IM FRÜH­LING IN DEN ABRUZ­ZEN ZU NEU­EM LE­BEN ER­WA­CHEN

All About Italy (Germany) - - Photoreportage - Marg­he­ri­ta Pi­tu­a­no

Zu Fü­ßen des Gran Sas­so be­fin­det sich ei­ne Stadt, die „stark wie ein Fels und sanft wie der Schnee“ist. Die Re­de ist von L’ Aqui­la, der al­ten, von Tou­ris­ten und Stu­den­ten ge­lieb­ten Uni­ver­si­täts­stadt, die 2009 von ei­nem ver­hee­ren­den Erd­be­ben zer­stört wur­de und heu­te wie­der auf­er­stan­den ist, um mit ih­ren wert­vol­len Kunst­schät­zen wie­der von vor­ne zu be­gin­nen. Ab­seits von den wun­der­vol­len Pa­läs­ten und an­ti­ken Kir­chen des Zen­trums er­hebt sich San­ta Ma­ria di Col­lem­ag­gio, ei­ne Ba­si­li­ka, die in neu­em Glanz die Stra­ße zur Haupt­stadt der Abruz­zen zum Strah­len bringt.

Es be­durf­te ei­nes ehr­gei­zi­gen Pro­jek­tes, ei­ner ein­zig­ar­ti­gen Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den ita­lie­ni­schen Uni­ver­si­tä­ten, der Stadt, den Be­hör­den und des ita­lie­ni­schen Ener­gie­kon­zerns Eni, um die­sen spi­ri­tu­el­len Rück­zugs­ort, der sich mit­ten im Grü­nen des 130.000 Qua­drat­me­ter gro­ßen „Par­co del So­le“be­fin­det, wo auch das Open-air-thea­ter des in­ter­na­tio­nal be­rühm­ten ame­ri­ka­ni­schen Ar­chi­tek­ten Be­ver­ly Pep­per steht, zu sei­ner ur­sprüng­li­chen Schön­heit zu ver­hel­fen. Mit den drei Ro­set­ten­fens­tern und den wei­ßen und ro­ten St­ei­nen, die in ei­nem Kreuz­mus­ter die Fas­sa­de ver­zie­ren, er­zählt die­ses mit­tel­al­ter­li­che Bau­werk die Ge­schich­te von Coeles­tin V, dem „Ere­mi­ten­papst“, der trotz sei­nes as­ke­ti­schen Le­bens in ei­ner Zeit der gro­ßen kirch­li­chen Kor­rup­ti­on sehr ge­liebt und ver­ehrt wur­de, und der mit 78 Jah­ren von Karl II. von An­jou nach L‘ Aqui­la ge­bracht und in der Ba­si­li­ka von Col­lem­ag­gio, die von ihm selbst er­rich­tet wor­den war, zum Papst ge­krönt wur­de.

Er führ­te die Ver­ge­bung ein, das heißt, den Er­lass zeit­li­cher Sün­den­stra­fen un­ter ge­wis­sen re­li­giö­sen Vor­aus­set­zun­gen, was zum ers­ten Hei­li­gen Jahr der Ge­schich­te führ­te, das von sei­nem Nach­fol­ger Bo­ni­fa­ti­us VIII aus­ge­ru­fen wur­de. Coeles­tin V kommt auch in Dan­tes „Gött­li­cher Ko­mö­die“vor, als „der­je­ni­ge, der aus Feig­heit ab­lehn­te“, denn er be­schloss fast so­fort, auf das Papst­tum zu ver­zich­ten, was er mit ei­ner har­ten und ex­trem leid­vol­len Ge­fan­gen­schaft be­zah­len muss­te. Nun, in der mun­ters­ten al­ler Jah­res­zei­ten, er­wa­chen das Meis­ter­werk der Fas­sa­de, die sym­bol­haf­te Ro­set­te, die hei­li­ge Pfor­te und die Ge­bei­ne des Hei­li­gen Paps­tes Coeles­tin V zu neu­em Le­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.