WENN SICH POR­SCHE AUF TRÄU­ME REIMT

All About Italy (Germany) - - Editorial - Www.hans­pe­ter­por­sche.com Pao­lo Del Pan­ta

Hans-pe­ter Por­sches au­ßer­or­dent­li­che Samm­lung al­ter Spiel­zeu­ge wur­de zum stim­mungs­vol­len Pa­ra­dies ei­ner gren­zen­lo­sen Phan­ta­sie, dem „Traum­werk“.

Por­sche ist ein Na­me, der nur für ei­nes zu ste­hen scheint: Für pres­ti­ge­träch­ti­ge Au­tos von gro­ßer Eleganz, Aus­druck ei­nes Lu­xus, der über das ein­fa­che zur Schau stel­len ei­nes Sta­tus­sym­bols hin­aus­geht. Und doch geht die­ser Na­me auch mit ei­nem un­end­li­chen Uni­ver­sum aus Vor­stel­lungs­ver­mö­gen und Fas­zi­na­ti­on ein­her, das auf den gro­ßen Schatz an Kin­der­träu­men jeg­li­chen Al­ters zu­rück­grei­fen kann: All dies er­mög­licht der lei­den­schaft­li­che Per­fek­tio­nis­mus von Hans-pe­ter Por­sche, Spross der be­rühm­ten Fa­mi­lie von Au­to­mo­bil­ma­gna­ten so­wie Samm­ler wert­vol­ler al­ter Blech­spiel­zeu­ge. In sei­nem Traum­werk wer­den, ähn­lich ei­nem Schmuck­kas­ten, Schät­ze von un­er­mess­li­chem Wert auf­be­wahrt. Bei die­sen Meis­ter­wer­ken des Hand­werks, fein bis ins kleins­te De­tail ge­ar­bei­tet, han­delt es sich um die schöns­ten Mo­dell­ei­sen­bah­nen und Blech­spiel­zeu­ge der letz­ten 150 Jah­re. Die­ser Herr Por­sche woll­te Groß und Klein ei­ne wah­re Traum­fa­brik schen­ken, ei­nen Hort mit den Kost­bar­kei­ten der Er­in­ne­rung und der Träu­me. Er soll gan­zen Fa­mi­li­en die Ge­le­gen­heit bie­ten, sich mit den ver­bor­gens­ten al­ler Phan­ta­si­en zu tref­fen, die nie­mals aus den Her­zen der Men­schen ver­schwin­den. Ein zau­ber­haf­ter Rei­gen aus kost­bars­ten Schmuck­stück­chen fas­zi­niert und fes­selt die Be­su­cher. Sie er­stre­cken sich in per­ma­nen­ten Aus­stel­lungs­räu­men über 4000 m², wo­von gut 400 m² aus­schließ­lich der Mo­dell­ei­sen­bahn­an­la­ge ge­wid­met sind. Hans­pe­ter Por­sche, Sohn des Fer­ry Por­sche, hat wäh­rend fast vier­zig Jah­ren sei­ne ma­gi­sche Welt aus Blech­spiel­zeug ge­hegt, nur in Kis­ten ver­packt. Dann hat er er­kannt, dass die­se um­fas­sen­de Samm­lung ei­nen pas­sen­den Rah­men ver­die­ne, um mit an­de­ren ge­teilt wer­den zu kön­nen. Mit sei­nem Kin­der­lä­cheln ei­nes Er­wach­se­nen, der nie­mals auf­ge­hört hat zu träu­men, ließ er des­halb in der Re­gi­on Berch­tes­ga­de­ner Land im Süd-os­ten Deutsch­lands das Traum­werk er­rich­ten. Heu­te ist je­ne Samm­lung ein un­ab­ding­ba­rer Be­zugs­punkt auf der Land­kar­te der Träu­me von Er­wach­se­nen und Kin­dern, die nicht dar­auf ver­zich­ten wol­len, in Wel­ten ein­zu­tau­chen, wo Freu­de und Spaß herr­schen. All dies, und noch viel mehr, ist die See­le von Hans-pe­ter Por­sche.

Die ver­gan­ge­nen 150 Jah­re wer­den in Ih­rer Ausstellung in Form von Mo­dell­ei­sen­bah­nen und Spiel­zeug be­wahrt. Wie be­ginnt die Ge­schich­te von Traum­werk? Es wa­ren ein­mal...

… über 400 Kis­ten Spiel­sa­chen auf dem Dach­bo­den und im Kel­ler.

Ich ha­be schon im­mer viel und ger­ne ge­sam­melt. Die Lei­den­schaft für Mo­dell­bah­nen ist im Jahr 1977 rich­tig er­wacht. Ich woll­te mei­nem Sohn ei­ne Mo­dell­ei­sen­bahn­an­la­ge bau­en und ha­be mich in ei­nem Fach­ge­schäft be­ra­ten las­sen. Als ich dann mit der Ei­sen­bahn für mei­nen Sohn an­ge­fan­gen ha­be, ist mein In­ter­es­se da­für im­mer grö­ßer ge­wor­den. Spä­ter ka­men dann Blech­au­tos, Flug­zeu­ge und Schif­fe da­zu. Es wur­de nach und nach im­mer mehr, so dass ich ir­gend­wann ei­ne wun­der­schö­ne Samm­lung hat­te. Die­se in 35 Jah­ren zu­sam­men­ge­tra­ge­ne Spiel­zeug­samm­lung woll­te ich ir­gend­wann na­tür­lich auch an­de­ren Men­schen zei­gen. So ent­stand die Idee zum Traum­werk.

Ins Traum­werk ein­zu­tau­chen ist wie in ei­ne Spiel­wa­ren-fa­b­rik ein­zu­tre­ten. Wie wich­tig ist es in ei­ner Zeit, in der al­les di­gi­tal wird, ge­wis­se Spiel­ge­wohn­hei­ten und den Kon­takt zu ein­fa­che­ren, be­rühr­ba­ren Spiel­for­men zu be­wah­ren?

Ich emp­fin­de die di­gi­ta­le Spiel­zeug­welt kalt und un­krea­tiv. Mir ist es wich­tig Kin­dern und Ju­gend­li­chen zu zei­gen, wie man frü­her ge­spielt, ge­stal­tet, ge­baut und mit Fan­ta­sie hand­werk­lich et­was ge­schaf­fen hat. Ich fin­de es wich­tig, dass Kin­der spie­le­risch die Welt ent­de­cken und ih­re Krea­ti­vi­tät aus­le­ben kön­nen. Im Traum­werk ha­ben wir des­halb auch ei­ni­ge Be­rei­che ge­schaf­fen, in de­nen Kin­der selbst spie­len kön­nen. In un­se­rer Park­an­la­ge kön­nen sie sich au­ßer­dem auf ei­nem gro­ßen Aben­teu­er-spiel­platz aus­to­ben.

Hans-pe­ter Por­sche sam­melt Aus­stel­lungs­stü­cke aus ver­schie­de­nen Epo­chen so­wie ein­zig­ar­ti­ges Spiel­zeug aus der gan­zen Welt.

Die Mo­del­le zie­hen die Auf­merk­sam­keit ei­ner gro­ßen Grup­pe in­ter­es­sier­ter Samm­ler und Lieb­ha­ber auf sich. Wes­halb kön­nen die­se Kost­bar­kei­ten des Hand­werks noch im­mer ein solch gro­ßes In­ter­es­se für sich ver­bu­chen?

Für vie­le Be­su­cher ist der Gang durch un­se­re Spiel­zeug­aus­stel­lung si­cher­lich ei­ne Rei­se in die Ver­gan­gen­heit. Ei­ni­ges er­ken­nen sie aus ih­rer Kind­heit oder Ju­gend vi­el­leicht wie­der, an­de­res

er­zählt Ge­schich­ten aus längst ver­gan­ge­nen Zei­ten, wie z.b. un­ser wun­der­schö­nes Märk­lin Schwimm­bad aus dem Jahr 1910. Wir ha­ben auch vie­le spiel­zeug­be­geis­ter­te Samm­ler un­ter un­se­ren Be­su­chern, die das Traum­werk ger­ne öf­ters auf­su­chen. Sie ken­nen die kul­tu­rel­le und ge­schicht­li­che Be­deu­tung ein­zel­ner Aus­stel­lungs­stü­cke und wis­sen sie um­so mehr zu schät­zen. Durch Hin­ter­grund­und Er­klä­rungs­tex­te brin­gen wir aber al­len un­se­ren Be­su­chern die fas­zi­nie­ren­de Welt des Blech­spiel­zeugs nä­her.

Wel­ches sind die äl­tes­ten und kost­bars­ten Stü­cke Ih­rer Samm­lung? Und wel­ches da­von ist Ihr Lieb­lings­ob­jekt?

Das äl­tes­te Stück ist ein Rock und Gra­ner Bo­den­läu­fer-zug aus 1870. Wir ha­ben ei­ni­ge be­son­de­re, ein­zig­ar­ti­ge und sel­te­ne Stü­cke aus­ge­stellt – dar­un­ter mein Lieb­lings­ob­jekt: das Märk­lin Schwimm­bad, wel­ches frü­her auf mei­nem Schreib­tisch stand.

Ihr Fa­mi­li­en­na­me fällt zwei­fels­oh­ne auf. Was be­deu­tet es, Por­sche zu hei­ßen?

Wenn man ei­nen Na­men trägt, der 432 Mil­lio­nen Er­geb­nis­se auf Goog­le an­zeigt – ist das so­wohl Pri­vi­leg als auch Bür­de – man ist na­tür­lich in sei­nem Tun und sei­nen Ent­schei­dun­gen nicht so frei wie ein „Nor­mal­bür­ger“.

Wie se­hen Sie die Zu­kunft von Traum­werk in den Hän­den der nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­ti­on?

Mein Sohn hat mich bei der Er­fül­lung mei­nes Traumes stets be­stärkt und un­ter­stützt - er wird das Pro­jekt TRAUM­WERK wei­ter­füh­ren und vi­el­leicht gibt er die Lei­den­schaft und Lie­be zu mei­nen Sam­mel­ob­jek­ten auch an sei­ne vier Kin­der wei­ter.

Ist Hans-pe­ter Por­sche in ei­nem solch spie­le­ri­schen Um­feld je­mals „er­wach­sen ge­wor­den“?

Na­tür­lich bin ich er­wach­sen ge­wor­den, aber ich er­freue mich nach wie vor wie ein Kind an mei­nen al­ten und neu er­wor­be­nen Spiel­sa­chen. Ich bin auch je­des Mal sehr be­rührt, wenn ich durch mei­ne Mo­dell­ei­sen­bahn­welt ge­he und mich in den De­tails ver­lie­re.

Um­ge­ben von der wun­der­vol­len Berg­welt von Berch­tes­ga­den, be­gibt man sich im Traum­werk auf ei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­che Rei­se, wie in ei­ner ech­ten Traum­fa­brik.

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