Ko­ali­ti­on ver­spricht Trend­wen­de in der Pfle­ge

Abendzeitung München - - POLITIK -

Uni­on und SPD sa­gen dem Pfle­ge­not­stand in Deutsch­land den Kampf an. In den Kran­ken­häu­sern wer­de vom kom­men­den Jahr an an­ders als heu­te je­de zu­sätz­li­che Pfle­ge­stel­le voll­stän­dig fi­nan­ziert, sag­te Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) am Frei­tag bei den Haus­halts­be­ra­tun­gen im Bundestag.

In ei­nem nächs­ten Schritt wer­de die Pfle­ge ab 2020 völ­lig aus dem Wett­be­werb zwi­schen den Kran­ken­häu­sern her­aus­ge­nom­men, so SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Karl Lau­ter­bach. Pfle­ge soll künf­tig un­ab­hän­gig von den Pau­scha­len für Be­hand­lungs­fäl­le fi­nan­ziert wer­den.

Links­frak­ti­ons­vi­ze Ge­si­ne Lötzsch kri­ti­sier­te, dass an­de­re Be­ru­fe in den Kran­ken­häu­sern „au­ßen vor“blie­ben. Auch Heb­am­men, Ärz­te und Ser­vice­per­so­nal bräuch­ten Ver­bes­se­run­gen, sag­te Lötzsch.

Spahn wies Ein­wän­de zu­rück, dass ein ver­spro­che­ner Stel­len­auf­bau in der Al­ten­pfle­ge zu kurz springe. Ihm wer­de ent­ge­gen­ge­hal­ten: „Reicht nicht, zu we­nig, zu klein“, sag­te er. Aber: „Je­de Rei­se be­ginnt in ei­nem ers­ten Schritt.“Nun sol­le es in der Al­ten­pfle­ge re­gel­haft zu ei­ner Ta­rif­be­zah­lung kom­men.

Hin­ter­grund ist das Be­mü­hen um ei­nen neu­en Ta­rif­ver­trag in der Pfle­ge. Die Ge­werk­schaft Ver­di will da­für ei­nen ers­ten Ta­rif­ver­trag ab­schlie­ßen und er­war­tet von der Re­gie­rung, dass sie die­sen für all­ge­mein­ver­bind­lich er­klärt. Gut 70 In­ter­es­sier­te sind an die­sem Don­ners­tag­abend ge­kom­men, um sich an­zu­se­hen, wie die obers­te Ge­nos­sin im Frei­staat mit der Murnau­er Kon­di­to­rin Bar­ba­ra Krön­ner plau­dert.

Die Ver­an­stal­tung fin­det im Rah­men der Rei­he „Koh­nen Plus“statt, bei der sich die Münch­ne­rin auf der Büh­ne mit ei­nem Gast un­ter­hält. Die SPDBun­des­vor­sit­zen­de Andrea Nah­les so­wie die Ka­ba­ret­tis­ten Ur­ban Pri­ol und Chris­ti­an Sprin­ger wa­ren schon da­bei. Jus­tiz­mi­nis­te­rin Ka­ta­ri­na Bar­ley (SPD), Klein­kunst­kö­nig Till Hof­mann und Re­gis­seur Mar- Nun al­so Murnau mit Bar­ba­ra Krön­ner, in de­ren Fa­mi­lie das Kon­di­torHand­werk seit dem 18. Jahr­hun­dert Tra­di­ti­on hat, und die ein be­lieb­tes Kaf­fee­haus in der Fuß­gän­ger­zo­ne be­treibt. „Ich kom­me aus ei­nem ra­ben­schwar­zen Haus­halt, wo an­de­re Par­tei­en qua­si nicht exis­tiert ha­ben“, er­zählt Krön­ner. Koh­nens ist bei 68er-El­tern auf­ge­wach­sen. Sie sagt lä­chelnd: „Wenn ich das so hö­re, wun­dert es mich, dass wir hier zu­sam­men­sit­zen.“Nun ja, sagt Krön­ner, ih­re Mut­ter sei et­was auf­ge­schlos­se­ner ge­we­sen. „Aber als ich mit ei­nem far­bi­gen Freund nach Hau­se kam, war’s mit ih­rer To­le­ranz vor­bei.“Das Pu­bli­kum lacht. Die Stim­mung ist ge­löst.

Dann wird es ernst. Koh­nen er­zählt von ih­rer Schul­zeit am Münch­ner Lui­sen­gym­na­si­um und wie der Di­rek­tor ei­nes Ta­ges sämt­li­che Zwölft­kläss­ler mit dem Bus nach Wa­ckers­dorf chauf­fie­ren ließ. „Das war mein po­li­ti­scher Mo­ment“, sagt sie. Die Po­li­zei-

Nach et­wa ei­ner St­un­de ist das Pu­bli­kum an der Rei­he. Al­le Fra­gen sei­en er­laubt, sagt Koh­nen au­gen­zwin­kernd, Frau­en sei­en schließ­lich nie um ei­ne Ant­wort ver­le­gen. Das Ge­spräch dreht sich um den Zu­stand der SPD, den Lehrermangel und die Woh­nungs­not. „Von den 30

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