Lei­den­schaft bis an die Gren­ze

SC Frei­burg setzt mit tor­lo­sem Kampf­spiel ge­gen Le­ver­ku­sens Cham­pi­ons-Le­ague-An­wär­ter sa­gen­haf­te Se­rie fort

Acher- und Bühler Bote - - Sport -

Frei­burg (lsw/sid). Den Vor­wurf ei­ner zu har­ten Spiel­wei­se ließ sich beim SC Frei­burg kei­ner ge­fal­len. „Wir wa­ren nicht un­fair“, be­ton­te Links­ver­tei­di­ger Chris­ti­an Gün­ter nach dem um­kämpf­ten 0:0 ge­gen Bay­er Le­ver­ku­sen, das sich auf dem er­hoff­ten Weg in die Cham­pi­ons Le­ague durch sein ers­tes tor­lo­ses Match in die­ser Sai­son et­was auf­ge­hal­ten sah. 20 Foul­spie­le am Mann und sie­ben Gel­be Kar­ten un­ter­strei­chen je­doch die in­ten­si­ve Gan­gart der Breis­gau­er, die sich den Punkt­ge­winn mehr als ver­dient hat­ten – und nun seit neun Bun­des­li­ga-Spie­len nach­ein­an­der un­be­siegt sind. Ei­ne län­ge­re Er­folgs­se­rie kann der­zeit kein an­de­rer Club in der Fuß­ball-Bun­des­li­ga vor­wei­sen.

„Wir ha­ben zu­letzt be­wie­sen, was wir auch ge­gen die ver­meint­lich gro­ßen Mann­schaf­ten leis­ten kön­nen“, sag­te SC-Stür­mer Tim Klein­dienst. Ei­ne Wo­che vor dem 0:0 ge­gen die zweit­plat­zier­ten Le­ver­ku­se­ner hat­te Frei­burg schon mit dem 2:2 bei Po­kal­sie­ger Bo­rus­sia Dort­mund für Auf­se­hen ge­sorgt. „Jetzt ver­su­chen wir, un­se­re Se­rie so lan­ge wie mög­lich zu hal­ten“, sag­te Klein­dienst. Da­für setzt der Sport-Club auch im nächs­ten Spiel bei Auf­stei­ger Han­no­ver 96 auf sei­ne Ag­gres­si­vi­tät.

Ge­gen Le­ver­ku­sen spiel­ten die Frei­bur­ger tat­säch­lich nur sel­ten un­fair, aber oft „an der Gren­ze“, wie Bay­er-Coach Hei­ko Herr­lich fand. „Es war sehr viel Feu­er drin. Das Spiel war von An­fang an ein ech­ter Fight. Den ha­ben wir gut an­ge­nom­men – die Null hin­ten stand“, kom­men­tier­te der bä­ren­star­ke Le­ver­ku­se­ner In­nen­ver­tei­di­ger Jo­na­than Tah das har­te Du­ell vor 24 000 Zu­schau­ern im aus­ver­kauf­ten Schwarz­wald­sta­di­on

Mit der Kampf­kraft der Gast­ge­ber kam die tech­nisch ver­sier­te Werks­elf kaum zu­recht. Am En­de wa­ren die Frei­bur­ger dem Sieg­tref­fer so­gar deut­lich nä­her als die Gäs­te. Und Le­ver­ku­sen von der in­ten­si­ven Spiel­wei­se der Gast­ge­ber ein we­nig ge­nervt. „Na­tür­lich wa­ren wir da auch ein, zwei Mal et­was spät dran“, mein­te Streich mit Blick auf ein paar Foul­spie­le sei­ner Mann­schaft. „Aber ge­gen Le­ver­ku­sen kannst du nix an­de­res ma­chen, da bist du manch­mal ein­fach spät dran.“Was für ihn letzt­lich zähl­te, war der Punkt­ge­winn. Fünf Zäh­ler tren­nen die Breis­gau­er nun vom Re­le­ga­ti­ons­rang.

Wo­che für Wo­che und seit nun­mehr über sechs Jah­ren hin­ter­ein­an­der er­staunt es im­mer wie­der, wie kon­stant die von Streich auf den Ra­sen ge­schick­ten Mann­schaf­ten in der Re­gel im Li­gaBe­trieb auf­tre­ten. Der von Streich ex­trem fle­xi­bel ein­ge­stell­te SC be­herrscht ei­ne Rei­he von Spiel­sys­te­men. Ge­gen die Le­ver­ku­se­ner hat­te der 52-Jäh­ri­ge über­ra­schend wie­der auf ei­ne Vie­rer­ket­te ge­setzt, wes­halb der zu­letzt über­zeu­gen­de Marc Oli­ver Kempf auf die Bank muss­te. Den­noch zeich­ne­te sei­ne Mann­schaft das aus, was sie in je­dem Spiel aus­zeich­net: Lei­den­schaft und Lauf­be­reit­schaft.

Nach Gel­ben Kar­ten lag der Sport-Club 7:1 vor­ne

ZUR SA­CHE ging Frei­burgs Tim Klein­dienst ge­gen Jo­na­than Tah. Fo­to: AFP

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