Wie las­sen sich Ar­beit und Fa­mi­lie bes­ser ver­ein­ba­ren?

Aller-Zeitung - - BLICK IN DIE ZEIT - Ju­li­us Hein­richs

Die Auf­tei­lung der Kin­der­be­treu­ung ist ein De­bat­ten-dau­er­bren­ner der letz­ten Jah­re. Ver­än­dert hat sich je­doch nur we­nig. Noch im­mer sind es meist die Frau­en, die sich um den Nach­wuchs küm­mern. Die meis­ten un­ter­bre­chen für die Kin­der­er­zie­hung lan­ge den Job. 40 Pro­zent der ost­deut­schen Müt­ter mit Kin­dern un­ter sechs Jah­ren ar­bei­ten heu­te Voll­zeit – im Wes­ten sind es ge­ra­de ein­mal 17 Pro­zent. Es man­gelt an Be­treu­ungs­plät­zen und den da­für not­wen­di­gen fi­nan­zi­el­len Mit­teln. Vor al­lem im Wes­ten gibt es ein Pro­blem: Nach Be­rech­nun­gen der Dort­mun­der Ar­beits­stel­le für Kin­der- und Ju­gend­hil­festa­tis­tik be­su­chen 86 Pro­zent der ost­deut­schen Klein­kin­der ei­ne Kin­der­ta­ges­stät­te, aber nur 54,4 Pro­zent der west­deut­schen. Fa­mi­li­en­po­li­tik ist ei­nes der wich­tigs­ten Po­li­tik­fel­der, denn Deutsch­land fehlt es an Nach­wuchs: In ei­ni­gen Jah­ren be­ginnt die Ein­woh­ner­zahl der Bun­des­re­pu­blik zu schrump­fen, schon jetzt be­steht Ar­beits­kräf­te­man­gel. Das wol­len die Par­tei­en:

› Die größ­ten Um­bau­ten in der Fa­mi­li­en­po­li­tik pla­nen Lin­ke und Grü­ne. Ak­tu­ell un­ter­stützt der Staat Fa­mi­li­en durch Kin­der­geld und Frei­be­trä­ge. Lin­ke und Grü­ne wol­len dies durch ei­ne Kin­der­grund­si­che­rung er­set­zen. Die­se wä­re deut­lich hö­her als das bis­he­ri­ge Kin­der­geld. Mit hö­he­rem Ein­kom­men wür­de die Fa­mi­li­en­för­de­rung je­doch ab­neh­men.

› Die SPD will Kin­der­geld und Kin­der­zu­schlag zu­sam­men­le­gen. Der Kin­der­zu­schlag steht ein­kom­mens­schwa­chen Fa­mi­li­en schon heu­te zu. Weil je­doch nur we­ni­ge da­von wis­sen, wird die­ser kaum ge­nutzt.

› Ähn­li­che Plä­ne ver­folgt die FDP. Sie will das Kin­der­geld neu kon­zi­pie­ren und zu­sätz­li­che Zah­lun­gen an ein­kom­mens­schwa­che Fa­mi­li­en er­hö­hen.

› CDU/CSU und AFD set­zen statt­des­sen beim Kin­der­frei­be­trag an. Die Uni­on will die­sen auf das Ni­veau der Er­wach­se­nen an­he­ben, die AFD macht kei­ne An­ga­ben da- zu, wie hoch der Frei­be­trag wer­den soll.

› Um Ar­beit und Fa­mi­lie bes­ser ver­ein­bar zu ma­chen, for­dern Uni­on, Grü­ne und Lin­ke ne­ben dem Recht auf Kin­der­be­treu­ung zu­dem ei­nen Rechts­an­spruch auf Nach­mit­tags­be­treu­ung in der Grund­schu­le. Die SPD plant zu­sätz­lich, mo­nat­lich 150 Eu­ro an Fa­mi­li­en zu über­wei­sen, in de­nen die El­tern mehr als drei Mo­na­te lang ih­re Stel­le auf 75 bis 90 Pro­zent re­du­zie­ren.

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