LEU­TE

BEA­TRI­CE VIO WUR­DE EIN TRAUM GE­SCHENKT

All About Italy (Germany) - - Editorial - Mar­ti­na Mo­rel­li

Sie ist ei­ne der be­kann­tes­ten und ein­fluss­reichs­ten ita­lie­ni­schen pa­ralym­pi­schen Ath­le­tin­nen. Seit 2011 hat sie al­le wich­ti­gen Fecht­tur­nie­re ge­won­nen, von den na­tio­na­len bis zu den Eu­ro­pa- und Welt­meis­ter­schaf­ten. Wir spre­chen von Bea­tri­ce Vio, oder bes­ser „Be­be“. 1997 ge­bo­ren, wur­de sie vom ita­lie­ni­schen Staats­prä­si­den­ten Ser­gio Mat­ta­rel­la in sei­ner An­spra­che zum Jah­res­en­de we­gen ih­res mit­rei­ßen­den En­thu­si­as­mus er­wähnt. Sie war Haupt­dar­stel­le­rin des Sel­fies des Jah­res (2016) mit dem Ex­prä­si­den­ten Ba­rack Oba­ma wäh­rend des Ga­la-din­ners, das vom Wei­ßen Haus zu Eh­ren von Mat­teo Ren­zi ver­an­stal­tet wur­de. Sie wur­de mehr­mals als ei­ne der ein­fluss­reichs­ten Per­sön­lich­kei­ten des ita­lie­ni­schen Sports be­zeich­net. Doch Be­be ist auch viel an­de­res, viel mehr als nur dies. Sie war ein leb­haf­tes Mäd­chen vol­ler In­ter­es­sen zwi­schen Schu­le, Zeich­nen, Pfad­fin­de­rei und, vor al­lem, Fech­ten. Ei­ne un­er­war­te­te Hirn­haut­ent­zün­dung hat sie ih­rer Ar­me und Bei­ne be­raubt. Dies hat sie aber nicht da­von ab­ge­hal­ten, an den ers­ten Mai­ta­gen des Jah­res 2010 ih­ren ers­ten of­fi­zi­el­len Wett­kampf in Bo­lo­gna aus­zu­tra­gen und den Start­schuss zu ei­ner Rei­he von be­geis­tern­den und un­ter­hal­ten­den Wett­kämp­fen zu ge­ben. Nach ih­ren Sie­gen an den Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten und dem Welt­cup 2014, den Welt­meis­ter­schaf­ten und wie­der­um Welt­cup 2015, er­hielt sie an den Pa­ralym­pics von Rio de Janei­ro er­neut Gold (am glei­chen Tag, an dem Alex Za­nar­di mit 49 Jah­ren sei­ne drit­te pa­ralym­pi­sche Gold­me­dail­le ge­wann). Sie hat­te im Fi­na­le die 29-jäh­ri­ge Chi­ne­sin Jing­jing Zhou be­siegt, die zu­sam­men mit Vio zu den Fa­vo­ri­ten für den Fi­nal­sieg zähl­te. Es war ein his­to­ri­scher Sieg, der vi­el­leicht zum ers­ten Mal über­haupt da­zu bei­ge­tra­gen hat, dass die pa­ralym­pi­schen Wett­be­wer­be auf ei­ne glei­chen Stu­fe wie die Olym­pia­den ge­stellt wur­den. Er hat aber Be­be nicht von ih­rem hu­ma­ni­tä­ren Ein­satz ab­ge­bracht. Seit 2010 führt sie näm­lich zu­sam­men mit ih­ren El­tern die Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­ti­on „Ar­t4s­port“, die Kin­dern mit Glied­ma­ßen-pro­the­sen hilft, sich über den Sport in die Ge­sell­schaft ein­zu­rei­hen. Ge­nau in die­sem Um­feld ent­stand auch das Buch „Mir wur­de ein Traum ge­schenkt: Das Fech­ten, der Spritz und die Pa­ra­olym­pia­de”. Es ist ein aus­sa­ge­kräf­ti­ger Ti­tel, der die Leb­haf­tig­keit die­ser knapp Zwan­zig­jäh­ri­gen aus­drückt, die mit ih­rem Wil­len das ita­lie­ni­sche und aus­län­di­sche Pu­bli­kum mit­zu­rei­ßen wuss­te, so sehr, dass sie von der „20th Cen­tu­ry Fox” au­ser­wählt wur­de, in Ita­li­en den Film „Die In­sel der be­son­de­ren Kin­der“von Tim Bur­ton vor­zu­stel­len. Denn Be­be Vio ist ganz be­stimmt spe­zi­ell, einzigartig und vie­les mehr: „Leicht­ath­le­tik, Klet­tern, Hand­bike: Ab dem Mo­ment, an dem ich den Be­hin­der­ten­sport ent­deckt ha­be, pro­bier­te ich al­les mög­li­che aus. Das ist das Schö­ne da­bei: wenn Du ein­mal von ei­ner Krank­heit blo­ckiert wirst, ver­stehst Du, wie wich­tig das Le­ben ist. Jetzt will ich al­les aus­pro­bie­ren, was es aus­zu­pro­bie­ren gibt!“

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