PHOTOREPORTAGE

All About Italy (Germany) - - Editorial - Sa­scha Mal­linck­rodt

Ein ori­gi­nel­les wie bi­lan­zier­tes Auf­ein­an­der­tref­fen von Archäo­lo­gie und mo­der­ner Kunst hat ei­nem bei­na­he ver­ges­se­nen Stück an­ti­ker Ge­schich­te neu­es Le­ben ein­ge­haucht. Wir be­fin­den uns an der Küs­te im Nor­den Apuliens, in ei­nem klei­nen Ort na­mens Si­pon­to. Hier stand einst ei­ne früh­christ­li­che Ba­si­li­ka, von der nur Tei­le ei­nes Mo­sa­iks und Über­res­te aus dem vier­ten Jahr­hun­dert nach Chris­tus er­hal­ten blie­ben, die zu­dem im Lau­fe der Zeit bis ins Mit­tel­al­ter ver­schie­de­ne Ma­le über­baut wur­den. Heu­te er­kennt man die­se Kir­che in Form ei­nes dau­ern­den Ho­lo­gramms aus Ei­sen, das an das er­hal­te­ne Ge­bäu­de aus dem Mit­tel­al­ter an­schließt. Es gibt we­der Mau­ern noch Stütz­trä­ger, nur ein leicht an­mu­ten­des, zu­sam­men­ge­lö­te­tes 4.500 Qua­drat­me­ter gro­ßes Zink­ge­we­be. Es ist 14 Me­ter hoch und wiegt sie­ben Ton­nen. Die Idee ent­stand aus dem Wunsch, eben je­ne Mo­sai­ke und den Bo­den zu er­hal­ten. Das hat Lu­i­gi La Roc­ca er­klärt, der Lan­des­kon­ser­va­tor für Archäo­lo­gie Apuliens: „Schon wäh­rend der Pla­nung woll­ten wir die Aspek­te des Wie­der­auf­baus mit den An­for­de­run­gen des Er­hal­tens verbinden. Wir ha­ben in den Wer­ken von Edo­ar­do Tre­sol­di je­ne Leich­tig­keit und Trans­pa­renz ge­fun­den, die uns als Be­zugs­mo­dell die­nen soll­te.“Das ge­sam­te Vor­ge­hen trägt den Ti­tel „Wo die Kunst die Ver­gan­gen­heit wie­der­her­stellt“und trägt die Hand­schrift ei­nes knapp 28 Jah­re al­ten Künst­lers, Edo­ar­do Tre­sol­di. Er lei­te­te ein Team mit ei­nem Durch­schnitts­al­ter von ge­ra­de mal 25 Jah­ren. Un­ter Zu­hil­fe­nah­me der Trans­pa­ren­zen des Me­tall­net­zes als Aus­gangs­ma­te­ri­al hat es die Aus­ma­ße der Ba­si­li­ka in Ori­gi­nal­grö­ße nach­ge­baut. „Als die­ses The­ma zum ers­ten Mal in mein Le­ben trat, hat­te ich ei­ne Art Rück­kehr die­ses groß­ar­ti­gen Ge­bäu­des vor Au­gen“, mein­te Tre­sol­di, „als ob es Teil der ge­schicht­li­chen Er­in­ne­rung des Or­tes sei. Ich ha­be mir vor­ge­stellt, in der Luft zeich­nen zu kön­nen, die di­rek­te Be­zie­hung zum Ort aber auf­recht er­hal­tend.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.