Bril­lan­te Lan­ge­wei­le

Bay­ern nach 2:0 in Mainz fast am Ziel / Heynckes zu Zu­kunft schweig­sam

Acher- und Bühler Bote - - Sport - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Tobias Schäch­ter

Mainz. Tho­mas Mül­ler fass­te nach dem 2:0(2:0)-Aus­wärts­sieg sei­nes FC Bay­ern Mün­chen beim FSV Mainz 05 die La­ge in der Bun­des­li­ga nach dem 21. Spiel­tag tref­fend zu­sam­men: „So rich­tig span­nend wird es vor­ne nicht mehr wer­den“, sag­te der Na­tio­nal­spie­ler und lä­chel­te sein spitz­bü­bi­sches Tho­mas-Mül­ler-Lä­cheln. Auch Kol­le­ge Mats Hum­mels glaubt nicht dar­an, dass dem Re­kord­meis­ter der sechs­te Ti­tel­ge­winn in Se­rie noch zu neh­men sein wird. Hum­mels rech­ne­te vor: „Wir ha­ben noch 13 Spie­le und sechs Sie­ge Vor­sprung. Das er­gibt ei­ne 300-pro­zen­ti­ge Chan­ce auf den Ti­tel, es müss­te ein mit­tel­gro­ßes Wun­der pas­sie­ren, wenn das noch schief­geht.“

Die Bay­ern sind ein­fach zu gut für die Bun­des­li­ga, das Ti­tel­ren­nen ist schon an Fa­sching ge­fühlt ent­schie­den. Lang­wei­lig ist das wie das Schau­en der 300. Wie­der­ho­lung von „Din­ner for one“am Sil­ves­ter­tag im deut­schen Fern­se­hen – es sei denn, man ist Bay­ern- und „Din­ner for one“-Fan. Die Bun­des­li­ga ist ob der Do­mi­nanz der Bay­ern auf dem Weg, das ewi­ge Din­ner for one des in­ter­na­tio­na­len Fuß­balls zu wer­den.

Das Feh­len ech­ter Über­ra­schun­gen lenkt bei den Bay­ern den Blick seit Wo­chen des­halb auf die Fra­ge, wer den Re­kord­meis­ter in der nächs­ten Sai­son trai­nie­ren wird. Der Freund­schafts­dienst von Jupp Heynckes en­det mit der Sai­son. Aber hat Heynckes nach der Charme­of­fen­si­ve der Club­bos­se Ul­rich Ho­en­eß und Karl-Heinz-Rum­me­nig­ge für ei­ne Ver­trags­ver­län­ge­rung ir­gend­wann in den letz­ten Wo­chen ge­sagt, er keh­re wirk­lich nach der Sai­son auf sei­nen Bau­ern­hof im Rhein­land zu­rück? Auch am Sams­tag er­klär­te der 72-Jäh­ri­ge nur: „Bei ei­nem fast 73-Jäh­ri­gen über Zu­kunft zu re­den, das ist ja schon lus­tig.“Es wer­de das nicht mehr kom­men­tie­ren: „Das lang­weilt die Leu­te da drau­ßen.“

Nicht so sehr wie die Do­mi­nanz der Bay­ern al­ler­dings. Wo­bei fest­zu­stel­len ist: Die­se Mann­schaft spie­len zu se­hen, ist ei­ne At­trak­ti­on. De­ren Spie­ler be­ein­druckt die ku­rio­se Trai­ner-Dis­kus­si­on oh­ne­hin nicht. Mül­ler mül­ler­te zum Trai­ner­ge­döns: „Das ist kein The­ma, das im Fe­bru­ar ganz ent­schei­dend ist. Im Mo­ment gibt es nicht viel, was man über den FC Bay­ern schrei­ben kann, das nach Sen­sa­ti­on ruft.“Okay, am Sams­tag er­ziel­ten Franck Ri­bé­ry und Ja­mes Ro­d­ri­guez die To­re in Welt­klas­se­ma­nier (33., 44.). Aber das ist ja nicht sen­sa­tio­nell, die­se Spie­ler ha­ben Di­rekt­ab­nah­men (Ri­bé­ry) oder Seit­fall­zie­her (Ro­d­ri­guez) eben in ih­rem Re­per­toire.

Die Main­zer spiel­ten gut, aber die Bay­ern in ei­ner an­de­ren Li­ga. „Wir ha­ben zwei Feh­ler zu viel ge­macht, das reicht den Bay­ern“, ha­der­te Links­ver­tei­di­ger Ab­dou-Lak­had Di­al­lo. Und aus ih­ren vie­len Chan­cen mach­ten die 05er nichts. Nach dem Füh­rung­s­cha­os der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit muss der Club im Ab­stiegs­kampf mit dem neu­en Vor­stand Ste­fan Hof­mann be­wei­sen, zu­sam­men­hal­ten zu kön­nen. Die Bay­ern ha­ben an­de­re Sor­gen. Dass die Fein­ab­stim­mung in der De­fen­si­ve nicht 100-pro­zen­tig stim­me, neh­me er in Kauf, da er viel ro­tie­re, so Heynckes. Er wol­le al­le Spie­ler in den kom­men­den Wo­chen fit ha­ben. Am Di­ens­tag geht es im DFB-Po­kal nach Pa­der­born und im Cham­pi­ons­Le­ague-Ach­tel­fi­na­le dann En­de Fe­bru­ar ge­gen Be­sik­tas Istan­bul. Für den Po­kal-Auf­tritt beim Dritt­li­gis­ten schärf­te Mül­ler un­nach­ahm­lich die Sin­ne. „Ich schät­ze, dass uns dort kein grü­ner Tep­pich aus­ge­rollt wird – das könn­te schon ein gro­ßer Fight wer­den.“Wer’s glaubt.

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