Neue Chefs ge­sucht

Abendzeitung München - - MÜNCHEN -

Vie­le baye­ri­sche Hand­wer­ker brau­chen Nach­fol­ger

Wer über­nimmt mein Un­ter­neh­men? Die­se Fra­ge stellt sich in den nächs­ten Jah­ren für rund 23.000 Hand­werks­be­trie­be in Bay­ern. Für et­wa je­des fünf­te die­ser Un­ter­neh­men muss die­se Fra­ge in spä­tes­tens zwei bis fünf Jah­ren ge­löst wer­den. Franz Xa­ver Pe­terand­erl, Prä­si­dent des Baye­ri­schen Hand­werks­ta­ges (BHT) be­tont, dass die Über­nah­me recht­zei­tig ge­klärt wer­den soll.

„Wir ra­ten un­se­ren Be­triebs­in­ha­bern, sich ab ei­nem Al­ter von 55 Jah­ren ernst­haft da­mit zu be­schäf­ti­gen.“Pe­terand­erl nennt ei­ne gro­be Faust­for­mel in punc­to Über­ga­be: „Et­wa die Hälf­te der Un­ter­neh­men wird in­ner­halb der Fa­mi­lie über­ge­ben. Rund ein Vier­tel geht an ei­nen Mit­ar­bei­ter und für ein wei­te­res Vier­tel muss ex­tern ge­sucht wer­den.“

Genau hier setzt die Hil­fe der Hand­werks­kam­mern in Bay­ern an. Je­de der sechs Kam­mern bie­tet ei­ne Be­triebs­bör­se im In­ter­net, in die das Un­ter­neh­men an­ony­mi­siert ein­ge­stellt wer­den kann. Die Be­triebs­be­ra­ter der Kam­mern stel­len auf Wunsch den Kon­takt zwi­schen Ver­käu­fer und In­ter­es­sent her. In den Ge­sprä­chen zur Über­ga­be des Un­ter­neh­mens ist na­tür­lich der Preis die ent­schei­den­de Fra­ge. „Un­se­re un­ab­hän­gi­gen Be­ra­ter prü­fen das je­wei­li­ge Un­ter­neh­men auf Herz Die Zu­kunft des ei­ge­nen Un­ter­neh­mens si­chern: Der Prä­si­dent des Baye­ri­schen Hand­werks­ta­ges (BHT) Franz Xa­ver Pe­terand­erl rät Hand­werks­be­trie­ben, recht­zei­tig die Un­ter­neh­mens­über­ga­be zu klä­ren. und Nie­ren, um ei­ne Ver­hand­lungs­ba­sis zu be­kom­men, er­klärt der BHT-Prä­si­dent und zeigt, wel­che Stol­per­stei­ne auf die­sem Weg lie­gen kön­nen.

„Oft will der bis­he­ri­ge In­ha­ber mit dem Ver­kauf sei­ne Al­ters­vor­sor­ge ab­si­chern. Der Nach­fol­ger muss da­ge­gen ne­ben den Kos­ten für Mit­ar­bei­ter und Be­trieb auch das auf­ge­nom­me­ne Dar­le­hen til­gen. Nicht zu ver­ges­sen: Der Nach­fol­ger muss aus­rei­chend Geld ha­ben, um im Be­trieb wei­ter in­ves­tie­ren zu kön­nen.“Es braucht al­so Mo­de­ra­to­ren, die die­sen Pro­zess be­glei­ten, genau das ist auch ei­ne der Auf­ga­ben der Be­triebs­be­ra­ter der Hand­werks­kam­mern.

Doch auch bei ei­ner Be­triebs­über­ga­be in­ner­halb der Fa­mi­lie ist die früh­zei­ti­ge, of­fe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on be­son­ders wich­tig, be­tont Pe­terand­erl: „Bei meh­re­ren Kin­dern in der Fa­mi­lie ist die Er­mitt­lung des Un­ter­neh­mens­wer­tes der zen­tra­le Punkt, um al­le Kin­der gleich­zu­stel­len.“

Be­triebs­bör­se für Un­ter­neh­men Chan­ce zur Exis­tenz­grün­dung

Die Über­nah­me ei­nes Be­trie­bes ist auch ei­ne Al­ter­na­ti­ve für jun­ge Men­schen, die ei­ne ei­ge­ne Exis­tenz grün­den wol­len. Schließ­lich über­nimmt der Käu­fer nicht nur das Un­ter­neh­men, son­dern auch ei­nen ge­wach­se­nen Kun­den- und Lie­fe­ran­ten­kreis. Au­ßer­dem sind be­triebs­in­ter­ne In­fra­struk­tur, Rä­um­lich­kei­ten und An­ge­stell­te schon vor­han­den.

Na­tür­lich setzt dies auch un­ter­neh­me­ri­sches know how vor­aus und die stän­di­ge Be­reit­schaft zur Wei­ter­bil­dung. Des­we­gen bie­ten sich gera­de auch Aka­de­mi­kern im Hand­werk her­vor­ra­gen­de Kar­rie­re­chan­cen. Vor al­lem in grö­ße­ren Be­trie­ben kön­nen Hoch­schul­ab­sol­ven­ten schnell Ver­ant­wor­tung über­neh­men.

Für die baye­ri­schen Hand­werks­kam­mern ist die Be­triebs­nach­fol­ge schon seit lan­ger Zeit ein zen­tra­les The­ma, so Pe­terand­erl. Fast je­de zwei­te be­triebs­wirt­schaft­li­che Be­ra­tung der Kam­mern dreht sich dar­um. Da­bei ste­hen die Ex­per­ten auch bei ju­ris­ti­schen und tech­ni­schen Fra­gen zur Ver­fü­gung.

„Die Be­ra­ter un­ter­stüt­zen den Über­neh­mer auch bei der Fi­nanz­pla­nung des Kaufs und al­len wei­te­ren Fra­gen zur Be­triebs­füh­rung.“All die­se Be­ra­tun­gen sind für die Hand­wer­ker grund­sätz­lich kos­ten­frei.

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