DIE PHOTOGRAPHIN DER MA­FIA IM MAXXI

All About Italy (Germany) - - Editorial -

Le­ti­zia Batta­glia fo­to­gra­fier­te wäh­rend dres­sig Jah­ren ih­re Hei­mat Si­zi­li­en. Mit un­ge­schön­ten und schmerz­li­chen Schwarz-weiß-bil­dern do­ku­men­tiert sie ma­fiö­se Ma­chen­schaf­ten und wie­der­hol­te An­grif­fe auf die Zi­vil­ge­sell­schaft.

Le­ti­zia Batta­glia kam 1935 in Pa­ler­mo zur Welt und ist welt­weit für ih­re Ma­fia-pho­tos be­kannt. Sie war und ist noch im­mer ei­ne der au­ßer­ge­wöhn­lichs­ten und schärfs­ten Au­gen­zeu­gen der ita­lie­ni­schen Welt und Ge­sell­schaft, be­son­ders je­ner Si­zi­li­ens. We­gen des ge­sell­schaft­li­chen und ethi­schen Wer­tes ih­rer Ar­beit ist sie un­be­strit­ten ei­ne der wich­tigs­ten Fi­gu­ren der zeit­ge­nös­si­schen Photographie. Le­ti­zia Batta­glia ist aber nicht nur die Photographin der Ma­fia: Für ih­re künst­le­ri­sche Ar­beit als Bild­re­por­te­rin in der Re­dak­ti­on der Ta­ges­zei­tung „L’ora“er­hielt sie 1985 in New York auch als ers­te Frau und eu­ro­päi­sche Photographin den ruhm­rei­chen „W. Eu­ge­ne Smith Award“, ei­ne in­ter­na­tio­na­le An­er­ken­nung in Er­in­ne­rung an den Pho­to­gra­phen von Ma­ga­zin „Li­fe“.

Zu ih­rem 80. Ge­burts­tag zeigt das Mu­se­um MAXXI in Rom „Le­ti­zia Batta­glia. Aus pu­rer Lei­den­schaft“. Es ist ei­ne gro­ße Ausstellung un­ter der Lei­tung von Pao­lo Fal­co­ne, Marg­he­ri­ta Guc­cio­ne und Bar­to­lo­meo Pie­tro­m­ar­chi, die bis zum

17. April 2017 über 300 Auf­nah­men, Ver­su­che und un­ver­öf­fent­lich­te „Vin­ta­gePho­tos“ins MAXXI brin­gen wird. Sie stam­men aus dem ar­chi­va­ri­schen Nach­lass die­ser gro­ßen Photographin. Eben­falls zu se­hen sind Zeit­schrif­ten, Ver­öf­fent­li­chun­gen, Fil­me und In­ter­views. Die Ausstellung öff­net mit ei­nem do­ku­men­ta­ri­schen Ab­schnitt, der von ih­rer in­ten­si­ven und un­ter­schied­li­chen Ak­ti­vi­tät er­zählt, stets im Ein­satz für die Ge­sell­schaft. Dar­un­ter sind Bil­der von Be­set­zun­gen, Aus­schrei­tun­gen in den Stra­ßen, po­li­ti­sche De­mons­tra­tio­nen in den Sieb­zi­gern der ex­tre­men Lin­ken und der ex­tre­men Rech­ten in Mai­land, je­ne der neu­en Mai­län­der Künst­ler­sze­ne, in der sie Pier Pao­lo Pa­so­li­ni und Fran­ca Ra­me ken­nen­lernt und verewigt. Es sind

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