Roya­le Braut aus Hol­ly­wood

Meg­han Mar­kles Auf­tre­ten ist selbst­be­wusst und per­sön­lich­keits­stark. Auch mo­disch bringt die Schau­spie­le­rin aus Ka­li­for­nie­rin ei­nen neu­en Look ins bri­ti­sche Kö­nigs­haus.

Alb Bote (Münsingen) - - BLICK IN DIE WELT -

Seit im No­vem­ber die Ver­lo­bung von Prinz Har­ry mit Meg­han Mark­le ver­kün­det wur­de, wird die US-Schau­spie­le­rin mit Har­rys ver­stor­be­ner Mut­ter ver­gli­chen. Tat­säch­lich gibt es Par­al­le­len: Wie da­mals La­dy Di ist Mark­le ei­ne mo­der­ne Frau, die sich ge­gen Dis­kri­mi­nie­rung ein­setzt und sich so­zi­al en­ga­giert. An­ders als Dia­na hat Meg­han mit 36 Jah­ren aber schon ei­ne er­folg­rei­che Kar­rie­re vor­zu­wei­sen. Ne­ben ih­rer Ar­beit als Schau­spie­le­rin und Li­fe­style-Blog­ge­rin en­ga­gier­te sie sich für wohl­tä­ti­ge Zwe­cke und war Bot­schaf­te­rin der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on World Vi­si­on so­wie UN-Son­der­bot­schaf­te­rin für Frau­en­rech­te.

Roy­al-Ex­per­ten sind sich ei­nig, dass Mark­le fri­schen Wind ins Kö­nigs­haus brin­gen wird. Ihr Auf­tre­ten bei öf­fent­li­chen Ter­mi­nen wird als selbst­be­wusst und per­sön­lich­keits­stark be­schrie­ben. Die Her­aus­ge­be­rin der Zeit­schrift „Ma­jes­ty Ma­ga­zi­ne“, In­grid Se­ward, be­ob­ach­tet ge­misch­te Re­ak­tio­nen auf Har­rys Braut: Man­chen Le­sern ge­fal­le ih­re Art nicht, „ge­ra­de­her­aus zu sein und zu sa­gen, was sie denkt, ei­ne ei­ge­ne Mei­nung zu Po­li­tik und al­lem Mög­li­chen zu ha­ben“.

Meg­hans Vor­fah­ren müt­ter­li­cher­seits ar­bei­te­ten als Skla­ven auf Baum­woll­plan­ta­gen in Geor­gia. Vä­ter­li­cher­seits ver­folg­ten Fa­mi­li­en­for­scher ih­ren Stamm­baum zu­rück bis zu Kö­nig Ro­bert von Schott­land, der von 1306 bis 1329 herrsch­te. Meg­hans El­tern trenn­ten sich, als sie zwei war. Sie wuchs in ei­nem Vo­r­ort von Los An­ge­les auf. Ihr Va­ter ar­bei­te­te da­mals als Licht­re­gis­seur und nahm sie re­gel­mä­ßig zu sei­ner Ar­beit an Film­sets mit.

Mit elf Jah­ren star­te­te Meg­han ei­ne Pro­test­brief-Kam­pa­gne, die den Her­stel­ler Proc­ter and Gam­ble da­zu brach­te, ei­ne Spül­mit­tel-

Die Mo­de in „Suits“ist um­wer­fend. Durch sie weiß ich jetzt, was mir gut steht.

Meg­han Mark­le

re­kla­me zu än­dern: Fort­an war dar­in nicht mehr von Frau­en und Ab­wasch, son­dern von ab­wa­schen­den Men­schen die Re­de.

Meg­han, die Thea­ter­wis­sen­schaf­ten und in­ter­na­tio­na­le Be­zie­hun­gen stu­diert hat, bringt das nö­ti­ge Rüst­zeug zum Re­prä­sen­tie­ren mit. Bei ei­nem Prak­ti­kum in der Pres­se­ab­tei­lung der US-Bot­schaft in Ar­gen­ti­ni­en mach­te sie Ein­druck: „Sie hat­te al­le Vor­aus­set­zun­gen, um ein er­folg­rei­cher Di­plo­mat zu sein“, be­schei­nig­te ihr ihr da­ma­li­ger Vor­ge­setz­ter. Den­noch ent­schied sich Meg­han für die Schau­spie­le­rei.

Zu­rück in Hol­ly­wood, ver­lieb­te sie sich 2004 in den Film­pro­du­zen­ten Tre­vor En­gel­son, 2011 hei­ra­te­ten die bei­den. Dann kam für Meg­han mit der Rol­le ei­ner An­walts­ge­hil­fin in „Suits“der Durch­bruch. Sie zog für die Rol­le ins ka­na­di­sche To­ron­to, führ­te ei­ne Fern­be­zie­hung. Die Ehe zer­brach 2013.

Mo­de ist Meg­han wich­tig. Die Se­ri­en-Rol­le als An­walts­ge­hil­fin hat ih­ren Stil ge­prägt. „Die Mo­de in ,Suits’ ist um­wer­fend. Durch sie ha­be ich viel über De­si­gner ge­lernt und weiß jetzt, was mir gut steht“, sag­te Mark­le ein­mal.

Schat­ten über dem Glück

Ele­gant und den­noch raf­fi­niert – so lässt sich Mar­kles Stil bei ih­ren Auf­trit­ten an der Sei­te ih­res Ver­lob­ten be­schrei­ben: Lan­ge Klei­der, Roll­kra­gen, klas­si­sche Män­tel, al­les in de­zen­ten Far­ben. Aus­nah­men gab es auch. Ein­mal trug sie ei­ne schwar­ze Je­ans, ein an­der­mal fehl­ten die Sei­den­strümp­fe – ei­gent­lich ein Muss als Re­prä­sen­tan­tin des Kö­nigs­hau­ses.

Ei­nen Schat­ten über das roya­le Glück könn­te Meg­hans Fa­mi­lie wer­fen. Ih­re Halb­ge­schwis­ter Sa­man­tha und Tho­mas läs­ter­ten öf­fent­lich über Meg­han. Und kurz vor der Hoch­zeit mach­te ihr Va­ter mit ge­stell­ten Pa­pa­raz­zi-Fo­tos von sich Ne­ga­tiv-Schlag­zei­len. Laut Me­dien­be­rich­ten er­litt er dar­auf­hin ei­nen Herz­in­farkt – we­gen dem er nun ope­riert wer­den muss­te und de­fi­ni­tiv nicht zur Hoch­zeit an­rei­sen wird, wie Meg­han ges­tern mit­teil­te. Wer die Braut nun zum Al­tar füh­ren wird, bleibt span­nend. afp/dpa

Vi­de­os zur Hoch­zeit von Meg­han und Har­ry un­ter swp.de/vi­deo

Fo­to: Adri­an Den­nis/afp

Müt­ter­li­cher­seits stammt sie von Skla­ven ab, vä­ter­li­cher­seits von Kö­nig Ro­bert von Schott­land aus dem 14. Jahr­hun­dert: Meg­han Mark­le.

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