DIES IST KEIN LAND NUR FÜR AL­TE MEHR

All About Italy (Germany) - - Editorial - Sa­scha Mal­linck­rodt

Die ita­lie­ni­schen Un­ter­neh­men, die von un­ter 35-Jäh­ri­gen ge­lei­tet wer­den, ha­ben bei­na­he die Zahl 600.000 er­reicht, mit ei­nem un­ter dem Strich Re­kord-plus von 50.000 ge­gen­über dem Be­ginn des Jah­res. Ita­li­en setzt sich so an die Spit­ze der Eu­ro­päi­schen Uni­on, dank sei­ner jun­gen Un­ter­neh­mer, die sich über­ra­schen­der­wei­se wie­der mit Land­wirt­schaft be­schäf­ti­gen.

Die von der Col­di­ret­ti, der größ­ten Ver­ei­ni­gung und Ver­tre­tung der ita­lie­ni­schen Land­wirt­schaft, ver­öf­fent­lich­ten Da­ten zei­gen ein neu­es und ge­winn­brin­gen­des Ge­sicht des Bel Pa­e­se: Laut die­ser Da­ten von Mov­im­pre­se sind in den ers­ten neun Mo­na­ten 90.000 neue jun­ge Un­ter­neh­men ent­stan­den, ge­gen­über 40.000, die im glei­chen Zei­t­raum die To­re ge­schlos­sen ha­ben. Man schätzt, dass jun­ge Ita­lie­ner die­ses Jahr täg­lich 325 Fir­men er­öff­net und sich so als die un­ter­neh­mungs­lus­tigs­ten in­ner­halb der Eu­ro­päi­schen Uni­on er­wie­sen ha­ben. Die Be­trie­be, die von Jun­gen ge­führt wer­den, ent­spre­chen 9,8% al­ler in Ita­li­en an­säs­si­gen Un­ter­neh­men. Ei­ne Zahl, die bei den Neu­er­öff­nun­gen der ers­ten neun Mo­na­te des 2016 auf 31,1% an­stieg. Wenn man das Land ge­nau­er un­ter die Lu­pe nimmt, so stellt man nicht oh­ne Über­ra­schung fest, dass die meis­ten Jung­un­ter­neh­men im Sü­den (34.334) ent­stan­den, ge­folgt vom Nord­we­sen (21.611), Mit­tel­ita­li­en (18.064) und Nord­os­ten (13.937). Sie ent­fal­len auf klei­ne und mitt­le­re Un­ter­neh­men (KMUS), die 99,9% al­ler Fir­men in Ita­li­en und 99,8% al­ler Be­trie­be in der EU aus­ma­chen. Es sind 1.155.000 Wirk­lich­kei­ten, die von Leu­ten mit we­ni­ger als 40 Jah­ren ge­lei­tet wer­den, die höchs­te Zahl in Eu­ro­pa, be­vor­zugt in den Sek­to­ren Ein­zel­han­del (10.999), Land­wirt­schaft und Vieh­zucht (7.569), ge­folgt von Spe­zi­al­kon­struk­teu­ren (7.094), Re­stau­rant­be­trie­ben (4.717) und per­sön­li­chen Di­enst­leis­tun­gen (2.882). „Das Re­sul­tat ist, dass heu­te fast ei­nes von zehn von jun­gen Leu­ten ge­lei­te­ten Un­ter­neh­men (8,4%) in der Land­wirt­schaft an­ge­sie­delt ist“, so der Kom­men­tar von Col­di­ret­ti. „We­gen des Ef­fek­tes ei­nes wach­sen­den In­ter­es­ses Jun­ger für die Ar­beit auf dem Land, das sich auch auf Ver­ar­bei­tung und Han­del aus­ge­dehnt hat, wer­den gan­ze 50.543 da­von von un­ter 35-Jäh­ri­gen ge­lei­tet, mit ei­ner mas­si­ven Zu­nah­me des Di­rekt­ver­kaufs von Er­zeug­nis­sen di­rekt vom Land­wirt aus der Re­gi­on. Nebst je­nen, die aus der Land­wirt­schaft ei­nen Le­bens­stil ma­chen, sind im Ver­gleich zu frü­her Neu­zu­gän­ge aus an­de­ren Sek­to­ren mit an­der­wei­ti­gen Fa­mi­li­en­ge­schich­ten die wah­re Neu­ig­keit. Sie ha­ben sich ent­schie­den, auf die Land­wirt­schaft zu set­zen, mit Ide­en, Lei­den­schaft, In­no­va­ti­on und Pro­fes­sio­na­li­tät, so­ge­nann­te Land­wir­te der ers­ten Ge­ne­ra­ti­on.“

In fast al­len Fäl­len han­delt es sich um jun­ge Men­schen, die sich die Er­fah­run­gen ih­rer Vor­gän­ger zu Nut­ze mach­ten, die ei­ne be­din­gungs­lo­se Lie­be für den Bo­den emp­fin­den, auf dem sie le­ben und ar­bei­ten, und die die Ent­beh­run­gen nicht fürch­ten, wel­che die Ar­beit auf dem Land ver­lan­gen.

Vor al­lem wa­ren sie aber in der La­ge, sich neu zu er­fin­den, den Re­fe­renz­markt zu er­wei­tern und ei­ne neue Vi­si­on von Land­wirt­schaft als Syn­the­se aus In­no­va­ti­on, Tra­di­ti­on, Lö­sun­gen und Wei­ter­ent­wick­lun­gen vor­zu­schla­gen. So ha­ben denn auch die Hälf­te der jun­gen Land­wir­te ei­nen Hoch­schul­ab­schluss, 57% ha­ben In­no­va­tio­nen ge­macht, aber vor al­lem sind 74% stolz auf die ge­leis­te­te Ar­beit und 78% sind glück­li­cher als bei ih­rer vor­he­ri­gen Ar­beit.

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