach­te sie vie­les selbst. Zu­nächst muss­te ent­rüm­pelt wer­den. „Al­les, was wir nicht woll­ten, stell­ten wir ein­fach auf den Ra­sen vor die Tür“, er­zählt sie. „Durch Mund­pro­pa­gan­da tauch­ten plötz­lich meh­re­re An­ti­qui­tä­ten­händ­ler auf und kauf­ten al­les mög­li­che.“Als Jea­net­ta und ih­re Toch­ter an dem Punkt an­ka­men, dass sie hand­werk­lich nichts mehr selbst tun konn­ten, be­auf­trag­ten sie die lo­ka­len Bau­ar­bei­ter Wil­li­am Hen­dry und sei­nen Sohn Douglas, mit de­nen sie seit­dem gut be­freun­det

sind. Be­son­ders die ori­gi­nal er­hal­te­ne Veran­da hat es Jea­net­ta an­ge­tan, weil sie von hier aus die Um­ge­bung ge­nie­ßen und Wild­tie­re be­ob­ach­ten kann. In Se­cond Hand-Lä­den, An­ti­qui­tä­ten­ge­schäf­ten und auf Floh­märk­ten kauf­te sie neu­es In­te­ri­eur. Ihr Fa­zit: „Hier in den High­lands, füh­le ich mich ein­fach wie im Him­mel.“

RARITÄT Frü­her gab es vie­le die­ser Häu­ser in den High­lands, heu­te sind sie sel­ten ge­wor­den. Auf der Nach­bar­wei­de gra­sen fried­lich Scha­fe.

NISTKASTEN Ein schrul­li­ger VWCam­per für die ört­li­chen Vö­gel.

Auf dem Ta­blett mit Shabby Chic-Cha­rak­ter trans­por­tiert Jea­net­ta Geschirr und Snacks, die ei­ne klei­ne Aus­zeit an­kün­di­gen. LE­CKE­REI­EN

Die Ein­rich­tung des Hau­ses be­steht aus Floh­markt­fun­den und ein paar mit­ge­brach­ten Mö­beln aus Lon­don. GUT GE­MIXT

SPA­ZIER­GANG Jea­net­ta liebt es, mit ih­rem Hund Ru­by durch die schot­ti­sche Hü­gel­land­schaft und am Helms­da­le Ri­ver ent­lang zu schlen­dern.

HAND­AR­BEITNä­hen ent­spannt! Das weiß auch Jea­net­ta, die Kis­ten mit Garn und ein Hand­ar­beits­buch im Haus auf­be­wahrt.

EN­SEM­BLE Ein ge­pols­ter­tes Bett­haupt, ein klei­nes Bei­stell­tisch­chen, ei­ne Vin­ta­ge-Leuch­te, ein paar Bü­cher – fer­tig ist die Wohn­ro­man­tik.

BA­DE­ZIM­MERIn ei­nem An­ti­qui­tä­ten­ge­schäft ent­deck­te Jea­net­ta auch die­se Ba­de­wan­ne, die pri­ma in den Raum passt.

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