Das Le­bens­eli­xier

Abendzeitung München - - MÜNCHEN -

Die Qu­el­le ei­nes Flus­ses ist der Ur­sprung ei­nes ele­men­ta­ren Na­tur­er­eig­nis­ses. Die Isar ent­springt im Ti­ro­ler Kar­wen­del­ge­bir­ge und nimmt ih­ren Lauf durch die ober­baye­ri­sche Land­schaft, bis sie mit­ten durch Mün­chen fließt. Die schöns­ten Städ­te Eu­ro­pas lie­gen an Flüs­sen. In Pa­ris ist es die Sei­ne, in Lon­don die Them­se, in Wi­en die Do­nau, in Ham­burg die El­be und in Köln ist es Va­ter Rhein. Flüs­se strah­len et­was Be­ru­hi­gen­des aus, wenn sie nicht gera­de be­ängs­ti­gen­des Hoch­was­ser füh­ren.

In die­sem Hitze-Som­mer zeig­te sich die Isar für uns Münch­ner von der bes­ten Sei­te. Floß­fahr­ten in seich­tem Ge­wäs­ser, Ba­de- und Grill­spaß an vie­len Isar­strän­den, Radl­tou­ren am Isa­ru­fer und be­schau­li­che Schlauch­boot­fahr­ten von Wolfrats­hau­sen bis zur Floß­län­de in Thal­kir­chen be­scher­ten uns das höchs­te Som­mer­ver­gnü­gen. Noch in kei­nem Som­mer bin ich so oft mit mei­nen En­keln im kal­ten Was­ser der Isar strom­ab­wärts ge­schwom­men. Da­nach fühl­ten wir uns bei über 30 Grad Luft­tem­pe­ra­tur im­mer wie neu ge­bo­ren.

Un­ser lang­jäh­ri­ger Nach­bar Wulf-Die­ther zu Ca­s­tell – ehe­ma­li­ger Flug­ha­fen­di­rek­tor – sag­te mir ein­mal: „Der schöns­te Strand der Welt liegt di­rekt vor un­se­rer Haus­tür.“Was mir nicht ge­fällt, sind ex­ten­si­ve Grill­par­tys am Isar­st­rand, die oft bis spät in die Nacht dau­ern. Lei­der blei­ben dann oft lee­re Bier­fla­schen, Glas­scher­ben und sonstiges Un­an­sehn­li­ches zu­rück. Die ju­gend­li­chen Fei­er­bies­ter soll­ten re­spekt­vol­ler mit der Na­tur um­ge­hen.

Von Mai bis Au­gust konn­te man den so­ge­nann­ten Kul­tur­strand am Va­ter-Rhein-Brun­nen be­su­chen. Der Na­me die­ses som­mer­li­chen Hots­pots scheint mir ein we­nig über­trie­ben. Für mich war es eher ein ex­po­nier­ter Platz zum som­mer­li­chen Ab­hän­gen, um­rahmt von zwei Isar­ar­men. Die Kul­tur­stadt Mün­chen kann leicht auf ei­nen Kul­tur­strand ver­zich­ten. Die vi­ta­le Na­tur und die Was­ser­qua­li­tät der Isar zu er­hal­ten, ist ei­ne Her­aus­for­de­rung für die Um­welt­schüt­zer und für uns Nutz­nie­ßer.

Ei­ne Emp­feh­lung zum Schluss: Bei Dämmerung an ei­nem lau­schi­gen Platz am Isa­ru­fer die vie­len Was­ser­vö­gel in ih­rem Ele­ment be­ob­ach­ten. Für die See­le bes­ser als je­de Me­di­ta­ti­on.

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