Fast nichts pas­siert

Rück­fall ins ge­hab­te Mus­ter kos­tet den KSC in We­hen zwei Punk­te, aber kei­nen Fun­ken sei­ner Moral

Acher- und Bühler Bote - - Sport - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Dankert

Wies­ba­den/Karls­ru­he. Beim SC Frei­burg re­gis­trier­te man, dass der bis Sai­son­en­de an den Karls­ru­her SC aus­ge­lie­he­ne Fa­bi­an Schleu­se­ner am Frei­tag­abend ei­nen wei­te­ren star­ken Auf­tritt mit sei­nem neun­ten Sai­son­tor gar­nier­te. Der An­grei­fer ist im Be­griff, sich aus der Drit­ten Li­ga nach oben zu emp­feh­len. Zu­rück­hal­ten­der klingt der 26-Jäh­ri­ge selbst. Er sei „su­per-froh“beim KSC zu sein und nach dem Kreuz­band­riss der­art zu­rück­zu­kom­men. „Die Sai­son ist aber noch so lan­ge, und wir ha­ben noch viel Spaß am Fuß­ball­spie­len. Al­les, was da­nach kommt, muss man schau­en.“

Muss­ten Schleu­se­ner und der KSC das 1:1 beim Ta­bel­len­drit­ten SV We­hen Wies­ba­den nicht als Rück­schlag an­se­hen? „Auf kei­nen Fall. Ich fin­de, es war so­gar ein wei­te­rer Schritt nach vor­ne“, wehr­te Da­vid Pisot ab. Im­mer­hin hat­te der KSC sei­ner Se­rie die elf­te Par­tie oh­ne Nie­der­la­ge hin­zu­ge­fügt. Und man sei dran ge­blie­ben an der Spit­ze die­ser en­gen Li­ga, der das ge­sam­te KSC-Team im Mai ir­gend­wie doch noch zu ent­flie­hen hofft. An die­sem 23. Spiel­tag kam aus der Spit­zen­grup­pe al­lei­ne der Ta­bel­len­vier­te Han­sa Ros­tock (2:0 in Mep­pen) zu drei Zäh­lern.

Au­ßer Fra­ge stand nach dem sieb­ten Re­mis für den KSC-In­nen­ver­tei­di­ger Pisot: Vor der Par­tie am Sams­tag ge­gen Ta­bel­len­nach­bar Fortu­na Köln ha­be man in­tern vor al­lem ei­nes zu er­ör­tern: Wie­so man in der Bri­ta-Are­na ge­gen das nach Sa­scha Mo­cken­haupts Platz­ver­weis (45.) de­zi­mier­te Team des Trai­ners Rü­di­ger Rehm und trotz Un­ter­stüt­zung von über 2 000 mit­ge­reis­ten Fans das 2:0 nicht en­er­gi­scher ge­sucht, statt­des­sen „in den Ver­wal­tungs­mo­dus“ge­schal­tet hat­te. „Wir hat­ten in der Halb­zeit ge­sagt, dass wir noch mehr lau­fen müs­sen. Dass wir dann nicht mehr so viel Be­we­gung hat­ten und das Ge­gen­teil ge­macht ha­ben, hat mich ein biss­chen ge­nervt“, be­klag­te KSC-Trai­ner Alois Schwartz hin­ter­her nichts Neu­es. Ge­gen die Bre­mer U 23 acht Ta­ge da­vor war der Re­flex, im Ge­fühl der trü­ge­ri­schen Si­cher­heit ei­ner 1:0-Füh­rung ei­nen Gang zu­rück­zu­schal­ten, un­be­straft ge­blie­ben. Am Frei­tag­abend nun, nach­dem der Ta­bel­len­sechs­te in ei­nem sehr leb­haf­ten Dritt­li­ga­spiel durch Schleu­se­ner (6.) auf Zu­spiel von Marc Lo­renz früh in Front ge­gan­gen war, räch­te sich der Rück­fall in die­ses Mus­ter im Clinch mit neun Feld­spie­lern. „Die Chan­cen für uns wa­ren da. Aber dass We­hen bei Stan­dards ge­fähr­lich ist, wuss­ten wir auch. Scha­de, dass es dann so pas­siert ist“, blick­te Schleu­se­ner auf die 80. Spiel­mi­nu­te zu­rück: Nach ei­nem wei­ten Frei­stoß des We­he­ner Mo­ritz Kuhn stieg Pisots Ne­ben­mann Da­ni­el Gor­don mit dem stier­na­cki­gen An­grei­fer Ma­nu­el Sch­äff­ler hoch, der Ball flip­per­te im Aus­gang die­ses Kopf­ball­du­ells zu Ste­phan An­d­rist, des­sen Schuss KSC-Ver­tei­di­ger Jo­nas Föh­ren­bach un­halt­bar für den Schluss­mann Ben­ja­min Uphoff ab­fälsch­te.

Wie bit­ter wä­re es für die Gäs­te erst ge­we­sen, hät­te der ein­ge­wech­sel­te Max Ditt­gen (85.) nach ei­ner zu kurz ab­ge­wehr­ten Ecke den Spiel­ver­lauf dann noch vol­l­ends auf den Kopf ge­stellt.

Die Ent­schei­dung des Schieds­rich­ters Re­né Roh­de, ei­ne Grät­sche des We­he­ner Tor­warts Mar­kus Kol­ke ge­gen Schleu­se­ner nach knapp ei­ner St­un­de Spiel­zeit ein­fach zu über­ge­hen statt mit ei­ner ei­gent­lich fäl­li­gen Ro­ten Kar­te zu ahn­den, nann­te Schwartz „spiel­ent­schei­dend“. Schleu­se­ners Re­ak­ti­on auf dem Platz: „Kla­res Foul.“Die An­sicht der TV-Bil­der be­stä­tig­ten ihn. „Den­noch müs­sen wir das Po­si­ti­ve mit­neh­men“, fand der Tor­jä­ger. „Wir ha­ben über wei­te Stre­cken gut ge­spielt. Jetzt müs­sen wir ein­fach schau­en, dass wir das zwei­te Tor nach­le­gen.“Mar­vin Pou­rié soll da­bei künf­tig hel­fen. Der Win­ter-Zu­gang er­setz­te nach 86 Spiel­mi­nu­ten Flo­rent Mus­li­ja. In der 90. Mi­nu­te folg­te ihm Do­mi­nik Stroh-En­gel für Fink aufs Feld. „Ich dach­te, es wür­den vier Mi­nu­ten nach­ge­spielt“, er­klär­te Schwartz die Wech­sel­ab­fol­ge. Aber auch da dach­te der Ros­to­cker Roh­de et­was an­ders.

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