Lock­prä­mie für Pfle­ge­kräf­te

Be­rufs­rück­keh­rer sol­len 5000 Eu­ro er­hal­ten. Ver­di lehnt den Vor­schlag ab.

Alb Bote (Münsingen) - - VORDERSEITE - Micha­el Ga­bel

Mit Prä­mi­en will der Pfle­ge­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Andre­as Wes­ter­fell­haus, Fach­kräf­te in der Pfle­ge an­lo­cken. Wer in den Be­ruf zu­rück­kehrt oder sei­ne Ar­beits­zeit deut­lich er­höht, soll ein­ma­lig 5000 Eu­ro er­hal­ten. Fach­kräf­te, die di­rekt nach der Aus­bil­dung ei­ne Fest­an­stel­lung an­neh­men, be­kä­men 3000 Eu­ro. So wol­le man kurz­fris­tig der Per­so­nal­not ent­ge­gen­wir­ken, sag­te ein Spre­cher der SÜDWEST PRESSE. Zu­dem will Wes­ter­fell­haus die Ar­beits­be­din­gun­gen ver­bes­sern. Mit­ar­bei­ter sol­len ih­re Ar­beits­zeit bei vol­lem Lohn­aus­gleich von 100 auf 80 Pro­zent re­du­zie­ren kön­nen.

„Sol­che Prä­mi­en sind nur ein Lock­mit­tel, das viel Geld kos­tet und des­sen Wir­kung schnell ver­pufft“, kri­ti­sier­te Ver­di-Vor- stands­mit­glied Syl­via Büh­ler ge­gen­über der SÜDWEST PRESSE den Vor­stoß.

Der Spit­zen­ver­band der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung er­war­tet, dass der Auf­wand für Pfle­ge 2018 um vor­aus­sicht­lich rund zwei Mil­li­ar­den Eu­ro hö­her aus­fällt als ge­plant. Grund sind die zu­sätz­li­chen Leis­tun­gen ge­mäß der Pfle­ge­re­form. Laut Ge­sund- heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) könn­te der Bei­trag zur Pfle­ge­ver­si­che­rung des­halb bald um 0,2 Pro­zent­punk­te stei­gen. Auf die Kas­sen könn­te noch mehr Be­las­tung zu­kom­men: Spahn will sein Pfle­ge-So­fort­pro­gramm für Hei­me von 8000 auf 13 000 Stel­len aus­bau­en, be­rich­tet das „Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land“.

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