THER­MEN IN ITA­LI­EN: DER RE­GE­NE­RIE­REN­DE REICH­TUM DES UN­TER­GRUNDS

Der re­ge­ne­rie­ren­de Reich­tum des Un­ter­grunds

All About Italy (Germany) - - Editorial - Eli­sa Ro­di

Auf der Su­che nach der ver­lo­re­nen Zeit in den na­tür­li­chen Ther­men. Neun ita­lie­ni­sche Re­gio­nen lan­cie­ren ein ex­klu­si­ves Pro­jekt, um den wun­der­vol­len Reich­tum ei­nes Lan­des zu er­kun­den, in dem man die Schön­heit und die Kul­tur des Wohl­be­fin­dens wie­der­ent­de­cken kann.

Und am En­de ha­ben wir die Lang­sam­keit wie­der­ent­deckt. Zeit für sich neh­men zu kön­nen, ist heu­te zu ei­nem Lu­xus ge­wor­den, auch wenn es ei­gent­lich ein un­ver­letz­li­ches Recht sein soll­te, aber vor al­lem ein Ge­nuss. Um­so mehr in ei­nem Mo­ment, wo „uns ein Teil der Zeit ge­nom­men wird, ein Teil un­ter­schla­gen, und ein Teil da­von rinnt“, wie es Se­ne­ca vor Ur­zei­ten for­mu­lier­te. Wir spra­chen vom Wie­der­ent­de­cken der Lang­sam­keit, dem Ent­de­cken neu­er Vor­lie­ben, dem Er­le­ben schö­ner Mo­men­te und ih­rer Fa­cet­ten, kurz: Vom sich wohl­füh­len. Hier be­ginnt das in­ter­re­gio­na­le Pro­jekt, das den „Ther­men Ita­li­ens“ge­wid­met ist (www.ter­me­di­ta­lia.net) und dem Kon­zept von Wohl­be­fin­den ei­ne zen­tra­le Rol­le zu­kom­men lässt. Es ist ei­ne Initia­ti­ve, die dem Be­su­cher das pa­cken­de Er­leb­nis der Well­ness­kul­tur ver­mit­teln und die­sen Na­tur­schatz ei­ner ganz­heit­li­chen Er­fah­rung wie­der nä­her brin­gen will, die Kör­per und Geist ver­wöhnt. Hin­ter dem Wort „Ther­me“ver­steckt sich nichts Über­ra­gen­des, son­dern steht le­dig­lich für das sich Öff­nen und die För­de­rung der Re­gi­on und ih­rer Res­sour­cen. Für ein­mal steht der Mensch ab­seits und über­lässt der Na­tur kom­plett die Haupt­rol­le. Auf die­se Art kann er die Wohl­ta­ten und Ein­drü­cke viel tie­fer und in­ten­si­ver ge­nie­ßen. Al­les be­ginnt und en­det mit Was­ser und Er­de. Die­se bei­den zeit­lo­sen Ele­men­te, aus de­nen die Ther­mal­quel­len be­ste­hen, sind ein ita­lie­ni­scher Stolz, was An­zahl und Qua­li­tät an­geht. Denn Ita­li­en ist tat­säch­lich ei­ne der Na­tio­nen mit der höchs­ten An­zahl Ther­mal­quel­len. Neun Re­gio­nen, Ka­la­bri­en, Emi­lia Ro­ma­gna, La­ti­um, Lombardei, die au­to­no­me Pro­vinz Bo­zen, Apu­li­en, Si­zi­li­en, Tos­ka­na und Ve­ne­ti­en, ha­ben sich zu­sam­men­ge­tan, um die­se Spe­zia­li­tät wie­der­zu­be­le­ben und ihr neue Auf­merk­sam­keit zu­teil wer­den zu las­sen. Es soll­te ein Zei­chen für den Be­ginn ei­ner neu­en Ent­wick­lung ge­setzt wer­den, die zu ei­nem Ze­le­brie­ren und Wie­der­er­star­ken je­ner Am­bi­en­te füh­ren soll, die ei­ne Le­bens­ader des Lan­des dar­stel­len. So gibt es die Ther­men, die aus dem Wunsch des Men­schen ent­stan­den sind, die Kraft der Na­tur zu

imi­tie­ren und zu bän­di­gen, und dann gibt es „die Er­de mit den Ther­men da­rin“, oh­ne künst­li­ches Zu­tun: Das gan­ze Am­bi­en­te wird hier zur Ge­sund­heits­quel­le, das Was­ser mit sei­nen wohl­tu­en­den Ei­gen­schaf­ten, der Bo­den mit sei­nen Ga­ben. Sie rü­cken ihn ins Zen­trum der Auf­merk­sam­keit als groß­zü­gi­ger Ver­brei­ter von Wohl­be­fin­den all je­ner, die sich ihm mit ge­büh­ren­dem Re­spekt und dank­ba­rer Be­wun­de­rung an­zu­nä­hern wis­sen.

An die­sen Or­ten ei­nes völ­lig in­tak­ten Ita­li­ens qu­el­len die reins­ten Ther­mal­was­ser her­vor. We­gen ih­res vul­ka­ni­schen Ur­sprungs oder der mi­ne­ra­li­schen Zu­sam­men­set­zung wer­den sie seit al­ters her we­gen ih­rer hei­len­den und ge­sun­den Ei­gen­schaf­ten ge­nutzt. In­mit­ten un­be­kann­ter Land­schaf­ten, von im­po­san­ten Bau­mund Fels­sze­na­ri­en um­rahmt, spru­deln rei­ne Was­ser­fäl­le oder Qu­el­len mit un­ter­schied­li­chen Aus­tritts­tem­pe­ra­tu­ren her­vor. Sie ver­lei­hen viel­sei­ti­ge Wir­kun­gen, rei­ni­gen­de und Ener­gie auf­la­den­de, aus­glei­chen­de und ent­span­nen­de, al­les was nö­tig ist, um im stau­nen­den Rei­sen­den ein ganz­heit­li­ches aber gleich­zei­tig ex­klu­si­ves, be­son­de­res und un­ver­gess­li­ches Ge­fühl ei­ner kom­plet­ten Re­ge­ne­ra­ti­on her­vor­zu­ru­fen. In den na­tür­li­chen Ther­men

wird das Wellness-er­leb­nis zum er­staun­li­chen Aben­teu­er, das den un­ge­zähm­ten und wil­den Ur-in­stinkt aus dem dö­sen­den All­tag ei­nes Stadt­men­schen her­aus­zu­kit­zeln ver­mag. Das ver­al­te­te und über­hol­te Kon­zept der Ther­men ist zugunsten ei­nes Er­leb­nis­ses ge­wi­chen, das den zeit­ge­nös­si­schen Wert der na­tür­li­chen Ele­men­te wie­der­er­kannt hat. Ver­gan­gen­heit und Ge­gen­wart ver­mi­schen sich in ei­nem Le­bens­eli­xier, das aus Ge­schich­te, Unend­lich­keit und un­er­mess­li­cher Schön­heit zu­sam­men­ge­setzt ist.

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