IMMOBILIEN SIND STATEMENTS VON HELEN ZU OETTINGEN–WALLERSTEIN

Die Ge­schäfts­füh­re­rin von HOW Si­gna­tu­re Pro­per­ties Gm­bh er­zählt über ganz be­son­de­re Lö­sun­gen für für In­ves­to­ren und über Nach­hal­tig­keit bei der Re­vi­ta­li­sie­rung von Be­stands­im­mo­bi­li­en.

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Leer­ste­hen­de Be­stands­im­mo­bi­li­en, knap­per wer­den­de Bau­flä­chen, ein har­ter Kon­kur­renz­kampf un­ter den In­ves­to­ren, die In­di­vi­dua­li­sie­rung der Kun­den­be­dürf­nis­sen, aber auch Ve­rän­de­run­gen am Ka­pi­tal­markt zwin­gen In­ves­to­ren, Ver­mö­gens­ver­wal­ter und Be­ra­ter zum Um­den­ken. Ar­chi­tek­ten Pro­jekt­ent­wick­ler und Ei­gen­tü­mer wer­den zu Qu­er­den­kern – denn der Be­darf über­schrei­tet das An­ge­bot. In­ves­to­ren sind längst nicht mehr nur auf der Su­che nach ho­hen Ren­di­ten, son­dern wol­len Spu­ren der Ver­ant­wor­tung zei­gen und ha­ben den Fo­kus in Rich­tung As­set Va­lue ver­scho­ben. Die Re­vi­ta­li­sie­rung von Be­stands­ge­bäu­de wird im­mer po­pu­lä­rer. Dies gilt ins­be­son­de­re für his­to­ri­sche Bau­ten, sie ha­ben nicht nur ei­ne lan­ge Ge­schich­te, son­dern prä­gen Ort und Be­völ­ke­rung in ih­rem Um­feld bis heu­te. Um Be­stands­ge­bäu­de, be­son­ders his­to­ri­sche Ge­bäu­de, wie­der zu be­le­ben und die­se ei­ner nach­hal­ti­gen und ren­di­te­ori­en­tier­ten Nut­zung zu­zu­füh­ren, be­nö­tigt es ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te In­ves­to­ren, die et­was be­we­gen und ein Zei­chen set­zen wol­len. Das Ge­bäu­de mit dem be­son­de­ren Et­was in aus­ge­such­ter La­ge so­wie die be­son­de­re krea­ti­ve Re­vi­ta­li­sie­rungs­idee sind die not­wen­di­gen In­gre­di­en­zi­en. Die­ser Auf­ga­be hat sich die HOW Si­gna­tu­re Pro­per­ties Gm­bh ver­schrie­ben. Das Un­ter­neh­men wur­de im Jahr 2000 ge­grün­det und hat In­ves­to­ren und Pro­jek­te im In- und Aus­land be­treut. Als Ge­schäfts­füh­re­rin ist Helen zu Oettingen– Wallerstein auf der ste­ti­gen Su­che nach pas­sen­den Ob­jek­ten und neu­en Pro­jek­ten für In­ves­to­ren, sie stellt die Ver­bin­dung zwi­schen Mensch und Ob­jekt her. Jah­re­lan­ge Er­fah­rung mit Immobilien im Be­reich Ar­chi­tek­tur und In­nen­ar­chi­tek­tur er­mög­li­chen es Helen zu Oettingen-wallerstein auf ein um­fang­rei­ches Netz­werk zu­rück­grei­fen zu kön­nen. Dis­kret bringt sie Käu­fer und Ver­käu­fer zu­sam­men, sorgt ge­mein­sam mit ei­nem Team für ei­ne zü­gi­ge und stress­freie

Kauf­abwick­lung und be­treut Ob­jekt und In­ves­tor. Ide­en jen­seits des Main­streams, so­wie die Ent­wick­lung ei­ner ein­zig­ar­ti­gen Mar­ke für das je­wei­li­ge Ob­jekt hält sie für we­sent­lich um nach­hal­ti­ge Re­vi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­te zu rea­li­sie­ren. Das Fun­da­ment ih­rer Ar­beit bil­det die Sym­bio­se aus Wirt­schaft­lich­keit und gleich­zei­ti­gem gro­ßem Re­spekt vor der His­to­rie ei­nes Ge­bäu­des, denn die­se ist nicht re­vi­dier­bar. Helen zu Oettingen-wallerstein hat uns von ih­rer Phi­lo­so­phie er­zählt, die sie in Be­zug auf In­ves­to­ren und denk­mal­ge­schütz­te Immobilien ver­tritt und sich da­bei auch auf Pro­jek­te in Ita­li­en be­zo­gen.

Er­zäh­len Sie uns von HOW Si­gna­tu­re Pro­per­ties und der Ziel­set­zung des Un­ter­neh­mens.

Selbst­ver­ständ­lich ist un­ser Au­gen­merk im­mer das In­ves­ti­ti­ons­ziel un­se­rer Auf­trag­ge­ber – da­bei ha­ben wir uns auf In­ves­ti­tio­nen in Be­stands­im­mo­bi­li­en spe­zia­li­siert, mit ei­ner star­ken Fo­kus­sie­rung auf his­to­ri­sche Immobilien. Wir be­gin­nen un­se­re Ar­beit erst nach­dem wir ein de­tail­lier­tes Such­pro­fil der Auf­trag­ge­ber an­ge­legt ha­ben, wir ak­ti­vie­ren dann un­ser Netz­werk von Im­mo­bi­li­en­ei­gen­tü­mern und re­cher­chie­ren nach dem ge­eig­ne­ten Ob­jekt. Ha­ben wir die­ses Ob­jekt ge­fun­den und eva­lu­iert füh­ren wir Käu­fer und Ver­käu­fer auf pri­va­ter Ebe­ne zu­sam­men. Wir han­deln da­bei aus­schließ­lich im Auf­trag und nach den Wün­schen der In­ves­to­ren. Wir be­ra­ten, ko­or­di­nie­ren und ge­ben die not­wen­di­ge Un­ter­stüt­zung um ei­nen rei­bungs­lo­sen Ei­gen­tums­trans­fer zu ge­währ­leis­ten. Be­reits wäh­rend mei­ner Uni­ver­si­täts­zeit, hat­te ich die kla­re Vor­stel­lung nie et­was Neu­es bau­en zu wol­len, son­dern nur für Auf­trag­ge­ber zu ar­bei­te­ten, die mit dem Er­halt und der Re­vi­ta­li­sie­rung von Be­stands­ge­bäu­den Statements schaf­fen wol­len. Die Nut­zung spe­zi­ell von his­to­ri­schen Ge­bäu­den gibt In­ves­to­ren die Mög­lich­keit Ver­ant­wor­tung für Kul­tur und His­to­rie aber auch für Um­welt und Na­tur zu über­neh­men, denn durch die Re­vi­ta­li­sie­rung von Be­stands­ge­bäu­den wer­den Grün­flä­chen er­hal­ten und Ener­gie ein­ge­spart. Zu Be­ginn mei­ner Ar­beit als De­si­gner ha­be ich im­mer wie­der die fest­ge­stellt, dass mir ein we­sent­li­ches Ele­ment für das Ver­ständ­nis mei­ner Auf­trag­ge­ber ge­fehlt hat – be­triebs­wirt­schaft­li­che Kennt­nis­se - wes­halb ich noch ei­nen Mas­ter in Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft ab­sol­viert ha­be. Da­durch konn­te ich die wirt­schaft­li­chen An­sprü­che der In­ves­to­ren und der Im­mo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer bes­ser ver­ste­hen und die­sen mit mei­ner Ar­beit ge­recht wer­den. Im­mer wie­der ge­lingt es mir zu be­wei­sen, dass die Sa­nie­rung be­reits be­ste­hen­der Ge­bäu­de, auch his­to­ri­scher, dem wirt­schaft­li­chen Han­deln nicht ent­ge­gen­steht. In­ves­to­ren heu­te, un­ter­schei­den sich er­heb­lich von de­nen der Ver­gan­gen­heit - sie wol­len heu­te mehr als nur Geld in­ves­tie­ren um ho­he Ren­di­ten zu er­zie­len, son­dern wol­len auch ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung über­neh­men und tä­ti­gen zu­neh­mend nach­hal­ti­ge, lang­fris­ti­ge In­ves­ti­tio­nen. Heu­te muss man der Bes­te un­ter den Bes­ten sein und Zei­chen set­zen, um das Ge­fühl zu ha­ben das Au­ßer­ge­wöhn­li­che er­reicht zu ha­ben. Al­le be­tei­lig­ten In­ves­to­ren, Be­ra­ter, so­wie Pla­ner, Pro­jekt­ent­wick­ler müs­sen heu­te „outs­ide the box“Den­ker sein, um wirk­lich er­folg­rei­che Pro­jek­te zu rea­li­sie­ren. Ih­re Phi­lo­so­phie ist es für Ih­re Auf­trag­ge­ber wah­re Statements zu schaf­fen. Was ist Ih­rer Mei­nung nach da­bei zu be­ach­ten, so dass die­ses Vor­ha­ben er­folg­reich ge­lingt?

Die Per­sön­lich­keit ei­nes In­ves­tors ist der Schlüs­sel zu je­dem er­folg­rei­chen Pro­jekt! Pri­mä­res Ziel sind die wirt­schaft­li­chen Pa­ra­me­ter, wie ver­füg­ba­res Ka­pi­tal, ge­wünsch­te Ver­zin­sung, In­ves­ti­ti­ons­zeit­raum etc., ge­nau­es­tens zu de­fi­nie­ren. Doch ent­schei­dend sind auch die „soft fac­tors“, die oft viel mehr Aus­kunft über das wah­re Ziel der In­ves­to­ren ge­ben. Wie und wo lebt und ar­bei­tet der Auf­trag­ge­ber, was sind sei­ne per­sön­li­chen Prä­fe­ren­zen und Ab­nei­gun­gen, wie sind sei­ne Fa­mi­li­en­struk­tu­ren, wie wich­tig ist ihm sei­ne Fa­mi­lie, wel­che Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten hat er, was sind sei­ne Vor­lie­ben und Wer­te­vor­stel­lun­gen, ist er ein Ge­nuss­mensch, wel­ches Ver­hält­nis hat er zu Kunst, Kul­tur und Bil­dung, ist er ein Kos­mo­po­lit usw. Die je­wei­li­ge Per­sön­lich­keit zu er­ken­nen, ist der Schlüs­sel für un­ser Han­deln. Be­vor wir den In­ves­tor oder des­sen Fi­nanz­be­ra­ter tref­fen, schi­cken wir ei­nen Fra­ge­bo­gen mit et­wa 15 -20 Fra­gen raus, ei­ne Art Wun­sch­lis­te für die ge­plan­te In­ves­ti­ti­on. Wir wer­ten die­sen dann aus und nut­zen die Aus­wer­tung als Ba­sis für ein per­sön­li­ches Ge­spräch mit dem An­le­ger und/ oder sei­nem Be­ra­tern. Wir er­ar­bei­te­ten ver­schie­de­ne Lö­sun­gen und Vor­schlä­ge, die dem Port­fo­lio des An­le­gers und sei­nen per­sön­li­chen Wün­schen ge­recht wer­den und schla­gen ei­ne ge­eig­ne­te wei­te­re Vor­ge­hens­wei­se vor. Wir be­hal­ten uns aber auch vor ei­nen Auf­trag ab­zu­leh­nen, soll­ten wir uns in der In­ten­ti­on oder in der vom Auf­trag­ge­ber ge­wünsch­ten Vor­ge­hens­wei­se nicht wie­der­fin­den. So­bald al­le De­tails ge­klärt sind, be­ge­ben wir uns auf Ob­jekt­su­che. Da­bei grei­fen wir auf un­ser Netz­werk zu­rück, wel­ches uns den Zu­griff auf Ge­bäu­de au­ßer­halb der of­fi­zi­el­len Märk­te er­mög­licht. Da kann es schon mal vor­kom­men, dass wir bei ei­nem ge­eig­ne­ten Ob­jekt dem Ei­gen­tü­mer des Ge­bäu­des den Ver­kauf erst „schmack­haft“ma­chen müs­sen.

Wir sind kei­ne Mak­ler und ko­ope­rie­ren auch nicht mit die­sen. Für un­se­re Kun­den be­deu­tet das, dass wir aus­schließ­lich in Ih­rem In­ter­es­se han­deln, wir han­deln un­ab­hän­gig, oh­ne Zwang ein Ob­jekt ver­kau­fen zu müs­sen. Wir neh­men kei­ne Mak­ler­ge­büh­ren, son­dern ein Fix­ho­no­rar, das sich an der Grö­ße des Leis­tungs­um­fangs ori­en­tiert und nicht am Kauf­preis des Ge­bäu­des. Wir bie­ten da­mit ein Höchst­maß an Un­ab­hän­gig­keit. Ein wei­te­rer Vor­teil für In­ves­to­ren ist, dass wir sehr schnell und di­rekt agie­ren kön­nen und da­bei den Zeit­auf­wand und Stress­fak­tor für den In­ves­tor sehr ge­ring hal­ten. Vie­le un­se­re Auf­trag­ge­ber sind nicht-eu-in­ves­to­ren, die in Eu­ro­pa in­ves­tie­ren möch­ten, wir bie­ten, ei­nen „One-stop-shop“, mit ei­nem ef­fi­zi­en­ten Netz­werk in den lo­ka­len Märk­ten – ein ex­klu­si­ves Pri­va­te Of­fice für Immobilien. Höchs­te Dis­kre­ti­on und Ele­ganz in der Vor­ge­hens­wei­se schaf­fen für Käu­fer wie als auch Ver­käu­fer, die Ex­klu­si­vi­tät die ein se­lek­tier­ter Kun­den­kreis for­dert.

Ren­di­te, öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit, Kul­tur­er­halt, Lu­xus, Ge­nuss und Um­welt, sind schein­bar wi­der­sprüch­li­che Zie­le, trotz­dem sind Sie über­zeugt, dass die­se ko­exis­tie­ren kön­nen. Kön­nen Sie er­klä­ren wie?

Das öko­no­mi­sche und öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit auf der ei­nen Sei­te und Lu­xus, Ge­nuss und Ka­pi­tal­an­la­gen auf der an­de­ren Sei­te wi­der­sprüch­lich sind, stimmt längst nicht mehr. Mitt­ler­wei­le ha­ben wir uns von ei­ner ge­nuss­feind­li­chen „grü­nen“Be­we­gung dis­tan­ziert – un­se­re Ge­sell­schaft lebt heu­te mit dem Be­wusst­sein um die End­lich­keit un­se­rer Res­sour­cen. Lu­xus hat heu­te ei­ne ganz an­de­re De­fi­ni­ti­on als noch vor 20 -30 Jah­ren. In­ves­to­ren der jün­ge­ren Ge­ne­ra­ti­on han­deln und den­ken an­ders. Heu­te liegt der Fo­kus zu­neh­mend dar­auf sich das Be­son­de­re, qua­li­ta­tiv Hoch­wer­ti­ge zu leis­ten, aber auch die Zeit zu ha­ben es ge­nie­ßen zu kön­nen. Nicht im Main­stream mit zu schwim­men, son­dern es sich leis­ten zu kön­nen in­di­vi­du­ell zu sein, das ist Lu­xus der in kei­nem Wi­der­spruch zu öko­no­mi­scher und öko­lo­gi­scher Nach­hal­tig­keit steht. Weg­wer­fen und neu­kau­fen – im Fall der Im­mo­bi­lie Ab­riss und Neu­bau, das ist öko­lo­gisch nicht nach­hal­tig und steht in im Ge­gen­satz zu dem was wir heu­te un­ter Ge­nuss, Lu­xus und Qua­li­tät ver­ste­hen. Ita­li­en ist ein gu­tes Bei­spiel – Wirt­schaft­lich­keit, Ge­nuss und Lu­xus wa­ren hier noch nie ein Wi­der­spruch. Mil­lio­nen von Tou­ris­ten kom­men je­des Jahr nach Ita­li­en, für die Mo­de, die Au­to­mo­bil­in­dus­trie, die Strän­de, die Son­ne, das gu­te Es­sen und weil man sich in Ita­li­en die Zeit nimmt all das zu ge­nie­ßen und zu le­ben. Weil es auch das Land mit den meis­ten Kul­tur­gü­tern Eu­ro­pas, as­so­zi­ie­ren wir Ita­li­en al­le mit Bil­dung und Kul­tur. Dier Ur­sprung das Ita­li­en zum Vor­rei­ter des in­no­va­ti­ven und in­dus­tri­el­len De­signs wur­de wur­zelt in der Tat­sa­che das Ita­li­en die Wie­ge des Kul­tur­er­bes Eu­ro­pas ist, die­se Schät­ze müs­sen wei­ter­hin er­hal­ten wer­den. Kul­tur gibt uns Iden­ti­tät und ein Zu­ge­hö­rig­keits­ge­fühl. Ich mei­ne da­mit kei­ne Mu­se­en, son­dern ei­ne für Je­den zu­gäng­li­che, er­schwing­li­che und ge­leb­te His­to­rie, die sich be­stän­dig wei­ter­ent­wi­ckeln darf, jen­seits der Mu­se­ums­be­trie­be. In Ita­li­en wur­den sehr in­no­va­ti­ve Re­vi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­te ver­wirk­licht, die ein ho­hes Maß an wirt­schaft­li­chem Er­folg zei­gen. Zum Bei­spiel das En­zo Ferrari Mu­se­um in Mo­de­na, ein aus der His­to­rie der Au­to­in­dus­trie im 19 Jhr. ent­stan­de­nes In­dus­trie Are­al, das schon dem Ver­fall preis­ge­ge­ben war, wur­de mit mo­der­ner Ar­chi­tek­tur und ei­nem neu­en Nut­zungs­kon­zept ei­ne neue Iden­ti­tät ge­ge­ben. En­zo Ferrari’s Ge­burts­haus und die um­lie­gen­den Häu­ser wur­den re­vi­ta­li­siert und ein mo­der­ner Mu­se­ums­bau hin­zu­ge­fügt. Ei­ne gan­ze Re­gi­on wur­de in die­sem Fall mit ei­nem Mu­se­um so­zio­öko­no­misch wie­der­be­lebt und auf­ge­wer­tet. Heu­te ist die­ser Ort ei­ne Tou­ris­ten-at­trak­ti­on, neue Un­ter­neh­men ha­ben sich an­ge­sie­delt, Ar­beits­plät­ze wur­den ge­schaf­fen und Men­schen sind zu­ge­zo­gen. Als Re­ak­ti­on dar­auf ka­men wei­te­re In­ves­to­ren, wei­te­re Häu­ser wur­den sa­niert und sind wirt­schaft­lich ge­winn­brin­gen­de Ein­hei­ten. Ein wei­te­res gu­tes Bei­spiel ist die Fondazione Prada in Mailand, be­zie­hungs­wei­se Ve­ne­dig. Bei­des zeigt, wie sich Al­tes und Neu­es ver­mischt, ei­ne Um­nut­zung nichts Ge­fähr­li­ches oder Un­wirt­schaft­li­ches ist - im Ge­gen­teil. Fa­zit: Die Re­vi­ta­li­sie­rung his­to­ri­scher Ob­jek­te, trägt zum wirt­schaft­li­chen Er­folg gan­zer Ge­gen­den bei und för­dert die ei­ne Ver­bes­se­rung der so­zia­len Struk­tu­ren in der Ge­sell­schaft. Ge­nann­te Bei­spie­le wur­den von pri­va­ten In­ves­to­ren ins Le­ben ge­ru­fen und mit Fan­ta­sie, Be­geis­te­rung, Mut und En­ga­ge­ment um­ge­setzt. Da­von wer­den wir in der Zu­kunft mehr be­nö­ti­gen. Re­gie­run­gen und lo­ka­le Kom­mu­nen ha­ben zu­neh­mend kei­ne fi­nan­zi­el­len Mit­tel mehr, um in der­ar­ti­ge Pro­jek­te zu in­ves­tie­ren. Das Ziel muss sein, In­ves­to­ren, Bau­trä­ger und lo­ka­le Re­gie­run­gen zu über­zeu­gen, al­te Denk­wei­se ab­zu­le­gen, Neu­es zu wa­gen, der Fan­ta­sie kei­ne Gren­zen zu set­zen, al­te Zöp­fe ab­zu­schnei­den und be­hörd­li­che Auf­la­gen zu lo­ckern. Öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit, das der­zei­ti­ge Mo­de­wort schlecht­hin, kann durch In­ves­ti­tio­nen in be­ste­hen­de und denk­mal­ge­schütz­te Bau­ten ver­wirk­licht wer­den

- je mehr Be­ste­hen­des wir nut­zen, des­to we­ni­ger ver­schwen­den wir Grün­flä­chen und zer­stö­ren wei­ter be­droh­te Na­tur und we­ni­ger „graue Ener­gie“, wür­de be­nö­tigt wer­den. Graue Ener­gie ist die Sum­me al­ler Ener­gie, die wäh­rend des Le­bens­zy­klus ei­nes Ge­bäu­des

ver­braucht d.h. von der Er­rich­tung bis hin zum Ab­riss. Wir dür­fen nicht ver­ges­sen, dass wir heu­te die wirt­schaft­li­che Le­bens­dau­er ei­ner Im­mo­bi­lie mit max. 50 Jah­ren be­rech­nen – ver­gleicht man das mit his­to­ri­schen Ge­bäu­den, die be­reits Hun­der­te von Jah­ren exis­tie­ren, oh­ne je ein­ge­stürzt zu sein, soll­te uns das um­den­ken las­sen.

Sie sind, Mit­glied von Eu­ro­pa Nos­tra, die Da­ch­or­ga­ni­sa­ti­on al­ler nicht-staat­li­chen Denk­mals­schutz Or­ga­ni­sa­tio­nen ( NGO). Wel­chen Ein­fluss hat dies auf Ih­re Ar­beit.

Vor­ab möch­te ich er­klä­ren: Eu­ro­pa Nos­tra, ge­grün­det 1963, ist selbst kei­ne Denk­mal­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on, son­dern bün­delt eu­ro­päi­sche Denk­mal­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen. Sie ver­schafft die­sen auf eu­ro­pa­po­li­ti­scher Ebe­ne so­wie auf Län­der-bzw. Re­gio­nal­ebe­ne Ge­hör. Eu­ro­pa Nos­tra wird durch die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on un­ter­stützt. Die Mis­si­on liegt in der In­ter­es­sens­ver­tre­tung und Öf­fent­lich­keitar­beit, wenn es um ge­fähr­de­te Denk­ma­le oder ge­setz­li­che Be­stim­mun­gen geht, so wie recht­li­che und steu­er­li­che Vor­schrif­ten in­ner­halb der EU im Zu­sam­men­hang mit Denk­mal­schutz. Ge­mein­sam mit der EU – Kom­mis­si­on wur­de ei­ne gro­ße Re­cher­che aus­ge­führt. „Cul­tu­ral he­ri­ta­ge counts for Eu­ro­pe“es ist ei­ne um­fas­sen­de Stu­die (300 Sei­ten lang) über die Aus­wir­kun­gen des Er­halts des kul­tu­rel­len Er­bes auf Wirt­schaft, Um­welt und Ge­sell­schaft. Die­se über­zeu­gen­de Stu­die ist ein kla­rer Be­weis da­für, dass die Auf­recht­er­hal­tung von Kul­tur­er­be, zum Wohl Al­ler bei­trägt und jeg­li­che Zwei­fel über die Nach­hal­tig­keit wer­den wie­der­legt. Die Fra­ge nach dem Ein­fluss von Eu­ro­pa Nos­tra auf mei­ne Ar­beit ist et­wa wie die Fra­ge was war zu­erst „die Hen­ne oder das Ei“. Eu­ro­pa Nos­tra ist nicht mit ei­ner staat­li­chen Denk­mal­schutz­be­hör­de zu ver­glei­chen – sie er­lässt kei­ne Vor­schrif­ten und hat kei­ne Kon­troll­funk­ti­on, was die Ein­hal­tung von Vor­schrif­ten­an­be­langt an­be­langt. Bei Vor­trä­gen und Pa­nel­dis­kus­sio­nen von Eu­ro­pa Nos­tra mit His­to­ri­kern, Ar­chi­tek­ten, Mu­se­ums­lei­tern, Denk­mal­be­hör­den etc. könn­te ich viel Wert­vol­les ler­nen. Vie­le In­ves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen konn­te ich wis­sen­schaft­lich und wirt­schaft­lich dank der Stu­die „ Cul­tu­ral He­ri­ta­ge counts for Eu­ro­pe“un­ter­mau­ern, zu­dem nut­ze ich die Stu­die ger­ne als Qu­el­le für Vor­trä­ge. Ge­ne­rell hal­te ich die Ar­beit, die Eu­ro­pa Nos­tra leis­tet, um der All­ge­mein­heit die Wich­tig­keit des Er­halts des Kul­tur­er­bes na­he zu brin­gen, sehr wich­tig und wird von mir un­ter­stützt. Wenn ich zum Bei­spiel Mit­glie­der an­wer­ben kann so er­füllt mich das mit Freu­de, denn je­de Stim­me zählt und je­des neu­es Mit­glied bringt den Er­halt des Kul­tur­gu­tes ei­nen Schritt wei­ter. Si­cher­lich hat die Phi­lo­so­phie von Eu­ro­pa Nos­tra Ein­fluss auf mei­ne Ar­beit, aber mei­ne Vor­ge­hens­wei­se muss im In­ter­es­se mei­ner Auf­trag­ge­ber prag­ma­tisch sein. Nicht je­des his­to­ri­sche Ge­bäu­de steht un­ter Denk­mal­schutz, die HOW Si­gna­tu­re Pro­per­ties re­stau­riert kei­ne Mu­se­en und Mo­nu­men­te, son­dern bringt his­to­ri­sche Ge­bäu­de in wirt­schaft­li­che Nut­zung. Es ist mei­ne Über­zeu­gung das denk­mal­ge­schütz­te Ge­bäu­de für die un­ter­schied­lichs­te Ar­ten von Ge­brauch ge­eig­net sind und wir noch viel Um­den­ken müs­sen vor al­lem von Sei­ten der staat­li­chen Denk­mal­be­hör­den. In Deutsch­land hat sich die Vor­ge­hens­wei­se der Denk­mal­schutz­be­hör­den schon er­heb­lich den Markt­an­for­de­run­gen an­ge­passt und vie­le Vor­schrif­ten ge­lo­ckert. Vi­sio­nen wer­den erst dann Rea­li­tät wenn für Ei­gen­tü­mer strin­gen­te Vor­schrif­ten so an­ge­passt wer­den, dass die­se frei dar­über ent­schei­den kön­nen wie sie mit Ih­rem Ei­gen­tum um­ge­hen wol­len und auch die Mög­lich­keit be­kom­men wirt­schaft­lich sinn­vol­le Pro­jek­te zu rea­li­sie­ren.

Gibt es in Ita­li­en ein be­stimm­tes Ho­tel, in ei­nem his­to­ri­schen Ge­bäu­de, das ganz be­son­ders Ih­rer Vor­stel­lung von Ex­zel­lenz ent­spricht?

Ita­li­en hat vie­le wun­der­ba­re his­to­ri­sche Ge­bäu­de, wo­von ei­ni­ge auch in ganz fa­bel­haf­te Ho­tels um- ge­baut wur­den. Die Lis­te könn­te end­los sein, ei­ni­ge will ich nen­nen: das Four Sea­sons in Flo­renz in Mit­ten der Gi­ar­di­no del­la Ghera­de­sca, das Sa­voy in Flo­renz, ge­baut 1893, ein Ge­bäu­de mit ei­nem kon­tem­po­rär - kos­mo­po­li­ti­schem In­te­ri­or, der Roc­co For­te Grup­pe oder die Ho­tels der Lu­gar­no Collec­tion, die ein Teil der Fer­ra­ga­mo Grup­pe sind. Wie ge­sagt, die Lis­te könn­te ich end­los fort­set­zen – grund­sätz­lich lie­be ich his­to­ri­sche Ge­bäu­de mit zeit­ge­nös­si­schem In­te­ri­or.

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