Grütz­ner­stra­ße 8:

Abendzeitung München - - MÜNCHEN -

Erst wa­ren es Lat­ten, die den Zorn der Haid­hau­ser auf sich zo­gen. Jetzt sind es im Bo­den ver­an­ker­te Holz­pfäh­le. In der Ecke des Wie­ner Plat­zes, die frü­her be­zeich­nen­der­wei­se ein­mal die Burg­frie­dens­gren­ze zwi­schen Stadt und Vor­stadt mar­kier­te, wird um ei­nen Zaun ge­strit­ten. Die Aus­ein­an­der­set­zung ist ein schö­nes Bei­spiel für die ver­schlun­ge­nen We­ge des Münch­ner Ver­wal­tungs­ap­pa­rats. Be­gon­nen hat al­les vor et­wa 13 Jah­ren. 2005 schließt das Gast­haus „Zum Hu­te­rer“in der Grütz­ner­stra­ße 8. Der al­te Gast­hof aus der Mit­te des 19. Jahr­hun­dert steht dann vie­le Jah­re lang leer. Im­mer wie­der wird an dem Ge­bäu­de ge­wer­kelt. Seit 2008 ver­zeich­net die Lo­kal­bau­kom­mis­si­on ins­ge­samt neun Bau­an­trä­ge für das Denk­mal. Ei­ni­ge wer­den von der Be­hör­de ab­ge­lehnt, an­de­re vom Ei­gen­tü­mer zu­rück­ge­zo­gen.

Der ne­un­te An­trag stammt aus dem Früh­jahr 2016. Dar­in wird ei­ne Nut­zungs­än­de­rung von der Gast­stät­te zum Büro Was sich schließ­lich zum Pro­blem aus­ge­wach­sen hat, ist nicht die Sa­nie­rung des al­ten Wirts­hau­ses selbst, son­dern der ehe­ma­li­ge Bier­gar­ten mit Blick auf den Wie­ner Platz. Die Flä­che da­für hat­ten die Wirts­leu­te einst von der Stadt ge­pach­tet. Schlei­chend sind die paar Qua­drat­me­ter samt Kas­ta­nie in das Pri­vat­an­we­sen über­ge­gan­gen – und wur­den letzt­end­lich mit ei­nem neu­en Lat­ten­zaun vom Wie­ner Platz ab­ge­trennt.

Da­hin­ter ste­hen Müll­häusl, ei­ne ver­grö­ßer­te Tür führt auf den Platz, es gibt ei­nen be­fes­tig­ten Weg durch den Gar­ten.

Dass öf­fent­li­cher Grund so ein­fach ab­ge­zwackt wird, är­ger­te den Be­zirks­aus­schuss AuHaid­hau­sen (BA) so sehr, dass er 2016 in­ter­ve­nier­te. Weil nichts pas­sier­te, wand­te sich

Fo­to: Stadt­ar­chiv

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