Freie Wäh­ler wer­ben um Städ­ter

Abendzeitung München - - MÜNCHEN - Von Flo­ri­an Zick

Das Image der Bau­ern­par­tei klebt fest an ih­nen. Der Münch­ner Ver­band wür­de die­ses Eti­kett aber nun ger­ne ab­schüt­teln

Die Frei­en Wäh­ler wür­den ger­ne ihr Image los­wer­den, sie sei­en ei­ne Re­gio­nal­par­tei, die zwar oh­ne Fra­ge Land­wirt­schafts­po­li­tik kön­ne – für ei­ne Groß­stadt wie Mün­chen aber nicht wirk­lich vie­le Ide­en ha­be. Der Münch­ner Par­tei­chef Micha­el Pia­zo­lo hat ges­tern des­halb ei­nen Zehn-Punk­te Plan vor­ge­stellt. Die­ser ist als ei­ne di­rek­te Re­ak­ti­on auf den Mün­chen-Plan von Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der (CSU) zu ver­ste­hen. „Wir wol­len zei­gen“, so Pia­zo­lo, „dass wir all das, was da jetzt auf­ge­kom­men ist, schon viel frü­her und vor al­lem viel kon­kre­ter vor­ge­schla­gen ha­ben.“

Im Kern be­schäf­tigt sich der Mas­ter­plan der Frei­en Wäh­ler mit dem an­ge­spann­ten Woh­nungs­markt. „Das ist das The­ma Num­mer 1 in Mün­chen“, sagt Pia­zo­lo. Auf dem Land ge­he es auch viel um Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge. Aber in Mün­chen, ganz klar: woh­nen, woh­nen, woh­nen. Micha­el Pia­zo­lo. An­ders als die meis­ten an­de­ren Par­tei­en wol­len die Frei­en Wäh­ler als Re­ak­ti­on auf den Woh­nungs­man­gel aber nicht bau­en, bau­en, bau­en. Im Ge­gen­teil: Pia­zo­lo und sei­ne Leu­te wol­len Schluss ma­chen mit der „maß­lo­sen und teil­wei­se auch re­gel­lo­sen Nach­ver­dich­tung“, so Pia­zo­lo.

Na­tür­lich kön­ne man kei­ne Mau­er um Mün­chen bau­en, sagt er. Aber es sei eben so: Das gemütliche Mün­chen dro­he zu ster­ben. fest­zu­schrei­ben.

Die Frei­en Wäh­ler ha­ben des­halb nun auch ein Bür­ger­be­geh­ren ge­star­tet. Die­ses hat sich zum Ziel ge­setzt, den Er­halt der ver­blie­be­nen Grün­zü­ge in Mün­chen un­ver­brüch­lich Das The­ma Wachs­tum ha­ben die Frei­en Wäh­ler schon ein­mal ge­spielt. 2013 war das, vor der letz­ten Land­tags­wahl. „Da ha­ben wir auch schon ge­merkt, dass die Stadt über­hitzt“, so Pia­zo­lo. Fünf Jah­re spä­ter sei die Si­tua­ti­on nun aber noch weit­aus schlim­mer. „Der Zu­zug nach Mün­chen ist ein­fach nicht mehr zu ver­kraf­ten“, sagt er. Als Lö­sung schla­gen die Frei­en Wäh­ler ei­nen Pakt mit dem Um­land vor. Denn Geld sei in Mün­chen ja vor­han­den, nur der Platz eben nicht. War­um soll­te die Stadt al­so nicht ein­fach die Ent­wick­lungs­kos­ten be­zah­len, wenn sich ei­ne Ge­mein­de in der Re­gi­on da­zu be­reit­er­klä­re, in grö­ße­rem Stil zu bau­en? Auch die In­fra­struk­tur im länd­li­chen Raum müs­se man ver­bes­sern, so Pia­zo­lo. Dann kä­men die Leu­te gar nicht erst auf die Idee, die Flucht in die Stadt an­zu­tre­ten. Das aber nur am Ran­de. Das Image ei­ner Par­tei, die sich vor­nehm­lich mit dem fla­chen Land aus­kennt, wol­len die Frei­en Wäh­ler schließ­lich los­wer­den.

Fo­to: FW

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